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München/Vandenberg Space Force Base (County of Santa Barbara, Bundesstaat Kalifornien, USA). Mit dem erfolgreichen Start der SpaceX-Mission „Transporter-15“ von der amerikanischen Vandenberg Space Force Base hat die Universität der Bundeswehr München jetzt die Mission „GENA-OT1“ im Weltraum begonnen. Der Start erfolgte am gestrigen Freitag (28. November). Der aus 16 Einheiten/Units (16U) bestehende CubeSat ist Teil der Forschungsinitiative „SeRANIS“ der Bundeswehr-Universität und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und beherbergt Nutzlasten von verschiedenen Forschungseinrichtungen. Er soll als Testplattform für Schlüsseltechnologien in Kommunikation, Erdbeobachtung, Strahlungsschutz und Künstlicher Intelligenz dienen.

Entwickelt und gebaut wurde der 16U-CubeSat von der Münchener OroraTech GmbH, einem 2018 gegründeten Start-up, das Satelliten-Daten (beispielsweise Temperaturdaten der Erde) zur Verfügung stellt. Die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt – kurz DLR – hat die Entwicklung von „GENA“ mit Mitteln des Bundes anteilig gefördert (Anm.: „GENA“ steht für „GEnerischer flexibler NAno-Satellit“).

Das Forschungsprojekt „SeRANIS“ wird durchgeführt vom Zentrum für Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr, auch als dtec.bw bekannt. Die Einrichtung dtec.bw ist ein gemeinsam getragenes wissenschaftliches Zentrum der Universität der Bundeswehr München und der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg (mehr dazu in einem früheren Beitrag).

Neue Technologien entwickeln und im Orbit erproben

Bis 2029 planen die deutschen Streitkräfte eine eigene Konstellation aus mehreren hundert Satelliten. Die Universität der Bundeswehr München unterstützt dieses Vorhaben, indem sie neue Technologien entwickelt und später im Orbit erprobt.

Der Aufbau einer eigenen Satelliten-Infrastruktur stärkt die europäische Raumfahrtindustrie und schafft neue Arbeitsplätze in Forschung und Entwicklung. Dies ist Bestandteil der Weltraumsicherheitsstrategie der Bundesregierung, die vom Kabinett beschlossen und am 19. November dieses Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist.

Von der Idee bis zur Einsatzbereitschaft im Weltall in nur zehn Monaten

„GENA-OT“ – offizielle Bezeichnung „GENA-OT-1“ – ist bereits die dritte Mission der Münchener Bundeswehr-Universität. Weitere Einsätze sind in Vorbereitung, darunter der Satellit „ATHENE-1“ mit mehr als 15 Experimenten im Jahr 2026. Alle Missionen gehören zum „SeRANIS“-Projekt, dem weltweit ersten öffentlich zugänglichen, multifunktionalen In-Orbit-Labor.

Dazu erklärt Prof. Andreas Knopp, Leiter des Raumfahrtprogramms der Uni: „Unser In-Orbit-Labor für kritische Technologien wächst weiter. Mit jedem neuen Satelliten schaffen wir einen weiteren Baustein, um Rapid Prototyping, echte Hands-on-Innovation und schnelle Fähigkeitsdemonstrationen direkt im All zu ermöglichen.“ (Anm.: Rapid Prototyping ist eine Methode zur schnellen und kostengünstigen Herstellung von Prototypen und Modellen direkt aus digitalen 3D-CAD-Daten; die Techniken, zu denen vor allem additive Fertigungsverfahren wie 3D-Druck gehören, ermöglichen es, Design-Ideen schnell zu visualisieren und zu testen, bevor eine kostenintensive Massenproduktion beginnt. Hands-on-Innovation beschreibt einen praktischen Ansatz zur Entwicklung und Erforschung von Innovationen, bei dem Menschen aktiv mit Technologie, Prototypen oder neuen Konzepten interagieren und diese selbst ausprobieren, gestalten und anwenden.)

Die Universität der Bundeswehr München setzt bewusst auf kurze Entwicklungszyklen. Prof. Christian Hofmann, Projektleiter der „GENA-OT“-Mission, erinnert daran: „Dass es auch für die Bundeswehr möglich ist, eine Mission von der Idee bis zur Einsatzbereitschaft im Weltall in nur zehn Monaten durchzuführen, haben wir bereits unter Beweis gestellt.“

Starkes Netzwerk für künftige Raumfahrtprojekte in Deutschland

Der jetzt gestartete Satellit „GENA-OT“ integriert verschiedene, teils selbst entwickelte Nutzlasten sowie Systeme deutscher Start-ups. Zudem trägt er den „ICARUS“-Empfänger der Max-Planck-Gesellschaft.

Nach einem dreimonatigen Test im All soll „ICARUS“ die weltweite satellitengestützte Tierbeobachtung wieder aufnehmen: Miniatursensoren, die auf Tieren angebracht sind, liefern Daten zu Standort, Verhalten, Gesundheit und Umweltbedingungen – von Zugvögeln und Fledermäusen bis hin zu Meeresschildkröten und großen Säugetieren. Zum ersten Mal wird dabei „ICARUS“ eine lückenlose globale Abdeckung bieten; ein entscheidender Fortschritt für das Verständnis von Artenvielfalt, Ökosystemen und den Auswirkungen des Klimawandels.

Pablo Leslabay, Projektleiter bei OroraTech, lobt die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Bundeswehr-Universität in der bayerischen Landeshauptstadt. „Die offene Innovationskultur der Uni ermöglicht es, Ideen rasch in Anwendungen umzusetzen“, so Leslabay. Die Partnerschaft fördere zudem ein starkes Netzwerk für künftige Raumfahrtprojekte in Deutschland.


Zu unserem Bildmaterial:
1. Das Team von OroraTech bereitet das Satellitensystem in enger Zusammenarbeit mit dem Dienstleister Exolaunch für den Start ins All vor. Exolaunch, ursprünglich ein Spin-off der Technischen Universität Berlin, ist heute ein weltweit führender Anbieter von Start-Missionsmanagement, Satelliten-Integration und Satelliten-Ausbringungstechnologien.
(Foto: OroraTech/Exolaunch)

2. bis 4. Der Satellit „GENA-OT“ in der Vorderansicht, mit ausgefahrenen Solarpanelen und in der Rückansicht. „GENA“ ist eine standardisierte, kommerzielle Nanosatelliten-Plattform, mit dem Ziel, Experimente und Technologien von Kunden schnell und kostengünstig in den Orbit zu bringen. Sie ist vergleichbar mit dem Fahrgestell eines Autos, das je nach Anforderung mit unterschiedlichen Aufbauten versehen werden kann. „GENA“ kann im All unterschiedliche Nutzlasten transportieren. Die Nutzlasten kommen von Kunden, die den Flug auf der Plattform erwerben und so ihre Entwicklungen im Orbit nutzen und erproben können, ohne eigene Satelliten bauen zu müssen.
(Fotos: OroraTech)

5. Die beiden Aufnahmen zeigen (rechts) die Nutzlast der SpaceX-Mission „Tansporter-15“ vor dem Verschließen der Raketenverkleidung und (links) die Falcon 9 vor dem Start von der Vandenberg Space Force Base am 28. November 2025. Die Falcon 9 ist eine wiederverwendbare zweistufige US-Trägerrakete, die von dem Raumfahrtunternehmen SpaceX für orbitale Nutzlasten von bis zu 23 Tonnen entwickelt worden ist und bisher hunderte Missionen erfolgreich absolviert hat.
(Bilder: SpaceX).


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