Berlin/Bonn. Das Bundesministerium der Verteidigung setzt die Umwandlung militärisch genutzter Liegenschaften für zivile Zwecke aus. Grund dafür ist der höhere Bedarf an Standorten wegen der geplanten Vergrößerung der Bundeswehr, wie das Ministerium mitteilte. Der Umwandlungsstopp betrifft 13 Liegenschaften, die die Truppe noch betreibt. Über die Liste aus dem Ministerium berichtete zunächst das Hauptstadtstudio der ARD.
Zu den 13 aktiv genutzten Liegenschaften kommen 187 ehemalige Bundeswehr-Liegenschaft im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Diese seien grundsätzlich für eine Nutzung durch die Bundeswehr geeignet, so das Ministerium.
Die Liste der Bundesanstalt – Teil des BImA-Portfolios – haben wir für Sie grafisch überarbeitet und beim Dienstleister Yumpu-Publishing eingestellt (mehr dazu am Schluss unseres Beitrages).
Unter den militärischen Liegenschaften der erstgenannten Gruppe (mit 13 Standorten) befindet sich beispielsweise ein Gelände auf dem stillgelegten Berliner Flughafen Tegel. Für das Bundesland Bayern ändert das Verteidigungsministerium die Pläne mit Blick auf gleich vier Standorte, die jetzt weiter von der Bundeswehr betrieben werden sollen: zwei Kasernen und zwei Flugplätze.
In Nordrhein-Westfalen stehen zwei Standorte nun doch nicht mehr für eine zivile Nutzung zur Verfügung, ebenso in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. In Niedersachsen und Baden-Württemberg gibt die Bundeswehr ihre bisherigen Umwandlungspläne für jeweils eine Kaserne auf.
1. Baden-Württemberg, Ulm: Bleidorn-Kaserne
2. Bayern, Erding: Fliegerhorst Erding
3. Bayern, Fürstenfeldbruck: Fliegerhorst Fürstenfeldbruck
4. Bayern, Sonthofen: Grünten-Kaserne
5. Bayern, Sonthofen: Jäger-Kaserne
6. Berlin: Flughafen Tegel
7. Niedersachsen, Wilhelmshaven: Ebkeriege-Kaserne
8. Nordrhein-Westfalen, Mechernich: Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 23
9. Nordrhein-Westfalen, Willich: Materialumschlagzentrum Willich
10. Rheinland-Pfalz, Bad Neuenahr-Ahrweiler: Dienstgebäude Bad Neuenahr-Ahrweiler
11. Rheinland-Pfalz, Koblenz: Rheinliegenschaft Koblenz
12. Schleswig-Holstein, Glücksburg: Meierwik-Kaserne
13. Schleswig-Holstein, Leck: Patriot-Stellung Leck (Flugplatz)
Die betroffenen Liegenschaften sollen jetzt Teil der „Strategischen Liegenschaftsreserve der Bundeswehr“ werden, also kurzfristig bei Bedarf militärisch genutzt werden können.
Mit seiner Entscheidung zum Moratorium zieht das Verteidigungsministerium die Konsequenzen aus der veränderten Bedrohungslage. Denn sowohl für den erwarteten Personal- als auch Materialaufwuchs der Bundeswehr wird bundesweit militärische Infrastruktur benötigt. Diese umfasst nicht nur Kasernen und Ausbildungseinrichtungen für Rekruten, sondern auch Gebäude und Anlagen für Waffensysteme.
Die jetzige Entscheidung für ein Aussetzen des Umwandlungsprozesses bedeutet nicht, dass damit eine komplette oder teilweise spätere zivile Nutzung der Liegenschaften kategorisch und dauerhaft ausgeschlossen wird. Vielmehr erfolgt der weitere Prozess in enger Abstimmung mit allen Beteiligten des Bundes sowie der Länder und Kommunen.
In Fällen, bei denen das Interesse an einer Umwandlung besonders dringend ist, werden bereits Gespräche mit den Ländern, Städten und Gemeinden oder auch mit anderen Bundesressorts geführt. Ziel ist es, Lösungen zu prüfen, die die Interessen aller Beteiligten berücksichtigen. Zusammen werden dann Möglichkeiten geprüft, wie die Belange der Bundeswehr und die geplante zivile Nachnutzung vereint werden können.
Denkbare und bereits erprobte Lösungsansätze sind beispielweise eine Co-Nutzung (Dual Use) oder eine Aufteilung der Liegenschaft, ein Flächentausch oder eine temporär befristete Nutzung durch die Bundeswehr beziehungsweise Dritter. Klar ist allerdings, dass der gesamtstaatliche Verteidigungsauftrag Vorrang hat, wenn keine einvernehmliche Lösung gefunden werden kann.
Wer wissen will, welche ehemaligen militärischen Liegenschaften der Bundeswehr von der BImA im sogenannten „Portfolio“ geführt werden, der kann sich die Liste mit den 187 Objekten in unserem Servicebereich „bundeswehr-journal (Bibliothek)“ beim Dienstleister Yumpu-Publishing ansehen. Sie können dort den Inhalt auch ausdrucken, ein Download der Datei ist allerdings nicht möglich. Über die ESC-Taste in Yumpu kommen Sie hierhin zurück. Zu der Liste der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben:
Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.yumpu.com zu laden.
Die zum 1. Januar 2005 per Gesetz aufgestellte Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ist die zentrale Immobiliendienstleisterin des Bundes und untersteht der Rechtsaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen. Sie verwaltet und bewirtschaftet vor allem den Immobilienbesitz und die Grundstücke in ihrem Eigentum und nimmt darüber hinausgehende Aufgaben wahr.
Die BImA ist mit in ihrem Eigentum befindlichen rund 453.000 Hektar Grundstücksfläche eine der größten Immobilienbesitzerinnen Deutschlands. Zudem gehören mehr als 38.000 Wohnungen zu ihrem Portfolio. Sie verwaltet mehr als 19.000 eigene Liegenschaften. Gut 7000 Beschäftigte in der Zentrale in Bonn und in neun Direktionen arbeiten bundesweit an zahlreichen Standorten für das Unternehmen.
Zu den Hauptaufgaben der Bundesanstalt gehören unter anderem die Bereiche „Verwaltung und Bewirtschaftung“ (des Immobilien-Portfolios des Bundes, das aus Tausenden von Grundstücken, Gebäuden, Wäldern und anderen Liegenschaften besteht), „Bedarfsdeckung“ (die BImA stellt die benötigten Flächen und Gebäude für Bundeszwecke bereit, beispielsweise durch Anmietung, Kauf oder Neubau) und „Verwertung“ (nicht mehr benötigte Liegenschaften werden wirtschaftlich verwertet, also vermietet, verpachtet oder verkauft).
Zu unserem Bildmaterial:
1. Die Bleidorn-Kaserne in Ulm ist eine der 13 (noch betriebenen) Liegenschaften der Bundeswehr, die vom Umwandlungsstopp des Verteidigungsministeriums betroffen sind. Die Kaserne befindet sich auf dem Oberen Kuhberg und war bis zu ihrer Aufgabe eine der letzten verbliebenen Kasernen der baden-württembergischen Garnisonsstadt. Laut dem Stationierungskonzept 2011 war die endgültige Schließung der Bleidorn-Kaserne ursprünglich für 2018 vorgesehen. Der Schließungstermin ist inzwischen mehrfach verschoben und zuletzt auf das Jahr 2025 terminiert worden. Seit Juni 2025 werden bereits Teile der Kaserne genutzt für den Wohnungsbau für Bundesbeschäftigte – die ministerielle Entscheidung für den Umwandlungsstopp hat also auch gravierende Auswirkungen auf dieses Konversionsprojekt.
(Foto: Reutlingendorf/Wikipedia/Wikimedia Commons/unter Lizenz CC BY-SA 4.0 –
vollständiger Lizenztext: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)
2. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben – kurz BImA – ist die zentrale Immobiliendienstleisterin des Bundes und untersteht der Rechtsaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen.
(Bild: nr)
Kleines Beitragsbild: Namenstafel am Eingangsbereich der Ulmer Bleidorn-Kaserne.
(Foto: Reutlingendorf/Wikipedia/Wikimedia Commons/unter Lizenz CC BY-SA 4.0 –
vollständiger Lizenztext: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)
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Weitere Informationen: https://www.mcd-elektronik.de/fileadmin/assets/downloads/pdf/application-notes/2025_applicationnote-signalanalysis-smart-cables-en_mcd.pdf
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