Düsseldorf/Kraków (Polen)/Neuss. Der Technologie- und Rüstungskonzern Rheinmetall und das polnische Deep-Tech-Unternehmen SATIM Monitoring Satelitarny haben eine Kooperation vereinbart und dazu einen Technologie-Liefervertrag unterzeichnet. Bei der deutsch-polnischen Zusammenarbeit geht es im Kern um die Unterstützung eines satellitengestützten Aufklärungsprogramms für die deutschen Streitkräfte. SATIM wird künftig als Zulieferer für Rheinmetall bei der Bereitstellung von Fähigkeiten im Bereich „Informationsgewinnung, Überwachung und Aufklärung“ (ISR) für die Bundeswehr fungieren.
SATIM entwickelt Lösungen zur automatischen Analyse von Radarsatellitenbildern mithilfe künstlicher Intelligenz. Diese Technologie wandelt große Mengen komplexer SAR-Daten in verwertbare Informationen um und beliefert Kunden aus den Bereichen „Verteidigung“, „Sicherheit“ und „Nachrichtendienste“ weltweit (SAR = Synthetic Aperture Radar).
Die Vereinbarung unterstützt das Satellitenaufklärungsprogramm SPOCK 1, das Rheinmetall ICEYE Space Solutions für die Bundeswehr bereitstellt (die Rheinmetall ICEYE Space Solutions GmbH, kurz RISS, hat ihren Sitz im nordrhein-westfälischen Neuss; es ist ein Joint Venture von Rheinmetall mit 60 Prozent und dem finnischen Satellitenspezialist ICEYE, 40 Prozent). SATIM bringt seine Technologie als Lieferant innerhalb der Europäischen Union ein, wobei Rheinmetall das System unabhängig in Deutschland betreiben wird.
Timo Haas, Chef von Rheinmetall Electronics, äußerte sich nach der Vertragsunterzeichnung wie folgt: „Unsere Partnerschaft mit SATIM stärkt unsere Fähigkeiten und unsere Präsenz in einem zunehmend digitalen und vernetzten Gefechtsraum. Damit ist sie ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Umsetzung der Strategie von Rheinmetall. Durch die Kombination unserer Expertise und Technologien bieten wir unseren Kunden die Basis für schnellere, datengestützte Entscheidungen und ein überlegenes Situationsbewusstsein. Diese Zusammenarbeit ist ein weiteres Beispiel für innovative und einsatzbereite Lösungen, die schnell umgesetzt werden können.“
Jacek Strzelczyk, CEO von SATIM, erklärte: „Der Vertrag zwischen SATIM und Rheinmetall verbindet die Agilität und Innovationskraft eines Deep-Tech-Unternehmens mit der Größe und Missionserfahrung eines globalen Verteidigungsunternehmens. Gemeinsam werden wir effektive Lösungen liefern, die die nationalen Sicherheitsprioritäten Deutschlands unterstützen und die Verteidigungsfähigkeiten der Alliierten stärken.“
In einer Rheinmetall-Pressemitteilung heißt es abschließend, der Technologie-Liefervertrag vereine Rheinmetalls Systemintegrationskompetenz und etablierte Position auf dem deutschen Verteidigungsmarkt mit SATIMs KI-basierten Datenanalysefähigkeiten. „Die Zusammenarbeit soll das Situationsbewusstsein verbessern, fundierte Entscheidungen unterstützen und zeitnahe operative Reaktionen in einem komplexen und sich ständig verändernden Sicherheitsumfeld ermöglichen“, so der Pressetext weiter.
SAR ist das englische Akronym für „Synthetic Aperture Radar“, was so viel bedeutet wie Radar mit synthetischer Apertur beziehungsweise Öffnungsweite. Es handelt sich um ein aktives Mikrowellen-Abbildungsverfahren, das üblicherweise von Satelliten oder luftgestützten Plattformen eingesetzt wird. Anfänglich für militärische Anwendungen entwickelt, hat sich SAR heute vor allem in der zivilen Erdbeobachtung fest etabliert.
SAR ist eine Art der aktiven Datenerfassung, bei der ein Sensor seine eigene Energie erzeugt und dann die Menge dieser Energie aufzeichnet, die nach der Wechselwirkung mit der Erde zurückgeworfen wird. Während optische Bilder der Interpretation eines Fotos ähneln, erfordern SAR-Daten eine andere Denkweise, da das Signal stattdessen auf Oberflächenmerkmale wie Struktur und Feuchtigkeit reagiert.
Die Grafik steht für das Thema „SAR-Weltraumaufklärung.“
(Bild: Rheinmetall ICEYE Space Solutions GmbH)
Kleines Beitragsbild: SATIM-Eigenwerbung von der firmeneigenen Homepage.
(Bild: nr)
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Weitere Informationen: https://www.mcd-elektronik.de/fileadmin/assets/downloads/pdf/application-notes/2025_applicationnote-signalanalysis-smart-cables-en_mcd.pdf
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