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Kongsberg (Norwegen)/Überlingen/Schrobenhausen. Der norwegische Rüstungskonzern Kongsberg Defence & Aerospace will gemeinsam mit den Unternehmen Diehl Defence und MBDA die künftige norwegisch-deutsche Anti-Schiff-Rakete 3SM „Tyrfing“ entwickeln und produzieren (3SM = Super Sonic Strike Missile). Die „Tyrfing“ – der Begriff stammt aus der nordischen Mythologie und meint ein magisches Schwert – soll voraussichtlich 2035 einsatzbereit sein.

Die Regierung Norwegens hatte das gemeinschaftliche Rüstungsprojekt, bei dem Kongsberg die Führungsrolle übernehmen soll, bereits im November 2023 angekündigt. Mittlerweile haben die Industriepartner die für die Entwicklung und Herstellung des Überschallflugkörpers notwenigen Vereinbarungen unterzeichnet.

Das Team will eng mit den norwegischen und deutschen Streitkräften und mit nationalen Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten. Dabei sollen, so heißt es in einer Kongsberg-Pressemitteilung, „die weltweit fortschrittlichsten Long-Range-Angriffsfähigkeiten für künftige Gefechtsszenarien definiert und schließlich umgesetzt werden“.

„Gemeinsam etwas entwickeln, das keiner allein entwickeln könnte“

Eirik Lie, Präsident von Kongsberg Defence and Aerospace, wird in dem Pressetext mit den Worten zitiert: „Ich bin schon jetzt beeindruckt von den Fähigkeiten und Erfahrungen der drei Teampartner. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Diehl Defence und MBDA Deutschland und darauf, das Wissen und die Expertise unserer Firmen zu kombinieren, um die 3SM für unsere beiden Nationen zu entwickeln.“

Thomas Gottschild, Geschäftsführer von MBDA Deutschland, erklärte: „Wie wir in den letzten zwei Jahren gesehen haben, sind Abstandswaffen entscheidend für eine glaubwürdige Abschreckung und Verteidigung. Die Bündelung der Kräfte zwischen unseren Unternehmen wird die norwegischen, deutschen und europäischen Streitkräfte stärken und die Verteidigung unserer Heimatländer verbessern.“

Und schließlich Helmut Rauch, Vorstandsvorsitzender von Diehl Defence: „Wir sind stolz darauf, dass wir ein Team aus den besten Experten unserer Unternehmen bilden können, die einander ergänzen, einander vertrauen und ihre individuellen Kenntnisse und Fähigkeiten einbringen werden. Gemeinsam werden wir mit der 3SM etwas entwickeln, das keiner von uns allein entwickeln könnte.“

Redaktioneller NACHBRENNER

Mit fast dreiwöchiger Verspätung hat nun auch das Koblenzer Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) in einer Pressemitteilung die Entwicklung einer Super Sonic Strike Missile für die neuen deutschen Fregatten F126 bestätigt. Wie das BAAINBw schreibt, ist das Projekt „3SM“ eingebettet in die bestehende deutsch-norwegische Rüstungskooperation, die „sich bereits in der Beschaffung gemeinsamer Uboote vom Typ U212 CD sowie der Seezielflugkörper Naval Strike Missile (NSM) Block 1A widerspiegelt“.

Rainer Fuhr der zuständige Projektleiter im Beschaffungsamt, sagt über das Rüstungsvorhaben: „Die Vereinbarung zur Zusammenarbeit in der Entwicklung eines ,state-of-the-art‘-Lenkflugkörpers für die Deutsche Marine ist ein wichtiger, folgerichtiger Schritt. Nachdem kürzlich die Entscheidung getroffen wurde, insgesamt sechs Fregatten F126 für die Bundeswehr zu beschaffen, ist es nun richtig, die Weichen für die Bewaffnung der Schiffe zu stellen. Durch die Kooperation der norwegischen und deutschen Streitkräfte sowie der nationalen Industrie sehen wir uns hier optimal aufgestellt, um das vorhandene Know-how zu bündeln.“


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Das Industriebild zeigt, wie die binationale Entwicklung 3SM „Tyrfing“, eine Überschall-Anti-Schiff-Rakete, einmal aussehen könnte. Der norwegische Konzern Kongsberg soll bei diesem Gemeinschaftsprojekt mit Diehl Defence und MBDA Deutschland die Führungsrolle übernehmen.
(Foto und Logo: Kongsberg; Bildmontage: mediakompakt)


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