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Hamburg. Sicherheit und Resilienz werden für die maritime Wirtschaft immer wichtiger. Auch Dekarbonisierung (die schrittweise Abkehr von fossilen Brennstoffen), Digitalisierung und Wettbewerbsfähigkeit sind weiterhin zentrale Herausforderungen. Am heutigen Dienstag (1. September) startete in Hamburg unter dem Leitmotto „Driving the Maritime Transition“/„Den maritimen Wandel vorantreiben“ die globale Leitmesse „Shipbuilding, Machinery & Marine Technology“, kurz SMM. Die Fachmesse wird seit 1963 von der Hamburg Messe und Congress GmbH ausgerichtet und findet alle zwei Jahre statt.

Die Nachfrage zur SMM 2026 war schon lange vor Messebeginn groß – die viertägige Veranstaltung (1. bis 4. September) war im Vorfeld früh für Aussteller ausgebucht. Claus Ulrich Selbach, verantwortlich bei der Hamburg Messe und Congress für den Bereich „Exhibitions Maritime & Energy“, sagte bei einer Vorab-Pressekonferenz: „Wir erwarten in der ersten September-Woche mehr als 2300 Aussteller und rund 50.000 Teilnehmer aus 120 Nationen in Hamburg“. Als Weltleitmesse der maritimen Industrie sei die SMM weit mehr als eine klassische Messe, so Selbach weiter. Sie sei quasi eine Pflichtveranstaltung für die globale Schiffbau- und Schifffahrts-Community, die gleichzeitig Menschen aus aller Welt verbinde.

Bundeskanzler Merz übernahm Schirmherrschaft über die Messe

Bei der SMM kommen internationale Entscheider aus Industrie, Politik, Wissenschaft sowie internationalen Organisationen zusammen, um zentrale Zukunftsfragen zu diskutieren, technologische Lösungen voranzubringen und strategische Partnerschaften zu schließen – auf Konferenzen, an Messeständen und in kuratierten Networking-Formaten.

Selbach erinnerte daran: „Die Schirmherrschaft von Bundeskanzler Friedrich Merz über die SMM 2026 unterstreicht die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Relevanz dieser traditionsreichen Messe.“

Aktuelle und zukünftige Herausforderungen für die maritime Sicherheit

Eingebettet in die diesjährige SMM war die MS&D, die „Maritime Security & Defence Conference“/„Internationale Konferenz & Expo für maritime Sicherheit & Verteidigung“. Die MS&D bringt stets hochrangige Vertreter aus Militär, Politik, Industrie und Wissenschaft zusammen und befasst sich mit aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der maritimen Sicherheit sowie unter anderem mit Fragen der europäischen Verteidigungsbeschaffung und technologischen Entwicklungen.

Seit 2025 wird die Fachkonferenz (mit Ausstellung) jährlich ausgerichtet und festigt – so die Veranstalter – damit „ihre Rolle als europäische Plattform für Dialog, Innovation und Zusammenarbeit“. In „SMM-Jahren“ findet die MS&D in Hamburg gemeinsam mit der SMM statt, in den Zwischenjahren als eigenständige Fachkonferenz (siehe hier).

Redaktioneller NACHBRENNER I

Die MS&D Conference & Expo fand im Zeitraum 3. und 4. September in der neuen Naval Hall B8 der Hamburger Messe statt. Einen besonderen Höhepunkt setzte hier am Donnerstag (3. September) Vizeadmiral Jan Christian Kaack, Inspekteur der Deutschen Marine. Kurz vor seinem Abschied aus dem Amt hielt Kaack bei der MS&D eine Grundsatzrede zur aktuellen sicherheitspolitischen Lage und zur Zukunft der Deutschen Marine. Im Anschluss daran interviewte ihn vor den Konferenzteilnehmern Sarah Kirchberger, Direktorin des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (bekannt auch unter dem Kürzel „ISPK“).

Claus Ulrich Selbach von der Hamburg Messe und Congress sagte über das Veranstaltungsformat in Halle B8: „Mit der nun jährlich stattfindenden MS&D geben wir dem Thema ,maritime Sicherheit‘ auf der SMM deutlich mehr Gewicht. Die hochkarätige zweitägige MS&D-Konferenz bleibt dabei das inhaltliche Herzstück. Neu ist, dass wir sie mit der MS&D Expo und dem viertägigen Programm auf der Naval Stage über die gesamte Laufzeit der SMM flankieren. Damit bauen wir diesen Bereich konsequent aus.“

Den Debatten-Auftakt am Donnerstag bildete das Panel 1 zum Thema „Europe’s Maritime Capabilities“. Es folgten Panel 2 „Maritime Warfare Requirements“ und Panel 3 „The Underwater Domain“.

Redaktioneller NACHBRENNER II

Am Freitag (4. September) eröffnete Vizeadmiral Carsten Stawitzki, Nationaler Rüstungsdirektor und Abteilungsleiter „Rüstung“ im Bundesministerium der Verteidigung, das Konferenzprogramm in der Naval Hall mit einer Keynote. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen standen dabei aktuelle Anforderungen an Ausrüstung und Beschaffung der Bundeswehr.

Auch weitere europäische Marinen waren hochrangig vertreten: so die Französische Marine mit Konteradmiral Rémi Thomas (Deputy Chief of Naval Staff for Plans and Programs) und die Königlich Niederländische Marine mit Konteradmiral Jeroen Hodes (Directie Materiële Instandhouding, DMI/Direktor für Materialerhaltung).

Wie breit das Spektrum maritimer Sicherheit mittlerweile ist, zeigte anschließend das Panel 4 „Current Developments of Maritime Security“, an dem auch Kapitän zur See Sebastian Hamann vom Operativen Führungskommando der Bundeswehr teilnahm

Zum Abschluss richtet die Konferenz den Blick auf bemannte und unbemannte Systeme. An der Diskussionsrunde des Panels 5 „Manned and Unmanned Systems“ beteiligte sich unter anderem Konteradmiral Christian Bock, Leiter des Innovationszentrums der Bundeswehr. Eine der Fragestellungen hier war die Entwicklung neuer maritimer Fähigkeiten mit Hilfe autonomer und unbemannter Technologien und die Rolle der Zusammenarbeit zwischen Streitkräften und Technologieunternehmen.


Zu unserer Bildsequenz:
1. Das Wahrzeichen der SMM: ein fast 36 Tonnen schwerer Schiffspropeller vor den Hamburger Messehallen. Seit vielen Jahren gehören derartige Propeller von Mecklenburger Metallguss (MMG) zum vertrauten Bild der maritimen Veranstaltung. Das diesjährige Schwergewicht wurde bereits am 27. August auf dem Messeplatz aufgestellt.
(Foto: Rene Zieger/Hamburg Messe und Congress)

2. und 3. Aufnahmen vom Eröffnungstag der SMM 2026, dem 1. September.
(Fotos: Rene Zieger/Hamburg Messe und Congress)

4. Am 3. September 2026 hielt Vizeadmiral Jan Christian Kaack, Inspekteur der Deutschen Marine, seine Abschiedsrede. In wenigen Wochen wird er in den Ruhestand gehen, sein Nachfolger als Marineinspekteur soll Konteradmiral Wilhelm Tobias Abry werden.
(Foto: Rene Zieger/Hamburg Messe und Congress)

5. Die begleitende MS&D Expo präsentiert während des gesamten Messezeitraums Technologien, Systeme und Lösungen für maritime Sicherheit und Verteidigung.
(Foto: Romanus Fuhrmann/Hamburg Messe und Congress)

Kleines Beitragsbild: Der Propeller ist kein eigens für die 2026er-Messe gefertigtes Exponat. Das Unternehmen MMG hat ihn in Waren (Müritz) für ein Containerschiff der südkoreanischen Reederei Korea Marine Transport Co. Ltd. entwickelt und gefertigt. Nach seinem Auftritt bei der SMM soll das riesige Teil den bisherigen Schiffspropeller des Schiffes ersetzen.
(Foto: Jan Wagner/Hamburg Messe und Congress)


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