menu +

Nachrichten



Berlin/Stockholm (Schweden). Die Berliner Hightech-Firma STARK Defence, die momentan mit der Bundeswehr intensiv im Austausch wegen der möglichen Lieferung von Kampfdrohnen für die Litauen-Brigade steht, wird als erstes deutsches Rüstungsunternehmen eine eigene Dependance in Schweden eröffnen. STARK setzt damit ein Zeichen für die deutsch-nordische Kooperation im Verteidigungsbereich. Die Eröffnung der Niederlassung am Standort Stockholm ist dem Unternehmen zufolge „der nächste Meilenstein in der Entwicklung des Start-ups und folgt auf die Wachstumsphase, in der der Personalbestand von 120 auf 400 Beschäftigte angewachsen ist“.

STARK hat den Ruf, das am schnellsten wachsende Defence-Tech-Unternehmen Europas zu sein. Mit der Ausweitung seiner Geschäftsaktivitäten in den nordischen Raum will STARK einen bedeutenden Stützpunkt für die Elektronische Kampfführung (Electronic Warfare, EW) etablieren und dabei zugleich – so eine Pressemitteilung der Berliner – „sein Engagement für den Ausbau enger sicherheits- und innovationspolitischer Partnerschaften in Nordeuropa unterstreichen“.

Die Expansion knüpft STARK zufolge „unmittelbar an das im November 2025 vereinbarte Memorandum of Understanding für eine strategische Innovationspartnerschaft zwischen Deutschland und Schweden“ an. Mit der Eröffnung der ersten nordischen Präsenz will STARK „die Entwicklung modernster Verteidigungstechnologien beschleunigen, um die Abschreckungsfähigkeit und Resilienz Europas weiterhin zu stärken“.

Navigation, Zielerfassung und Missionsführung unbemannter Systeme

Der STARK-Standort Stockholm baut auf die jahrzehntelange schwedische Expertise in den Bereichen „Radiofrequenztechnik“, „Sichere Kommunikationssysteme“ und „Softwareentwicklung“. Das Team in Schweden will dieses technologische Fundament nutzen, um die Fähigkeiten von STARK im Bereich der Elektronischen Kampfführung gezielt auszubauen.

Im Mittelpunkt wird die Entwicklung elektromagnetischer Technologien zur Unterstützung von Navigation, Zielerfassung und Missionsführung unbemannter Systeme [Drohnen] für komplexe Einsatzszenarien stehen.

Drohnen für operative Aufgaben an der nördlichen NATO-Flanke

Die deutsche Firma arbeitet bereits eng mit einigen NATO-Partnern zusammen und beliefert diese mit hochmodernen Technologien. Der Innovationsansatz von STARK, gekennzeichnet durch die erfolgreiche industriell-militärische Zusammenarbeit, soll nun auch die Grundlage für die Kooperation mit nordischen Regierungspartnern bilden.

Vorrangiges Ziel ist laut STARK nun „die Bereitstellung unbemannter Systeme für die spezifischen operativen Anforderungen an der nördlichen NATO-Flanke“.

Europäische Verteidigungsindustrie und globale Wettbewerbsfähigkeit stärken

Zu der Entscheidung, in Schwedens Hauptstadt Stockholm in Zukunft mit einer Niederlassung vertreten zu sein, erklärte der Deutsche Botschafter in Schweden, Ludger Siemes: „Im Rahmen ihrer jüngst erneuerten Innovationspartnerschaft haben Deutschland und Schweden die Nutzung neuer Kooperationsmöglichkeiten vereinbart. Diese Zusammenarbeit wird die nationale Verteidigung und Resilienz beider Länder stärken sowie die europäische Verteidigungsindustrie und ihre globale Wettbewerbsfähigkeit fördern. Vor diesem Hintergrund begrüße ich es sehr, dass STARK seine Präsenz in Schweden festigt.“

Ralph Tischer, Geschäftsführer der Deutsch-Schwedischen Handelskammer, äußerte sich ebenfalls. Er sagte: „Wir heißen STARK in Stockholm und in der nordischen Region herzlich willkommen. Eine vertiefte deutsch-schwedische Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich stärkt beide Länder und schafft die Grundlage für grenzüberschreitende technologische Innovation. Wir freuen uns sehr, STARK als neuen und geschätzten Partner in Schweden begrüßen zu dürfen.“

Abschreckung in Europa als militärische und auch industrielle Herausforderung

Stimmen gibt es auch von Unternehmensseite. So wertete STARK-Chef Uwe Horstmann die Entscheidung, eine Vertretung in Schweden zu eröffnen, wie folgt: „Abschreckung ist in Europa ebenso eine militärische wie auch industrielle Herausforderung. Wir expandieren nach Schweden, um industrielle Kooperation in gemeinsame Verteidigungsfähigkeit und Abschreckung zu übersetzen. Zusammen mit unseren nordischen Partnern schaffen wir die technologische Tiefe, die Europa jetzt braucht.“

Johannes Arlt, Managing Director Nordics bei STARK, lieferte folgendes Statement: „Schweden vereint eine starke Verteidigungsindustrie mit einer besonderen Verantwortung für Sicherheit und Souveränität Europas im Ostseeraum. Das Land verfügt über eine außergewöhnliche Dichte hochspezialisierter Talente für Radiofrequenztechnik und Elektronische Kampfführung. Genau diese Expertise benötigen wir für die Umsetzung technologischer Konzepte in einsatzreife Fähigkeiten.


Kompakt                           

Das deutsche Start-up STARK hat sich auf unbemannte Systeme in mehreren militärischen Dimensionen spezialisiert. Entstanden ist die Geschäftsidee aus einem akuten Bedarf der ukrainischen Streitkräfte. Die Antwort von STARK darauf: die Eigenentwicklung innovativer Systeme, die der Realität moderner Kriegsführung gerecht werden: KI-gestützt, softwarebasiert, skalierbar und kostengünstig.

STARK stellte seine erste Kampfdrohne mit der Bezeichnung OWE-V (OWE = One Way Effektor; V = Virtus) bei der Tagung „Unbemannte Systeme X“ der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT) am 25./26. März 2025 in Bonn vor.

Bei OWE Virtus handelt es sich um einen X-Flügler. Die Drohne verfügt also über eine Flügelspannweite von 1,8 Meter. An den Flügelspitzen gibt es jeweils einen elektrisch angetriebenen Propeller. Zudem hat das unbemannte System ein Heckleitwerk mit vier X-förmig angeordneten Flügeln. Die Kampfdrohne ist ein Senkrechtstarter und benötigt keine speziellen Abschussvorrichtungen. Das verleiht ihr im Einsatzgebiet eine hohe Flexibilität.

Nach Angaben von STARK kann die 30 Kilogramm schwere Drohne mit einer bis zu fünf Kilogramm schweren Nutzlast beladen werden. Die Flugzeit wird mit 60 Minuten angegeben. Die Einsatzreichweite beträgt 80 bis 100 Kilometer. Die Reisegeschwindigkeit liegt bei 120 Stundenkilometern. Im Anflug auf das Ziel erhöht der OWE-V seine Geschwindigkeit auf bis zu 250 km/h.

Die Vorbereitungszeit für den Einsatz soll laut Hersteller weniger als zehn Minuten betragen. KI-gestützte Einsatzfunktionen wie etwa GNSS-freie-Navigation, Objekterkennung, Tracking, automatische Ziel-End-Anflug-Verfolgung sowie ein gehärteter Datenlink sollen den Einsatz selbst unter den Bedingungen des elektronischen Kampfes gewährleisten. (Anm.: GNSS = Global Navigation Satellite System, Sammelbegriff für satellitengestützte Systeme.)

Virtus zeichnet sich nach STARK-Angaben „im Vergleich zu Wettbewerbsprodukten vor allem durch operationelle und logistische Vorteile“ aus. So werden bei der Drohne nur in Deutschland hergestellte Komponenten verwendet. Damit sei, so STARK, die Herstellung der Systeme unabhängig von ausländischen Lieferketten sichergestellt.

STARK ist mit Standorten in Deutschland, Großbritannien, der Ukraine und nun auch in Schweden international aufgestellt, Hauptsitz ist Berlin.


Zu unserem Bildmaterial:
1. Johannes Arlt, Managing Director Nordics bei STARK Defence. Die Aufnahme zeigt ihn neben einer Virtus-Kampfdrohne. Rechts im Bild eingebaut das Logomark von STARK.
(Bildmaterial: STARK Defence; Bildgestaltung und Bildmontage: mediakompakt)

2. Blick in den Produktions- und Lagerbereich von STARK.
(Foto: STARK Defence)

Kleines Beitragsbild: Kampfdrohne Virtus, links das Logomark des Berliner Unternehmens.
(Bildmaterial: STARK Defence; Bildgestaltung und Bildmontage: mediakompakt)


Anzeige
C MCD Banner scaled
Weitere Informationen: https://www.mcd-elektronik.de/fileadmin/assets/downloads/pdf/application-notes/2025_applicationnote-signalanalysis-smart-cables-en_mcd.pdf


Besuchen Sie uns auf https://twitter.com/bw_journal



Kommentieren

Bitte beantworten Sie die Frage. Dies ist ein Schutz der Seite vor ungewollten Spam-Beiträgen. Vielen Dank *

OBEN