Nettetal/Ski (Norwegen). Die im nordrhein-westfälischen Nettetal ansässige Hexonia GmbH wird den neuen Gefechtshelm der Bundeswehr liefern. In der ersten Juli-Woche hat das Unternehmen dazu von der Bw Bekleidungsmanagement GmbH, dem bundeseigenen Unternehmen zur Versorgung der Soldaten und zivilen Mitarbeiter unserer Streitkräfte, den Zuschlag für den Auftrag erhalten. Der Gefechtshelm soll einer Hexonia-Pressemitteilung zufolge „ausschließlich inhouse, am Firmenstandort in Nettetal sowie am Standort der NFM Group im polnischen Lębork“ produziert werden.
2020 hatte Hexonia mit der Entwicklung von Gefechtshelmen begonnen. Seit 2022 rüstet der Hersteller die Spezialkräfte der Bundeswehr (KSK) mit dem entsprechenden Helmsystem aus. Mit der Entwicklungskompetenz der vergangenen Jahre sowie umfangreichen Investitionen in neuste Fertigungstechnologien konnte der Mittelständler jetzt einen modernen Militärhelm entwickeln, der ganz auf den aktuellen Bedarf und die Spezifikationen der Bundeswehr zugeschnitten ist.
Der Helm aus ultraleichtem hochfestem Polyethylen bietet laut Hexonia ballistischen Schutz vor Splittern und Pistolenmunition. Das niedrige Eigengewicht der Kalotte (Anm.: die gewölbte, kuppelförmige Hauptschale, die den Kopf bedeckt) sowie die individuell durch den Nutzer anpassbare Innenausstattung mit Pads Polsterungen, Kopfband und Kinnriemen sorgen für einen stabilen Sitz auch beim Einsatz von zusätzlichem Equipment. Geliefert wird der Helm in den Varianten „High Cut“ und „Low Cut“.
Dennis Rechenberger, Leiter des Hexonia-Geschäftsbereichs „Business Development“, erklärte nach der Auftragsvergabe: „Sich in einer Ausschreibung in der [vorgegebenen] Größenordnung gegen starke Konkurrenten am Markt durchzusetzen, ist für uns alle ein großer Erfolg. Besonders stolz sind wir darauf, dass bei der Vergabe die Nutzerbewertung einen besonderen Ausschlag gegeben hat. Das bestärkt uns in unserem Bestreben, nah am Kunden zu sein und passende Lösungen verfügbar zu machen.“
In dem Pressetext aus Nettetal heißt es weiter: „Seit jeher prägen zwei betriebswirtschaftliche Prinzipien das Handeln von Hexonia: Die Produktion am eigenen Firmenstandort und innerhalb Europas sowie die Beschaffung von Material und Bauteilen aus EU- und NATO-Ländern.“
Dadurch gewährleiste das Unternehmen konsequent die Verfügbarkeit seiner Produkte. Auch bei der Fertigung des neuen Gefechtshelms folge Hexonia diesen Leitlinien. Der Zusammenschluss mit der norwegischen NFM Group im Jahr 2022 (und damit der Zugang zu einem europaweiten Produktionsnetzwerk) habe es möglich gemacht, bei der Helm-Produktion für die Bundeswehr die Wertschöpfung weitestgehend innerhalb der Gruppe und in Deutschland zu erbringen.
Sabine Albert, Geschäftsführerin der Hexonia GmbH, erklärte in diesem Kontext: „Für uns als Unternehmen, aber auch für den Wirtschaftsstandort, hat der Auftrag eine sehr große Bedeutung. Dadurch können wir weiter umfangreich in eigene Anlagen und Ressourcen investieren. Indem wir einen Großteil der Fertigung und die gesamte Instandsetzung bei uns in Nettetal vornehmen, erhalten und schaffen wir sichere Arbeitsplätze und tragen dazu bei, dass die Verteidigungsinvestitionen der Bundesregierung als Wertschöpfung im Inland bleiben.“
Nils Toverud, Stellvertretender CEO der NFM Group, äußerte sich ebenfalls nach der Entscheidung der Bw Bekleidungsmanagement GmbH. Er hob hervor: „Den Zuschlag für diese bedeutende Helm-Ausschreibung in Deutschland sehen wir als Bestätigung unserer täglichen Arbeit, die geprägt ist von einer intensiven länderübergreifenden Zusammenarbeit innerhalb der NFM Group.“ Und: „Als Center of Excellence für Helme innerhalb der NFM Group hat Hexonia die Entwicklung des neuen Gefechtshelms federführend vorangetrieben und die technische Expertise aus verschiedenen Business Units von NFM einfließen lassen. So ein Projekterfolg kann nur das Ergebnis von Teamwork sein.“
Die 2005 gegründete Hexonia GmbH aus Nettetal ist ein Hersteller von Kampfbekleidung und ballistischer Schutzausrüstung für Soldaten und Sicherheitskräfte. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Entwicklung ganzheitlich aufeinander abgestimmter Einsatzsysteme – von der Kampfbekleidung über ballistische Schutzwesten und Tragesysteme bis hin zu Kopfschutzsystemen.
Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der norwegischen NFM Group. Die NFM Group übernahm Hexonia im Jahr 2022, um – so die offizielle Botschaft – „gemeinsame Kompetenzen im Bereich Schutzsysteme zu bündeln“. Geschäftsführerin Sabine Albert hatte bereits zuvor gemeinsam mit Hexonia-Gründer Gerd Hexels, das Unternehmen geführt und weiterentwickelt.
Hexonia produziert größtenteils in Nettetal und im sächsischen Thum-Jahnsbach. Es gibt aktuell etwa 280 Beschäftigte.
Die NFM Group wurde 1996 von vier Angehörigen der Streitkräfte Norwegens gegründet. Die NFM-Standorte: Ski (Norwegen), Lębork (Polen), Pleven (Bulgarien) und die Insel Madagaskar. Hier befindet sich die Produktionsstätte des französischen Ausrüsters für Schutzbekleidung Paul Boyé, der im Oktober 2025 von den Norwegern übernommen wurde. Alles in allem hat die Gruppe inzwischen – einschließlich der Hexonia-Belegschaft – rund 3400 Mitarbeiter.
Die Hexonia-Geschäftsführung besteht heute aus Sabine Alberts und Nils Toverud. Toverud ist zugleich Chief Business Officer der NFM-Gruppe.
Zu unserer Bildsequenz:
1. Hexonia-Produktwerbung für den neuen Gefechtshelm der Bundeswehr.
(Bild: Hexonia GmbH)
2. Das Hexonia-Firmengelände in Nettetal vor den Toren Düsseldorfs.
(Foto: Hexonia GmbH)
3. Symbolaufnahme „Neuer Bundeswehr-Gefechtshelm im Einsatz“.
(Foto: Hexonia GmbH, NFM Group)
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