Köln-Porz/Oberding. Die in Köln ansässige Deutz AG startet im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit der ARX Robotics GmbH (Oberding nahe München) die industrielle Serienfertigung des „Gereon“, einem unbemannten Bodensystem für den Einsatz im Gefechtsfeld. Die Systeme sollen an die Ukraine geliefert werden. ARX Robotics ist ein europäisches Defense-Tech-Unternehmen, das die nächste Generation unbemannter, softwaredefinierter Verteidigungssysteme im Landbereich entwickelt. Im Oktober 2025 hatten Deutz und ARX ihre Partnerschaft unterzeichnet.
Marco Herre, CEO der Business Unit „Defense“ bei der Deutz AG, äußerte sich zum geplanten Produktionsbeginn. Er sagte: „Neben technologischem Know-how im Antriebssegment ist das industrielle Skalierungspotential eine zentrale Stärke von Deutz. Für die Auslieferung des ,Gereon‘ an die Ukraine fahren wir die Produktion in unserem Ulmer Werk hoch.“ Aus der Partnerschaft mit ARX Robotics entstehe so ein konkreter Beitrag zur Stärkung der europäischen Verteidigungspolitik durch die Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte, so Herre.
Die Produktion soll in wenigen Wochen anlaufen, die Lieferung erster „Gereon“-Systeme aus der Produktion in Ulm bereits im Spätsommer an die Ukraine erfolgen.
Marc Wietfeld, Mitgründer und CEO von ARX Robotics, erklärte: „Der Krieg in der Ukraine zeigt, dass Europas Verteidigungsfähigkeit sich nicht nur durch Innovation, sondern auch durch industrielle Skalierung entscheidet. ARX Robotics und Deutz bauen die Brücke zwischen militärischer Innovation und industrieller Massenskalierung. Gemeinsam wollen
wir den Aufbau dieser Fähigkeiten beschleunigen.“
Die strategische Partnerschaft zielt – neben der schnellen, industriellen Skalierung – darauf ab, die Antriebssysteme von Deutz in unbemannten Landsystemen von ARX Robotics zu integrieren und zum Einsatz zu bringen. Dabei handelt es sich um batterieelektrische Antriebe sowie perspektivisch auch um kleinere Verbrenner- oder Hybridantriebe. Die beiden Partner wollen nun eine Schnittstelle entwickeln, die die KI-getriebene Softwareplattform „Mithra OS“ von ARX mit Deutz-Antrieben verbindet.
Deutz will zudem über seine Geschäftsbereiche „Energy“ und „NewTech“ Energie-Infrastruktur im Feld bereitstellen. Dazu gehören neben Stromgeneratoren und Speicherlösungen auch Wechselbatterien. ARX Robotics wird ferner auf das globale Produktions- und Servicenetzwerk von Deutz zugreifen können, was die Skalierbarkeit und Servicefähigkeit der Lösungen entscheidend erhöhen soll. Große Aufträge könnten so schneller realisiert werden.
Darüber hinaus will Deutz mit seiner Business Unit „Defense“ strategisch den Rüstungsmarkt erschließen. Neben der Lieferung von Verbrennermotoren für militärische Anwendungen zählen Akquisitionen und Partnerschaften – insbesondere in den Bereichen militärischer Drohnen, autonomer Militärfahrzeuge und dezentraler Stromerzeugung – zu den zentralen Handlungsfeldern.
Übrigens: Wir haben in der Vergangenheit bereits mehrfach über die ARX Robotics GmbH und deren enge Verbindung zur Deutz AG berichtet, beispielsweise hier oder hier.
ARX Robotics wurde 2022 gegründet und zählt heute nach eigener Einschätzung „zu den führenden europäischen Entwicklern von unbemannten Bodenfahrzeugen und softwaredefinierter Verteidigungsinfrastruktur der nächsten Generation“. Das Unternehmen stärkt die Fähigkeiten von Landstreitkräften durch schnell einsetzbare autonome Systeme und modernisiert bestehende Plattformen mithilfe seines KI-gestützten Betriebssystems „Mithra OS“. Die Systeme von ARX Robotics befinden sind bereits bei mehreren europäischen Streitkräften im Einsatz und stellen die größte vernetzte UGV-Flotte eines westlichen Herstellers in der Ukraine dar (Anm.: UGV = Unmanned Ground Vehicle/unbemanntes Bodenfahrzeug).
Deutz hat sich in den letzten Jahren vom Hersteller klassischer Antriebe zum Systemanbieter innovativer und nachhaltiger Mobilitäts- und Energielösungen entwickelt. 1864 gegründet, gilt das bis heute in Köln ansässige Unternehmen als älteste Motorenfabrik der Welt. Kern der Geschäftstätigkeit ist weiterhin die Entwicklung, Produktion und Vertrieb leistungsstarker Antriebssysteme für Off-Highway-Anwendungen, ergänzt durch alternative Antriebslösungen sowie dezentrale Energie- und Stromerzeugungssysteme, mit denen Deutz zur Transformation der Mobilitäts- und Energieversorgung beiträgt. Deutz-Lösungen kommen unter anderem in Bau- und Landmaschinen, Material-Handling-Anwendungen wie Gabelstaplern oder Hebebühnen, stationären Anlagen wie Stromerzeugungsaggregaten sowie Nutz- und Schienenfahrzeugen zum Einsatz. Ein umfassendes Serviceangebot, das sich von der Wartung und Reparatur über den Ersatzteilehandel bis hin zum Remanufacturing erstreckt und durch digitale, datenbasierte Services kontinuierlich erweitert wird, komplettiert das Produktportfolio. Mit rund 1250 Vertriebs- und Servicestandorten in fast 180 Ländern bietet Deutz seinen Kunden ein integriertes Angebot aus einer Hand. Das Kölner Unternehmen beschäftigt weltweit rund 6000 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von gut zwei Milliarden Euro.
Zu unserem Bildmaterial: Deutz und ARX Robotics stärken durch ihre Kooperation insgesamt ihre Position im wachsenden Ökosystem unbemannter Verteidigungssysteme. Die Produktion des „Gereon“ soll in wenigen Wochen anlaufen und die Lieferung erster Systeme aus der Produktion in Ulm bereits im Spätsommer an die Ukraine erfolgen.
(Fotos: Deutz AG)
Kleines Beitragsbild: UGV „Gereon“ – die modulare Plattform kann im zivilen und im militärischen Umfeld eingesetzt werden.
(Foto: ARX Robotics)
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