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Donauwörth/Laupheim. Am Mittwoch vergangener Woche (24. Juni) landeten auf dem Flugplatz Laupheim die ersten beiden Hubschrauber vom Typ H145M LKH SOF. Hinter dem Kürzel verbirgt sich die Bezeichnung „Leichter Kampfhubschrauber Special Operations Forces“. Die H145M LKH SOF werden aus dem Sondervermögen „Bundeswehr“ finanziert.

Die Entscheidung, das in Laupheim stationierte Hubschraubergeschwader 64 und damit die Spezialkräften der Deutschen Luftwaffe mit diesem leichten Kampfhubschrauber auszurüsten, ist im Jahr 2023 getroffen worden. Jetzt sind die ersten beiden von insgesamt geplanten 15 Drehflüglern (perspektivisch sogar 20 bis 25 Maschinen) aus dem Airbus-Werk in Donauwörth nach Laupheim überführt worden. Bis Januar 2028 sollen alle H145M LKH SOF an das Geschwader ausgeliefert werden.

„Ein Meilenstein für die Fähigkeitsentwicklung der Spezialkräfte Luftwaffe“

Mit der Beschaffung hat sich die Bundeswehr bewusst für einen marktverfügbaren Helikopter entschieden. Dieser ist an die Bedürfnisse der Truppe angepasst worden. Durch seine Technologie eignet sich der leichte Kampfhubschrauber für Land- und Seeoperationen. Mit ihm lassen sich bis zu vier Soldaten mit schwerer Ausrüstung getarnt und leise ans Ziel bringen.

Der H145M LKH SOF soll die Einsatzfähigkeit der Luftwaffe bei Spezialoperationen erheblich verbessern. „Dieser Hubschrauber ist ein Meilenstein für die Fähigkeitsentwicklung der Spezialkräfte Luftwaffe“, sagt dazu ein Sprecher des Hubschraubergeschwaders 64. Der H145M LKH SOF kann solo oder im Verband mit anderen Maschinen eingesetzt werden. Zu seinen Hauptaufgaben zählen die Feuerunterstützung und die Luftnahunterstützung. Zudem lassen sich mit dem Hubschrauber Verwundete evakuieren.

Spezialkräfte-Version hat 20mm-Maschinenkanone und 70mm-Raketen

Ein wichtiger Fokus bei der Beschaffung wurde auf die Bewaffnung und die Vernetzungsfähigkeit gelegt. Die Bewaffnung der Spezialkräfte-Version des leichten Kampfhubschraubers der Luftwaffe besteht aus einer 20mm-Maschinenkanone und aus 70mm-Raketen. Der Hubschrauber kann durch ein modernes Kamerasystem zur Aufklärung eingesetzt werden und mit seinem Laser auch Ziele für andere Systeme markieren.

Wir haben in der Vergangenheit immer mal wieder über den militärischen Mehrzweckhubschraubern H145M der Bundeswehr berichtet (beispielsweise hier).


Kompakt                           

Das Hubschraubergeschwader 64 der Deutschen Luftwaffe hat derzeit noch seine Haupteinsatzbasis (mit Stab sowie Technischer und Fliegender Gruppe) auf dem Flugplatz Laupheim. Die Lufttransportgruppe des Geschwaders ist auf dem Fliegerhorst Holzdorf stationiert. In Diepholz gibt es eine Instandhaltungsstaffel, in Bückeburg die Teileinheit „Simulatorbetrieb CH-53“.

Seit dem 1. Juli 2015 ist das Hubschraubergeschwader 64 dem Luftwaffentruppenkommando in Köln-Wahn unterstellt (die Kommandobehörde der Luftwaffe plant, koordiniert und steuert als Truppensteller alle zur Vorbereitung eines Einsatzes von Luftstreitkräften wesentlichen Bereiche).

Im Rahmen der laufenden Neuausrichtung der Bundeswehr übernahm hatte der Laupheimer Verband Anfang 2013 im sogenannten „Fähigkeitstransfer Hubschrauber“ die Transporthubschrauber CH-53G der Heeresfliegertruppe übernommen. Dabei gab das Geschwader der Luftwaffe im Zuge der Bundeswehrstrukturreform und des „Fähigkeitstransfers“ zum Jahreswechsel 2012/2013 seine NH90 und Bell UH-1D an die Heeresflieger ab und übernahm im Gegenzug deren Sikorsky CH-53GA/GE/GS sowie Teile des Personals von den Mittleren Transporthubschrauberregimentern 25 und 15 sowie den Standort Laupheim. Parallel dazu verlegten der Geschwaderstab und der Hauptteil des Geschwaders an diesen Standort, während die am bisherigen Standort Holzdorf verbliebenen Funktionen auf Gruppenstatus herabgestuft wurden.

Ab 2027 soll das Hubschraubergeschwader 64 als Ersatz für die CH-53G neue CH-47F Chinook von Boeing erhalten. Im Zusammenhang mit dem Zulauf der Chinooks soll Holzdorf zukünftig die Haupteinsatzbasis des Geschwaders werden. Die Planung sieht vor, dort 47 Hubschrauber des neuen Typs in drei fliegenden Einsatzstaffeln zu stationieren. Die Aufgaben dieser Staffeln werden der Lufttransport, die Unterstützung von luftbeweglichen Operationen und Combat Search and Rescue sein.

Am Standort Laupheim soll schließlich mit Weggang des Geschwaderstabes eine vorgeschobene Einsatzgruppe „Special Operations Forces Air“ (SOF Air) mit einem separaten Stabsanteil für Spezialeinsätze aufgestellt werden. Neben einer Einsatzstaffel mit 12 CH-47F wird diese Gruppe eine Einsatzstaffel mit 20 (perspektivisch 25) H145M LUH SOF führen.


Zu unserem Bildmaterial:
1. und 2. Überführung der ersten beiden leichten Kampfhubschrauber H145M LKH SOF für die Spezialkräfte Luftwaffe vom Airbus-Werk in Donauwörth nach Laupheim.
(Fotos: Cora Mohrdieck/Bundeswehr)

3. Einen Teil der Strecke wurden die beiden neuen Kampfhubschrauber (rote Kreise) von zwei „normalen“ H145M des Hubschraubergeschwader 64 nach Laupheim eskortiert.
(Foto: Cora Mohrdieck/Bundeswehr)

Kleines Beitragsbild: Die beiden Maschinen H145M LKH SOF treffen auf dem Flugplatz Laupheim ein.
(Foto: Cora Mohrdieck/Bundeswehr)


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