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Düsseldorf/Truppenübungsplatz Bergen. Das Minen- und Sperrenräumsystem Keiler Next Generation (NG) von Rheinmetall war am Mittwoch dieser Woche (14. August) live im Einsatz zu sehen. Zu der Leistungsschau auf dem Truppenübungsplatz Bergen im Südteil der Lüneburger Heide waren rund 100 Beobachter aus dem In- und Ausland eingeladen. Die Gäste kamen vor allem aus verschiedenen Streitkräften, Beschaffungsbehörden und aus der Industrie.

In einem ersten Abschnitt demonstrierte der Keiler NG das rasche Anlegen von Minengassen im Gelände. Dabei kam der Pearson-Minenpflug zum Einsatz, eine Entwicklung der britischen Firma Pearson Engineering (Hauptsitz Newcastle upon Tyne).

Der mehr als vier Meter breite Minenpflug schafft eine Minenräumgeschwindigkeit von bis zu 250 Metern in der Minute. Er kann innerhalb kurzer Zeit durch einen Räumschild ausgetauscht werden. Somit kann der Keiler NG bei Bedarf auch Panzersperren räumen, Gräben zuschütten oder Stellungen schieben.

Einsatz des raketengestützten Sprengschnursystems „Plofadder“

Höhepunkt der Vorführung in Bergen bildete der zweite Abschnitt, bei dem das raketengestützte Sprengschnursystem „Plofadder“ zum Einsatz kam. Plofadder von Rheinmetall Denel Munition kann in Minutenschnelle eine Bresche von 160 Metern Länge und neun Metern Breite in Minensperren und Hindernisse schlagen. Überlappend geschossen ermöglichen die beiden Plofadder-Systeme des Keiler NG damit das Überwinden tief angelegter feindlicher Minensperren.

Rheinmetall Denel Munition (Pty) Ltd. ist eine Tochtergesellschaft der Rheinmetall Waffe Munition GmbH (Beteiligung 51 Prozent) und der Denel (Pty) Ltd. (Hauptsitz Somerset West/Cape Town in Südafrika).

Magnetfeldduplikator gegen Minen der zweiten Generation

Der Keiler NG ist neben Minenpflug und Plofadder-Sprengschnursystem noch mit einem Magnetfeldduplikator ausgestattet, der Minen der zweiten Generation weit vor dem Pflug zur Detonation bringt. Ein integriertes Gassen-Markierungssystem kennzeichnet für die nachrückenden Kräfte außerdem die geschaffenen Minengassen; dies hilft der Truppe vor allem bei eingeschränkter Sicht oder in der Nacht.

Der auf der Pariser Fachmesse Eurosatory 2024 im Juni erstmals der Öffentlichkeit vorgestellte Keiler NG verfügt darüber hinaus über einen integrierten Kran, der unter anderem zum Be- und Entladen der Plofadder-Munitionskisten genutzt wird.

Minenräumer basiert auf dem Fahrgestell des Pionierpanzers Kodiak

Zum Selbstschutz ist der Keiler NG mit dem Schnellnebelschutzsystem ROSY (siehe auch hier) und der fernbedienbaren Waffenstation Natter 12.7 ausgestattet. Die Keiler-Besatzung besteht aus zwei Soldaten. Die Möglichkeit des fernbedienbaren Einsatzes ist in dem Systemkonzept bereits ebenso berücksichtigt wie die Einrüstung eines abstandsaktiven Schutzsystems und die Vernetzung auf dem digitalisierten Gefechtsfeld.

Der Keiler NG basiert auf dem Fahrgestell des Pionierpanzers Kodiak und gehört damit zur Leopard-2-Familie. Dies trägt zum einen zur hohen Agilität dieses insgesamt 63 Tonnen schweren Fahrzeugs bei (Höchstgeschwindigkeit 65 km/h, Kletterfähigkeit 90 Zentimeter, Steigfähigkeit 60 Prozent, Grabenüberschreitfähigkeit mehr als 2,50 Meter). Zum anderen wirkt sich die Zugehörigkeit zur LeoBen-Gemeinschaft positiv auf Interoperabilität, Logistik und Ausbildung aus (Anm.: Unter „LeoBen-Gemeinschaft“ versteht man die Nutzerstaaten des Waffensystems Leopard).

In einer von Rheinmetall zur Demonstration auf dem Truppenübungsplatz herausgegebenen Pressemitteilung heißt es zum Schluss: „Vorhandene Pionierpanzer Kodiak lassen sich durch Ausrüstungskits in eine Keiler-nahe Konfiguration umrüsten; bestehende Nachweisführungen des Kodiak beschleunigen die Einsatzreife des Keiler NG.“


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Die Aufnahme zeigt einen Minenräumpanzer Keiler Next Generation (NG) im Einsatz.
(Foto: Rheinmetall AG)


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