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Bonn. Als wichtigen Schritt zur Reorganisation der Bundeswehr erreichte das Unterstützungskommando der Bundeswehr in Bonn am heutigen Dienstag (29. April) seine „volle Befähigung zur Wahrnehmung des Auftrags“. Aus Streitkräftebasis in Bonn und Zentralem Sanitätsdienst in Koblenz sowie dem Planungsamt in Berlin und weiteren Dienststellen des bisherigen Territorialen Führungskommandos entstand so der Unterstützungsbereich. Mit einem Umfang von rund 55.000 Dienstposten ist er der zweitgrößte Organisationsbereich der Bundeswehr nach dem Deutschen Heer.

Mit einem feierlichen Appell auf der Hardthöhe, dem Bonner Dienstsitz des Bundesministeriums der Verteidigung, haben am 29. April Verteidigungsminister Boris Pistorius und der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, den neuen Unterstützungsbereich formell einsatzbereit erklärt. Bonn ist damit Dienstsitz des Kommandos des zweitgrößten Organisationsbereichs der deutschen Streitkräfte.

Kommandos und Ämter des Unterstützungsbereichs hatten Abordnungen auf die Hardthöhe entsandt. An dem Appell nahmen auch zahlreiche Gäste aus Politik, Gesellschaft und dem militärischen Bereich teil. Vertreten waren auch die Zivilbediensteten des Unterstützungskommandos.

Die Veranstaltung begann mit dem feierlichen Einmarsch der Abordnungen und der Ehrenformation. Danach schritten der Verteidigungsminister und der Generalinspekteur die Front der angetretenen Soldaten ab.

Neuaufstellung als Reaktion auf die angespannte Bedrohungslage in Europa

Minister Pistorius erklärte in seiner Ansprache: „Die Einsatzbereitschaft des Unterstützungskommandos und damit des Unterstützungsbereichs ist ein bedeutender Meilenstein […] und ein dringend notwendiger Schritt, um die Bundeswehr organisatorisch auf ihren Kernauftrag, die Landes- und Bündnisverteidigung, auszurichten.“ Die Neuaufstellung sei die richtige Reaktion auf die angespannte Bedrohungslage und die sicherheitspolitischen Herausforderungen, so Pistorius weiter. Sie sei wichtiges Kernstück einer der weitestgehenden Reformen der Bundeswehr der letzten Jahrzehnte.

Mit Blick auf die Männer und Frauen des Bereichs „Unterstützung“ sagte der Verteidigungsminister ferner: „Sie, die Angehörigen des neuen Organisationsbereichs, machen Abschreckung glaubhaft. Ohne Sie rollt kein Panzer, fliegt kein Flugzeug und fährt kein Schiff.“ Mit Blick auf den Sanitätsdienst, aufgegangen im Unterstützungsbereich, erinnerte der Minister daran: „Es sind die Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr, die im täglichen Dienst und im Einsatz ihre Gesundheit riskieren. Umso entscheidender ist es, dass die medizinische Versorgung unserer Truppe zu jeder Zeit und an jedem Ort sichergestellt ist.“ Effektive Unterstützung sei ein entscheidender Faktor für die Einsatzbereitschaft der deutschen Streitkräfte, betonte Pistorius abschließend. Er rief dazu auf, Synergien zwischen den verschiedenen Spezialisten des neuen Bereichs zu nutzen und zugleich im Laufe der Zeit ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln.

Grundlegende Lebens- und Funktionsfähigkeit der kompletten Bundeswehr

Der Unterstützungsbereich bündelt unter Führung des Unterstützungskommandos operationsentscheidende Fähigkeiten bei Logistik, Feldjägerwesen und ABC-Abwehr (ABC = atomar, biologisch, chemisch) für die Durchhalte- und Überlebensfähigkeiten und damit die Resilienz unserer Streitkräfte. Der Unterstützungsbereich steht auch für die grundlegende Lebens- und Funktionsfähigkeit der kompletten Bundeswehr und hat im gesamtstaatlichen Zusammenwirken über das Verteidigungsressort hinaus eine besondere Bedeutung.

Das Unterstützungskommando der Bundeswehr ist auch die zentrale Steuerungsinstanz für die Gesundheitsversorgung sowie den Fachdienst „Sanität“ in der Bundeswehr.

Mit den unterstellten und in ihrer Fachlichkeit gestärkten Fähigkeits- und Fachkommandos ermöglicht der Unterstützungsbereich „passgenau Lösungen aus einer Hand“ in den immer und überall von den Streitkräften benötigten unterstützenden Fähigkeiten. „Nur aus der Bündelung begrenzter Ressourcen lassen sich maximale Synergien erschließen“, so ein Argument der Strukturreformer. Im Ergebnis lasse sich daraus „für die deutschen Streitkräfte maximale Effektivität bei größtmöglicher Effizienz im Rahmen des absehbar Vorhandenen gewinnen“.

Die fachliche Eigenständigkeit der Fähigkeits- und Fachkommandos für Logistik, ABC-Abwehr, Feldjägerwesen und Sanitätsdienst sei der Schlüssel zum Erfolg, um jede Fähigkeit für sich und aus einer Hand geschlossen zu entwickeln und einheitlich ausgebildete und ausgestattete, interoperable, einsatzbereite Kräfte zu gewinnen, so ein weiteres Argument für die Neustrukturierung.

Generalleutnant Gerald Funke verantwortet als erster Befehlshaber die Führung des Unterstützungskommandos (und damit des Unterstützungsbereichs) der Bundeswehr. Als sein Stellvertreter und zugleich Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr fungiert Generaloberstabsarzt Dr. med. Ralf Hoffmann (siehe auch hier).

Sichtbare zeremonielle Zeichen für die Umstrukturierung der Bundeswehr

Im Anschluss an die Ministerrede verhüllte General Breuer gemeinsam mit Generaloberstabsarzt Hoffmann (dem letzten Inspekteur des Sanitätsdienstes) und Generalmajor Stefan Lüth (letzter Stellvertreter des Inspekteurs der Streitkräftebasis) die Truppenfahnen des Kommandos Streitkräftebasis und des Kommandos Sanitätsdienst. Beides war ein sichtbares zeremonielles Zeichen für die Außerdienststellung der beiden früheren Bundeswehr-Organisationsbereiche.

Im Anschluss wurde die neue Truppenfahne des Unterstützungskommandos enthüllt und von Verteidigungsminister Pistorius mit einem Fahnenband versehen. Damit wurde der Unterstützungsbereich im Rahmen des feierlichen Appells auf der Bonner Hardthöhe „in voller Einsatzbereitschaft“ ein Teil der Bundeswehr.


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Zu unserer Bilderfolge:
1. Feierlicher Einmarsch der Abordnungen am 29. April 2025 auf dem Appellplatz des Ministeriums in Bonn. Die Ausgestaltung der Veranstaltung lag in der Verantwortung des Wachbataillons, das die Ehrenformation stellte. Für den musikalischen Rahmen sorgte das Heeresmusikkorps Koblenz gemeinsam mit dem Spielmannszug des Musikkorps der Bundeswehr.
(Foto: Susanne Hähnel/Bundeswehr)

2. Verteidigungsminister Boris Pistorius verlieh dem neu aufgestellten Unterstützungskommando der Bundeswehr das Fahnenband in der Farbe „Berry“, der „Hausfarbe“ des neuen Organisationsbereichs.
(Foto: Susanne Hähnel/Bundeswehr)

3. Gruppenaufnahme mit Truppenfahne, von links: Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, General Carsten Breuer, Verteidigungsminister Boris Pistorius, Generalleutnant Gerald Funke und Generalmajor Stefan Lüth. Die Befehlsgewalt über das neue Kommando übergab der Generalinspekteur an Generalleutnant Funke. Dessen Stellvertreter, Generaloberstabsarzt Hoffmann, meldete den Appell als Führer der Paradeaufstellung beim Minister ab.
(Foto: Susanne Hähnel/Bundeswehr)

4. Zentraler Sanitätsdienst, Streitkräftebasis und weitere Dienststellen sollen nach und nach zum Unterstützungsbereich der Bundeswehr zusammenwachsen.
(Grafik: Nathalie Poulheim/Unterstützungsbereich der Bundeswehr; grafische Bearbeitung: mediakompakt)

Kleines Beitragsbild: Minister Pistorius und Generalinspekteur Breuer schreiten zu Beginn des Appells die Front der angetretenen Bundeswehrangehörigen ab.
(Foto: Susanne Hähnel/Bundeswehr)


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