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Kiel/Meckenbeuren. Die deutsche Werftengruppe German Naval Yards Kiel hat mit dem Bau für das erste integrierte Marine-Einsatz-Rettungszentrum (iMERZ) für die deutsche Marine begonnen. Am heutigen Mittwoch (25. September) fand dazu auf der Kieler Werft des Unternehmens der Brennstart statt. Das Rettungszentrum wird als festes Deckshaus auf dem Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ eingerichtet. Für die Ausstattung der beiden Operationssäle, der weiteren Behandlungsräume sowie der Labore mit den benötigten medizinischen Geräten und Einrichtungen ist die Zeppelin Mobile Systeme GmbH verantwortlich. Der Projektpartner hat seinen Firmensitz im baden-württembergischen Meckenbeuren.

Die sanitätsdienstliche Versorgung von Einsatzverbänden der Marine auf See wurde bis 2015 über die an Bord der beiden Einsatzgruppenversorger (EGV) „Berlin“ und „Frankfurt am Main“ eingerüsteten containerbasierten Rettungszentren sichergestellt. Das „Rettungszentrum See“ stellt eine funktionale Einheit von schiffseigenen Anteilen und 26 auf dem Hauptdeck des jeweiligen Einsatzgruppenversorgers aufgebauten ISO-Spezial-Containern 20 und 30 Fuß dar.

Das auf der „Frankfurt am Main“ installierte Rettungszentrum wurde am 22. Februar 2015 bei einem Großbrand in einer Lagerhalle im Überseehafen in Bremen zerstört. Der EGV befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks für eine planmäßige Instandsetzung in einer Werft in Emden. Das komplette Marine-Einsatz-Rettungszentren (MERZ) war zuvor für eigene routinemäßige Instandsetzungsmaßnahmen von Bord geholt worden. Bei dem Brand blieb zwar das zuvor ausgebaute und danach gesondert eingelagerte medizinische Equipment unbeschädigt, das Containersystem jedoch wurde massiv in Mitleidenschaft gezogen.

Seit diesem Tag verfügt unsere Marine aktuell nur noch über ein einsatzfähiges MERZ. Der durch das Feuer in Bremen verursachte Verlust des Rettungszentrums der „Frankfurt am Main“ führte letztendlich zu einer Fähigkeitslücke, die rund fünf Jahre andauern sollte. Das neue iMERZ soll im Frühjahr 2020 in Kiel auf dem Schwesternschiff der „Berlin“ integriert werden.

Schiffbau und maritime Zulieferindustrie in enger Zusammenarbeit

Die modulare Sanitätseinrichtung für den EGV „Frankfurt am Main“ wird nach der Fertigstellung einem kompletten Krankenhaus gleichen – bestehend aus zwei OP-Sälen, einem Röntgenraum, einer Zahntechnik-Abteilung, diversen Laboren sowie einer Krankenstation.

Ralf Griesbaum, Geschäftsführer von Zeppelin Mobile Systeme, äußerte sich in einem Pressestatement über den Baubeginn auf der Kieler Werft von German Naval Yards. Er sagte: „Nachdem wir 2016 bereits zusammen den Auftrag für die Machbarkeitsstudie gewonnen haben, freuen wir uns jetzt auf die gemeinsame Umsetzung auf der Werft.“ Jörg Herwig, Chef von German Naval Yards, ergänzte: „Wir sind stolz, erneut einen wichtigen Beitrag für die Optimierung der Fähigkeiten der Marine leisten zu können.“ Der Auftrag zeige einmal mehr, wie eng der Schiffbau mit der maritimen Zulieferindustrie in Deutschland zusammenarbeite, um technische Innovationen für die Bundeswehr zu entwickeln und umzusetzen, so Herwig weiter. Diese Kooperationsfähigkeit sei eine der Stärken des deutschen Marine-Überwasserschiffbaus und führe zu neuen Ideen.


Zu unserem Bildmaterial:
1. Der Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ in der Werft von German Naval Yards in Kiel.
(Foto: GNYK)

2. Außenansicht des Marine-Einsatz-Rettungszentrums – kurz MERZ – an Bord des Einsatzgruppenversorgers „Berlin“. Das Rettungszentrum stellt eine funktionale Einheit von schiffseigenen Anteilen und 26 auf dem Hauptdeck aufgebauten ISO-Spezial-Containern dar. Die medizinischen Funktions- und Versorgungscontainer bilden ein zweigeschossiges Deckhaus. Die untere Lage enthält die Behandlungs- und Diagnostikeinrichtungen. In der oberen, nicht für Patienten zugänglichen Lage, sind die Versorgungsanteile wie Apotheke und Laboratorien untergebracht. Insgesamt können an Bord des Schiffes maximal 45 Patienten erstversorgt und postoperativ betreut werden. Die Aufnahme wurde 22. Januar 2011 bei einem Besuch der „Berlin“ im Freihafen der dänischen Hauptstadt Kopenhagen gemacht.
(Foto: Victor Valore/Wikipedia/Wikimedia Commons/unter CC BY-SA 3.0 –
vollständiger Lizenztext: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)

Kleines Beitragsbild: Der Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ in Kiel bei German Naval Yards.
(Foto: GNYK)


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