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Koblenz/Taufkirchen. Das Koblenzer Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat das Unternehmen Hensoldt, eines der führenden europäischen Häuser für Verteidigungs- und Sicherheitselektronik, mit der Lieferung des Systems für die sogenannten „Joint Fire Support Teams abgesessen“ beauftragt. Die Serienbeauftragung „JFST abgesessen“ folgt jetzt einem vorangegangenen Auftrag des BAAINBw, bei dem der Nachweis der Leistungsfähigkeit des von Hensoldt entwickelten Systems erbracht werden konnte.

Das Projekt „Joint Fire Support Team abgesessen“ umfasst die Ausrüstung der Joint Terminal Attack Controller/Joint Forward Observer (JTAC/JFO). Deren Aufgabe ist es, für Bodenkräfte Luftnahunterstützung (Close Air Support, CAS) sowie das indirekte Feuer der Artillerie anzufordern und zu lenken.

Materielle Beschaffung, System-Integration und Software-Entwicklung

Hensoldt verantwortet als Generalunternehmer neben der materiellen Beschaffung der JFST sowohl die vollständige Integrationsleistung als auch die Entwicklung des Software-Anteils für den Digitally aided Close Air Support (DaCAS).

Die Software sorgt für die digitale Verbindung zwischen dem JTAC und dem Luftfahrzeug. Dazu gehört auch die Integration eines Video-Downlink-Systems, das die Übertragung von Videodaten vom Luftfahrzeug an das JFST sicherstellt. Somit wird das bewährte Konzept „man-in-the-loop“ aus der Luft auf den Boden transferiert (Anm.: Auch bekannt als „Human in the Loop“, kurz HITL. HITL bedeutet, dass ein Mensch aktiv in einen automatisierten Prozess oder das Training einer Künstlichen Intelligenz/KI eingebunden ist. Der Mensch prüft Ergebnisse, korrigiert Fehler oder trifft die endgültige Entscheidung, ehe ein System weiterarbeitet).

Um das bodengebundene, indirekte Feuer anfordern zu können, wird die Software „Artillerie-, Daten-, Lage- und Einsatz-Rechnerverbund III“ (ADLER III) vollständig in das System „JFST abgesessen“ integriert.

Elektro-optische Sensoren zur Zielvermessung und Laserzielmarkierer

Hinzu kommen Hensoldt zufolge moderne Kommunikationsmittel und intelligente Energieversorgungs- und Vernetzungs-Lösungen. Ebenso sollen entsprechende elektro-optische Sensoren zur Zielvermessung sowie Laserzielmarkierer eingebunden werden.

Nicht zuletzt wird auch die feldtaugliche Gestaltung des Tragesystems für die Aufnahme der Systemkomponenten im Hinblick auf Gewichtsverteilung, Kabelführung und deren ergonomisch optimale Anordnung zur Spezifikation des „JFST abgesessen“ gehören.


Kompakt                           

Ein Joint Fire Support Team („Gemeinsamer Feuerunterstützungstrupp“) ist eine hochspezialisierte militärische Einheit auf taktischer Ebene. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die streitkräftegemeinsame taktische Feuerunterstützung direkt an der vordersten Linie zu koordinieren. Das JFST verbindet dabei die sensorische Zielaufklärung zwischen den einzelnen Teilstreitkräften (Heer, Luftwaffe, Marine), um feindliche Ziele präzise bekämpfen zu können.

In der Regel besteht ein JFST – beispielsweise bei der Bundeswehr – aus sechs Soldaten und teilt sich in zwei elementare Trupps auf:
Boden-Boden-Trupp: Fordert an und lenkt boden- oder seegestütztes Steilfeuer (Rohrartillerie, Raketenartillerie, Mörsern oder Schiffsartillerie). Der Trupp besteht in der Regel aus einem Beobachtungsoffizier, einem Beobachtungsfeldwebel und einem Funkbediener.
Luft-Boden-Trupp: Fordert an, steuert und koordiniert Luftnahunterstützung durch Kampfflugzeuge und Kampfhubschrauber. Die Leitung des Trupps hat ein Fliegerleitoffizier (Joint Terminal Attack Controller, JTAC).


Zu unserem Symbolbild: Die Lieferung der Systeme „Joint Fire Support Teams abgesessen“ soll die Fähigkeit der Bundeswehr zu Multi-Domain Operations im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung stärken.
(Foto: Hensoldt AG)


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