Farnborough (Hampshire, England). Die Rüstungsunternehmen Boeing und Hensoldt haben auf der englischen Farnborough International Airshow (20. bis 24. Juli 2026) eine Absichtserklärung im Hinblick auf das Rüstungsprogramm „MQ-28 Ghost Bat“ unterzeichnet. Mit der Vereinbarung wurde die Beteiligung von Hensoldt am deutschen Industrieteam von Boeing zu dem Vorhaben formalisiert. Dem „Ghost Bat“-Team gehören bereits Rheinmetall, Rohde & Schwarz sowie Diehl Defence an. Die deutschen Partner unterstützt Boeings Angebot eines Collaborative Combat Aircraft (CCA) für die Deutsche Luftwaffe. Das Rüstungsprogramm „MQ-28 Ghost Bat“ wird von Boeing Defence Australia geleitet.
Die Boeing-Drohne MQ-28 ist ein unbemanntes CCA, das fortschrittliche Multi-Missions-Luftkampfeinsätze ergänzen und erweitern soll (siehe auch hier und hier).
Michael Haidinger, Präsident von Boeing Deutschland, erklärte nach der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding auf dem Farnborough-Messegelände: „Mit Hensoldt holen wir einen weiteren starken deutschen Industriepartner an Bord unseres ,MQ-28 Ghost Bat‘-Industrieteams. Die Fachkompetenz von Hensoldt in den Bereichen ,Sensorik‘ und ,Missionssystemintegration‘ stärkt unser Team entscheidend, um der Luftwaffe eine integrierte, souveräne und in Deutschland verankerte Lösung anzubieten.“
Hensoldt soll, so die Planungen, missionskritische Sensorsysteme, Komponenten des Missionssystems sowie Integrationsleistungen bereitstellen. In einer Pressemitteilung von Boeing heißt es dazu: „Aufbauend auf jahrzehntelanger Erfahrung in den Bereichen der Instandhaltung und des In-Service-Supports wird Hensoldt – vorbehaltlich einer Auswahlentscheidung der Bundeswehr – dazu beitragen, die Einsatzbereitschaft des unbemannten Systems MQ-28 Ghost Bat im deutschen Verteidigungsökosystem sicherzustellen.“
Dietmar Thelen, Leiter der Hensoldt-Division „Multi-Domain Solutions“, äußerte sich in Farnborough wie folgt: „Der Beitritt zum ,MQ-28-Ghost-Bat‘-Industrieteam von Boeing ist für Hensoldt ein logischer nächster Schritt. Die [Drohne] Ghost Bat ist eine äußerst leistungsfähige Plattform, und unser Beitrag wird weit über Sensoren hinausgehen.“ Hensoldt werde die Integration von Missionssystemen, jahrzehntelange Expertise in der In-Service-Betreuung sowie die Fähigkeit mit einbringen, nationale Schlüsseltechnologien in einer Lösung zu verankern, die vom deutschen Verteidigungsökosystem unterstützt wird, so Thelen weiter. „Genau das bedeutet es, ein plattformunabhängiger Partner zu sein.“
Das Memorandum of Understanding unterstreicht das Engagement des von Boeing geführten Industrieverbundes, der Deutschen Luftwaffe in naher Zukunft MQ-28 Ghost Bat mit integrierten deutschen Schlüsseltechnologien bereitzustellen.
Gemeinsam mit Rheinmetall, Rohde & Schwarz, Diehl Defence und Hensoldt wollen die Partner um Boeing – so der Pressetext abschließend – „deutsche Technologien, industrielle Kapazitäten und Unterstützungsleistungen integrieren, um der Bundeswehr insgesamt ein vor Ort unterstütztes Collaborative Combat Aircraft anzubieten“.
Zu unserem Bildmaterial:
1. Vor der unbemannten Kampfdrohne MQ-28 Ghost Bat bei der Farnborough International Airshow (von links): Garth Haselden (Boeing Defence Australia, Business Development „MQ-28“) Glen Ferguson (Boeing Defence Australia, Director des Programms „Global MQ-28“), Bernd Peters (Boeing Defence, Bereich „Space & Security“, Vice President „Business Development & Strategy“), Dietmar Thelen (Hensoldt, Head of Division „Multi-Domain Solutions“), Guillaume Uhlrich (Hensoldt, Head of „Fixed-Wing-Solution“) und Andreas Lindner (Hensoldt, Head of „Combat Aircraft“).
(Foto: Boeing)
2. Das Industrieteam: Boeing-Grafik mit den Namen der bisher am deutschen Projekt beteiligten Partnerunternehmen.
(Bild: Boeing)
Kleines Beitragsbild: Die MQ-28 Ghost Bat ist ein unbemanntes Kampfflugzeug, das einen bemannten Jet bei Kampfhandlungen nach dem Konzept des „Loyal Wingman“ unterstützen soll. Entwickelt wurde und produziert wird das System bei Boeing Defence Australia. Das bis März 2022 als „Boeing Airpower Teaming System“ (ATS) bekannte Luftfahrzeug besitzt Stealth-Eigenschaften. Im März 2026 wurde die Drohne der Bundeswehr als ausgereifte Lösung für die geplante Beschaffung eines Collaborative Combat Aircraft (CCA) angeboten; die Beschaffung könnte bis 2029 realisiert werden.
(Foto: Boeing Defence Australia)
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