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Berlin. Zum Stichtag 31. August 2026 sind 34 Prozent der männlichen und weiblichen Berufssoldaten der Bundeswehr ostdeutscher Herkunft gewesen. Bei den Soldaten auf Zeit waren es 26 Prozent, bei den freiwillig Wehrdienst Leistenden 25 Prozent. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung (Bundestagsdrucksache 21/8521) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion der Linken zum Thema „Ostdeutsche in der Bundeswehr“ hervor. Die Kleine Anfrage war federführend von den Bundestagsabgeordneten Dietmar Bartsch, Desiree Becker und Ulrich Thoden gestellt worden.

In der Vorbemerkung der Fragesteller heißt es unter anderem: „Die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland, Elisabeth Kaiser, konstatierte 2025 in ihrem 35. Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit, dass gebürtige Ostdeutsche insbesondere in Führungspositionen der obersten Bundesbehörden gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung immer noch deutlich unterrepräsentiert sind. Der Anteil von Führungskräften ostdeutscher Herkunft sei vielmehr in den letzten Jahren sogar rückläufig gewesen.“

Nach Ansicht der Linken kommt „auch der Bundeswehr als Trägerin des äußeren Gewaltmonopols des Staates eine wichtige Bedeutung für das Zusammenwachsen des wiedervereinigten Deutschlands zu“. Aus diesem Grund sei – so die Begründung für die Kleine Anfrage weiter – die Repräsentation von Ostdeutschen in den Streitkräften sowohl von empirisch-statistischer als auch von politischer Relevanz. Dies ermögliche Rückschlüsse auf die soziale Durchlässigkeit und die Aufstiegschancen innerhalb der Bundeswehr sowie auf die Attraktivität des Soldatenberufs generell.

Stärkung ostdeutscher Führungskräfte ist ein zentrales Anliegen der Regierung

Die Bundesregierung führte in ihrer Antwort dazu zunächst aus: „Die Stärkung ostdeutscher Führungskräfte ist ein zentrales Anliegen der Bundesregierung, die als gesellschaftliches Vorbild für gleichwertige Repräsentation und Teilhabe vorangeht. Dieses Ziel wird im Rahmen des 2023 beschlossenen Bundeskonzepts zur Steigerung des Anteils von Ostdeutschen in der Bundesverwaltung und der Diversitätsstrategie der Bundesregierung aus [dem Jahr] 2025 ressortübergreifend realisiert.“

Über die deutschen Streitkräfte äußert sich die Regierung wie folgt: „Die Bundeswehr befasst sich mit hohem Ressourceneinsatz wissenschaftlich und verwaltungsbezogen damit, wie eine gleichwertige und vielfältige Repräsentation in den obersten militärischen Rängen erreicht werden kann.“ Und: „Der Bericht der Ostbeauftragten 2026 enthält eine seit fünf Jahren kontinuierlich aufgebaute Längsschnittstatistik der Bundesverwaltung, welche die erfolgreiche Wirkung der bisher umgesetzten Vorhaben bestätigt.“

Potenzielle Führungskräfte der Zukunft aus den ostdeutschen Bundesländern

In den obersten Bundesbehörden kommen demnach laut der Regierungsangaben über alle Ressorts hinweg heute im Gesamtschnitt bereits 16,3 Prozent Führungskräfte gebürtig aus Ostdeutschland (plus 2,4 Prozent gegenüber 2022).

Unter den Referatsleitungen sind 17,6 Prozent Ostdeutsche (plus 2,5 Prozent). Auf der höchsten Leitungsebene ist der Anteil geringer (2026: 8,5 Prozent, plus 1,9 Prozent), dennoch sind auch nach oben hin Aufstiegseffekte zu verzeichnen: Bei den Abteilungsleitungen gibt es 2026 erstmals einen deutlichen Sprung über die Zehnprozentmarke auf 11,2 Prozent (plus 2,5 Prozent).

Auf Referentenebene werden rund ein Viertel Ostdeutsche beschäftigt (2026: 24,9 Prozent, plus 1,3 Prozent gegenüber 2023) und somit im Vergleich mehr als der gesellschaftliche ostdeutsche Bevölkerungsanteil von etwa einem Fünftel.

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen erklärt die Bundesregierung: „Um diesen ressortübergreifenden Positivtrend zu verstetigen und damit die potenziellen Führungskräfte der Zukunft auch in der Bundeswehr weiter gestärkt werden, stehen das Bundesministerium der Verteidigung und die Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland in kontinuierlichem Austausch über den Zuschnitt bestehender und ergänzender Maßnahmen.“

Statistische Angaben zu den drei Teilstreitkräften

Kommen wir nun zu den statistischen Angaben (hierbei ist zu beachten, dass die nach der Wiedervereinigung in Berlin geborene Soldatinnen und Soldaten den ostdeutschen Bundesländern zugeordnet wurden).

Angaben für die gesamte Bundeswehr – wie im Vorspann bereits aufgeführt:
– Berufssoldaten (gemeint sind jeweils Männer und Frauen): 20.146 = 34 Prozent;
– Soldaten auf Zeit: 29.202 = 26 Prozent;
– Freiwillig Wehrdienst Leistende: 1343 = 25 Prozent.

Ostdeutsche im Heer:
– Generale: 1;
– Stabsoffiziere (Majore, Oberstleutnante und Oberste): 836;
– Leutnante, Oberleutnante, Hauptleute und Stabshauptleute: 1305;
– Unteroffiziere mit Portepee: 5445;
– Unteroffiziere ohne Portepee: 2681;
– Mannschaften: 7719.

Ostdeutsche in der Luftwaffe:
– Generale: 1 = 4 Prozent;
– Stabsoffiziere (Majore, Oberstleutnante und Oberste): 421 = 22 Prozent;
– Leutnante, Oberleutnante, Hauptleute und Stabshauptleute: 967 = 23 Prozent;
– Unteroffiziere mit Portepee: 3151 = 28 Prozent;
– Unteroffiziere ohne Portepee: 1045 = 26 Prozent;
– Mannschaften: 1175 = 20 Prozent.

Ostdeutsche in der Marine:
– Admirale: 0 = 0 Prozent;
– Stabsoffiziere (Korvettenkapitän, Fregattenkapitän und Kapitän zur See): 253 = 28 Prozent;
– Leutnante zu See, Oberleutnante zur See, Kapitänleutnante und Stabskapitänleutnante: 737 = 32 Prozent;
– Unteroffiziere mit Portepee: 1939 = 37 Prozent;
– Unteroffiziere ohne Portepee: 774 = 26 Prozent;
– Mannschaften: 972 = 25 Prozent.

Redaktioneller NACHBRENNER

Am 21. Oktober berichtete DIE ZEIT über die aktuelle Personalsituation der Bundeswehr. Anfang des Monats habe die Zahl der männlichen und weiblichen Soldaten in Deutschland erstmals die gesetzten Stärkeziele überschritten. Dem Verteidigungsministerium zufolge dienten zu diesem Zeitpunkt mehr als 190.000 Kräfte in der Truppe. Dies seien erstmals mehr als in den gesetzlichen Aufwuchszielen vorgegeben, so die Wochenzeitung. Grund sei der „einstellungsstärkste Monat Oktober“. Laut den gesetzlichen Vorgaben soll das deutsche Militär bis Ende dieses Jahres 186.000 bis 190.000 Soldatinnen und Soldaten umfassen.

Mit den 186.200 Aktiven in der Bundeswehr am 30. September 2026 dienten insgesamt 4500 Personen mehr als im September des Vorjahres. Laut Ministerium haben sich im laufenden Jahr insgesamt rund 58.700 Kandidaten beworben, 29 Prozent mehr als 2025. 18.700 Männer und Frauen seien eingestellt worden, dies seien 15 Prozent mehr als im Jahreszeitraum zuvor. 10.800 davon dienen derzeit als freiwillig Wehrdienst Leistende und kurzdienende Zeitsoldaten im Rahmen des Neuen Wehrdiensts. Das Interesse an der Bundeswehr als Arbeitgeberin sei „weiterhin hoch“, urteilte das Ministerium.


Zu unserem Symbolbild: Zum Stichtag 31. August 2026 sind 34 Prozent der männlichen und weiblichen Berufssoldaten der Bundeswehr ostdeutscher Herkunft gewesen. Die Darstellung will das ungefähre Verhältnis des ostdeutschen Anteils zur derzeitigen Gesamtzahl der Bundeswehr-Berufssoldaten zeigen.
(Bild: KI-generiert; Nachbearbeitung: mediakompakt)


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