Berlin/Koblenz/Kiel. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am heutigen Donnerstag (8. Oktober) in seiner 48. Sitzung grünes Licht für die Beschaffung von vier weiteren Fregatten des Typs MEKO® A-200 DEU gegeben, die ersten vier hatte der Ausschuss bereits im Juli gebilligt. Die Folgebeschaffung für die Deutsche Marine setzt die begonnene Serienfertigung konsequent fort. Auftragnehmer ist die Kieler TKMS (vormals ThyssenKrupp Marine Systems). Der Marineschiffsbauer will auch diesmal auf bestehende Lieferketten und eine breite Einbindung der deutschen maritimen Industrie setzen.
Die Marine hatte sich nach Einstellung des Projekts „Fregatte 126“ für die MEKO-Beschaffung als Ersatzlösung ausgesprochen (siehe hier). Die insgesamt acht neuen deutschen Kriegsschiffe tragen die Bezeichnung „MEKO® A-200 DEU“ oder „Fregatte 128“. Ihr Aufgabenschwerpunkt wird auf der U-Jagd liegen. Die erste Einheit soll den Planungen zufolge im Dezember 2029 an die Teilstreitkraft übergeben werden.
Nach Medienberichten summieren sich die Bauverträge für die neuen MEKO-Fregatten auf etwa 11,6 Milliarden Euro: 6,3 Milliarden für die erste Bestellung (einschließlich der Anpassung an deutsche Anforderungen) sowie 5,3 Milliarden für die zweite Bestellung.
Oliver Burkhard, CEO von TKMS, äußerte sich unmittelbar nach Bekanntwerden des Ausschussergebnisses. Er sagte: „Die Entscheidung des Haushaltsausschusses ist für uns ein starkes Vertrauenssignal. Wir sind bei dem Fregatten-Projekt ,MEKO® A-200 DEU‘ frühzeitig in Vorleistung gegangen und haben gemeinsam mit unseren Partnern die Voraussetzungen für eine schnelle Serienfertigung geschaffen. Jetzt können wir die Serie zügig fortsetzen und damit einen wichtigen Beitrag leisten, eine drohende Fähigkeitslücke der Deutschen Marine schnellstmöglich zu schließen.“
Mit den schon beauftragten vier Fregatten ist das Programm bereits in die Umsetzung gegangen. Es handelt sich nach Angaben von TKMS um den größten Überwasser-Auftrag in der Geschichte des norddeutschen Unternehmens. Die erste Fregatte soll – wie zuvor erwähnt – Ende 2029 an die Deutsche Marine übergeben werden, die weiteren Einheiten sollen nach aktueller Planung in einem engen Liefertakt folgen.
In einer Pressemitteilung von TKMS heißt es zudem: „Die Bewilligung der vertraglich zugesicherten Option und die damit verbundene Erweiterung auf insgesamt acht Fregatten MEKO® A-200 DEU schaffen zugleich die Voraussetzung für eine langfristig angelegte, nachhaltige Serienfertigung auf deutschen Werften.“ Die damit verbundene Planungssicherheit – so der Kieler Auftragnehmer weiter – ermögliche es der Industrie, Kapazitäten und Lieferketten verlässlich auf den langfristigen Bedarf auszurichten und so die von der Marine geforderten Liefertermine einzuhalten.
Der Pressetext schließt mit der Einschätzung: „Die vier zusätzlichen Fregatten können unmittelbar auf den etablierten Strukturen, Prozessen und Lieferketten des laufenden Programms aufbauen. Dadurch lässt sich die Produktion ohne grundlegende Änderungen fortführen und langfristig absichern. [Es wird außerdem] weiterhin geprüft, wie durch das Ende des ,F126-Programms‘ frei gewordene Kapazitäten bei Werften und Zulieferunternehmen nun sinnvoll und im Rahmen der vertraglichen Vorgaben des Auftraggebers eingebunden werden können.“
Zu Jahresbeginn, im Januar, hatte TKMS mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr zunächst einen Vorvertrag für das Beschaffungsvorhaben „Fregatte 128“ unterzeichnet. Danach konnten unter anderem Fertigungskapazitäten bei Unterauftragnehmern und Lieferanten reserviert und Material, Anlagen und Geräte für die MEKO-Produktion geordert werden.
Unser Bildmaterial zeigt, wie die acht neuen Fregatten MEKO® A-200 der Deutschen Marine, die ab Ende 2029 ausgeliefert werden sollen, am Schluss aussehen könnten.
(Illustrationen: TKMS GmbH)
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