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Flensburg/Altensteig-Wart. Am heutigen Montag (17. August) stellte das Unternehmen Flensburg Technology Systems (FTS) im baden-württembergischen Altensteig-Wart (Landkreis Calw) offiziell das erste Nachweismuster des neuen leichten luftlandefähigen Einsatz- und Gefechtsfahrzeugs Tahr vor. Hier, im DEKRA Congress Center Wart, findet derzeit im Zeitraum 15. bis 17. September das 10. KSK-Symposium „Rüstung“ statt, das sich erneut mit Fragen der Beschaffung und der zukünftigen Ausrüstung für die Spezialkräfte befasst. Die Veranstaltung, zu der der Bereich „Weiterentwicklung“ des Kommandos Spezialkräfte einlädt, feiert nicht nur ihr „Zehnjähriges“. In diesem Jahr begeht auch das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr selbst sein 30-jähriges Bestehen – das KSK war am 20. September 1996 in der Graf-Zeppelin-Kaserne in Calw aufgestellt worden.

Das neue Luftlande-Einsatz- und Gefechtsfahrzeug Tahr (Bundeswehr-Bezeichnung: le LL EGF SpezKr Tahr) wurde präsentiert von der FTS-Geschäftsführung und Brigadegeneral Andreas Kühne, Kommandeur des Kommandos Spezialkräfte. Das taktische Tahr-Fahrzeug basiert auf der israelischen ZD-Plattform aus der Z-Fahrzeugfamilie des Herstellers IAI/ELTA Systems.

FTS ist ein im November 2023 gegründetes Joint Venture der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH (FFG) und der ELTA Systems Ltd. aus Israel.

Vorstellung des ersten Vorserienfahrzeugs noch vor dem vereinbarten Zeitplan

Im Oktober 2025 hatte das Koblenzer Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) FTS in einem Rahmenvertrag mit der Herstellung und Lieferung von „bis zu 200 leichten Luftlande-Einsatz-/Gefechtsfahrzeugen (le LL EGF) und leichten Luftlande-Unterstützung-/Gefechtsfahrzeugen (le LL UGF) Tahr“ beauftragt. In einem ersten Abruf wurden zunächst 40 EGF und 14 UGF bestellt. Die ersten Tahr sollen Anfang 2027 von der Bundeswehr übernommen werden. Der Zulauf aller 54 4×4-Fahrzeuge soll schließlich bis Ende 2028 erfolgen.

In einer heute veröffentlichten Pressemitteilung schreibt das deutsch-israelische Joint Venture FTS: „Die Vorstellung des ersten Vorserienfahrzeugs erfolgt nun noch vor dem vereinbarten Zeitplan und zeigt die lösungs- und zielorientierte Zusammenarbeit zwischen [uns] und dem [späteren] Nutzer, dem Kommando Spezialkräfte.“

Hubschrauber CH-47F Chinook kann zwei Tahr-Fahrzeuge transportieren

Der Tahr, dessen Name sich aus der Tierwelt ableitet (dazu später mehr), basiert in seinen Ausführungen als leichtes Luftlande-Einsatz- und Gefechtsfahrzeug und leichtes Luftlande- Unterstützungsfahrzeug auf einer bereits einsatzerprobten sowie etablierten hochmobilen und geländegängigen israelischen Basisplattform, welche in kürzester Zeit für die einsatzspezifischen Anforderungen des KSK weiterentwickelt worden ist.

Im FTS-Pressetext heißt es dazu weiter: „Das heute präsentierte neue Einsatz- und Gefechtsfahrzeug ist ein offenes Gesamtkonzept, welches dem Nutzer aus dem Fahrzeugsystem heraus eine gute Wahrnehmungsmöglichkeit über sein direktes Umfeld bietet und zusätzlich die Aufnahme von verschiedenen Waffensystemen ermöglicht. Dank seiner flexiblen Konstruktion können zwei Systeme des Tahr gleichzeitig im Inneren eines Hubschraubers CH-47F Chinook transportiert werden. Unmittelbar nach der Anlandung und dem Verlassen des Luftfahrzeugs kann in sehr geringer Zeit die volle Gefechtsbereitschaft hergestellt werden, welches eine elementare Anforderung des KSK darstellt.“

Weltweit und unter allen Bedingungen Spezialkräfteoperationen durchführen

KSK-Kommandeur Andreas Kühne, der im Oktober 2025 die Leitung der Spezialeinheit der Bundeswehr übernommen hat, äußerte sich beim 10. KSK-Symposium ausführlich über das neue Fahrzeug für seine Truppe. Es sagte unter anderem: „Das KSK hat den Auftrag, weltweit und unter allen Bedingungen Spezialkräfteoperationen erfolgreich durchzuführen. Hierfür benötigt der Verband mit seinen Einheiten nicht nur eine hohe Mobilität, sondern auch eine Varianz in geeigneten Verbringungsarten je nach Lage, Auftrag und Gelände. Mit dem Tahr bekommen wir ein Einsatz- und Gefechtsfahrzeug, dass luftverladbar und in jedem Gelände einsatzbereit ist. Es ist uns gemeinsam gelungen, dieses für das KSK wichtige Rüstungsprojekt so voranzutreiben, dass das erste Nachweismuster schon innerhalb eines Jahres präsentiert werden kann.“

Jörg Kamper, FTS-Geschäftsführer, äußerte sich ebenfalls nach der Vorführung des Tahr in Wart. Er betonte: „Wir sind stolz, mit der Präsentation des ersten Nachweismusters noch vor Terminplan einen direkten Beitrag zur Einsatzbereitschaft des KSK leisten zu können. Die Realisierung dieses Beschaffungsprojekts ist nur möglich, wenn alle involvierten Parteien – FTS, BAAINBw und KSK – gemeinsam an einem Strang ziehen.“

Der Fahrzeugname steht für Geländegängigkeit und für Beweglichkeit

Abschließend – wie angekündigt – zur Namensgebung für das neue Luftlande-Einsatz- und Gefechtsfahrzeug der KSK-Soldaten: Der Tahr ist eine mit Ziegen und Schafen gleichermaßen verwandte Gattung. Die Tahre umfassen mit dem Himalaya-Tahr (Hemitragus jemlahicus) in der Himalaya-Region, dem Nilgiri-Tahr (Nilgiritragus hylocrius) im südlichen Indien und dem Arabischen Tahr (Arabitragus jayakari) auf der Arabischen Halbinsel insgesamt drei Arten. Der Name für das leichte Bundeswehr-Fahrzeug steht gleichsam für die Geländegängigkeit und für die Beweglichkeit der zuvor aufgelisteten Ziegenartigen.

Wir haben über das KSK-Spezialfahrzeug und das Joint Venture FTS bereits am 17. August dieses Jahres berichtet – siehe hier.


Zu unserer Bildserie: Nachdem der Haushaltsausschuss des Bundestages am 8. Oktober 2025 insgesamt 32 Millionen Euro für die Beschaffung von zunächst 54 leichten Luftlande-Einsatz- und Gefechtsfahrzeugen Tahr bewilligt hatte, beauftragte das BAAINBw in einem nächsten Schritt das Joint-Venture-Unternehmen Flensburg Technology Systems (FTS) mit der Herstellung und Lieferung. Das 32-Millionen-Budget verteilt sich auf 40 Einsatz-/Gefechtsfahrzeuge und 14 Unterstützungsfahrzeuge. Hinzu kommen Sonderwerkzeuge, Diagnosetools und Ersatzteile. Die Aufnahmen zu diesem Beitrag zeigen das erste Nachweismuster, das während des 10. KSK-Symposiums in Altenstieg-Wart vorgeführt wurde. Drittes Bild: Brigadegeneral Andreas Kühne, Kommandeur der Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr, vor dem neuen Tahr-Fahrzeug.
(Fotos: FTS)


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