Düsseldorf/Schrobenhausen/Meppen. Die beiden Rüstungsunternehmen Rheinmetall und MBDA Deutschland wollen in Kürze ein Joint Venture gründen, um ihre Aktivitäten im Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsbereich „Laserwaffen“ zu bündeln. Dies gaben die Geschäftspartner am Montag (5. Januar) in einer gemeinsamen Presseerklärung bekannt. Die neue Gesellschaft soll an die seit 2019 bestehende Kooperation zwischen Rheinmetall und MBDA anknüpfen und damit die bisher erfolgreiche Umsetzung eines Marine-Laserdemonstrators fortführen. Entwickelt und bereitgestellt werden sollen schließlich „hochleistungsfähige und innovative Laserwaffensysteme“ – zunächst, so die Pressemitteilung, für unsere Marine.
Die Deutsche Marine soll laut Rheinmetall und MBDA ein operationelles Laserwaffensystem erhalten, das komplementär zu Rohrwaffen und Lenkflugkörpern – insbesondere zur Abwehr von Drohnen und weiteren hochagilen Zieltypen im Nah- und Nächstbereich – geeignet ist.
Die Partnerfirmen sind nach eigener Angabe „bestens für diese Aufgabe aufgestellt“. Ihre Begründung: Der bereits erwähnte gemeinsame Laserdemonstrator wurde bereits auf einem Marineschiff integriert und ein Jahr lang erfolgreich unter operationellen Bedingungen getestet (wir berichteten).
In dieser Erprobungskampagne an Bord der Fregatte „Sachsen“ wurden den Firmenangaben zufolge alle notwendigen Fähigkeiten nachgewiesen, um die Ziele präzise und schnell (und vor allem ohne Kollateralschäden) zu bekämpfen. Rheinmetall und MBDA Deutschland schreiben dazu in ihrem Pressetext: „Das System ist nachweisbar in der Lage, insbesondere auch gegen anspruchsvollste Ziele und unter widrigen Umweltbedingungen einen Haltepunkt in der Größe einer Ein-Euromünze auf einem weit entfernten Ziel stabil zu verfolgen und punktgenau die Energie der Laserwaffe dorthin zu bündeln.“
Berichtet wird weiter: „Diese Präzisionsfähigkeit im Tracking und in der Bekämpfung verhindert einen Vorbeischuss am Ziel und gewährt damit größtmögliche Sicherheit. Im Rahmen ihrer Kooperation konnten Rheinmetall und MBDA somit ein System anbieten, das den Kundenforderungen in allen Punkten gerecht wurde und wird.“
Nach der erfolgreichen einjährigen Testphase zur See mit mehr als 100 durchgeführten Beschüssen und Trackingversuchen gegen verschiedene Ziele (auch ohne die Nutzung der Landschaft als Strahlenfang, also einer Zielbekämpfung vor „Blue Sky“) wurde der Laserdemonstrator für die Marine zur weiteren Erprobung an die Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition 91 (WTD 91) in Meppen transferiert. Er ist dort mittlerweile wieder in Betrieb genommen worden und wird von den Experten zur weiteren Erprobung auch landgestützter Drohnenabwehr genutzt.
Die Aufteilung der Arbeitsanteile am Marine-Laserdemonstrator erfolgte etwa zu gleichen Teilen zwischen Rheinmetall und MBDA Deutschland. MBDA war für die Zielerfassung und -verfolgung (Tracking), die Bedienkonsole sowie Anbindung des Demonstrators an das Führungssystem zuständig. Im Verantwortungsbereich von Rheinmetall lagen das Richtsystem, die Strahlführung und der Demonstrator-Container sowie die mechanische beziehungsweise elektrische Integration des Demonstrators auf dem Deck der Fregatte „Sachsen“. Auch die Hochenergie-Laserquelle inklusive deren Peripherie unterstand dem Düsseldorfer Konzern.
Über das Joint Venture seines Unternehmens mit Rheinmetall äußerte sich Thomas Gottschild, Geschäftsführer MBDA Deutschland, wie folgt: „Mit dieser GmbH setzen wir neue Maßstäbe in der Entwicklung und Produktion hochmoderner militärischer Laserwaffensysteme designed und made in Germany.“ Die GmbH manifestiere die Vorteile der langjährigen Zusammenarbeit der beiden Partner und unterstreiche dabei deren Engagement, schnellstmöglich das erfolgreich erprobte maritime Produkt marktverfügbar zu machen und der Bundeswehr insgesamt weitere Abwehrmöglichkeiten gegen Drohnen zur Verfügung zu stellen. Gottschild betonte abschließend: „Durch die Kombination komplementärer und innovativer Kernkompetenzen können wir nun ein technologisch führendes, qualifiziertes und einsatzfähiges Laserwaffensystem für die Deutsche Marine anbieten.“
Ähnlich optimistisch gab sich Roman Köhne, Leiter der Rheinmetall-Division „Weapon and Munition“. Er sagte: „Der Schritt [einer Joint-Venture-Gründung] zeigt, wie gezielte industrielle und technologische Zusammenarbeit in Deutschland zu absoluter Spitzentechnik führen kann.“ Und: „Von Beginn an haben sich beide Partner Rheinmetall und MBDA auf ihre Stärken fokussiert. Deshalb kann zielgerichtet in kurzer Zeit der Bundeswehr ein Produkt angeboten werden, dass in der Summe seiner Eigenschaften einzigartig ist.“ Köhne betonte zugleich, dass von Anfang an auch ein Schwerpunkt auf die Nationalisierung der Technologie gelegt worden sei. Verfolgt worden sei auch das übergeordnete Ziel, in Deutschland langfristig Arbeitsplätze zu erhalten sowie Arbeitsplätze auf- und auszubauen.
Die Aufnahme zeigt den Laserwaffendemonstrator von Rheinmetall und MBDA Deutschland bei der Erprobungskampagne (Juni 2022 bis September 2023) an Bord der Fregatte „Sachsen“.
(Foto: MBDA Deutschland GmbH)
Kleines Beitragsbild: Symboldarstellung „Laser“ aus dem Bildangebot von Pixabay.
(Bild: Ralf Vetterle, SD-Pictures/freie kommerzielle Nutzung, kein Bildnachweis erforderlich)
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Weitere Informationen: https://www.mcd-elektronik.de/fileadmin/assets/downloads/pdf/application-notes/2025_applicationnote-signalanalysis-smart-cables-en_mcd.pdf
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