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Berlin. Seit 1990 wird die Bundeswehr zu friedenserhaltenden und friedenssichernden Maßnahmen außerhalb Deutschlands eingesetzt. Der erste Auslandseinsatz war die Operation „Südflanke“ im Mittelmeer und im Persischen Golf; Minenabwehrkräfte unserer Marine waren hier im Rahmen des Zweiten Golfkrieges im Zeitraum 16. August 1990 bis zum 13. September 1991 aktiv. Es folgte – vom 30. Januar 1991 bis zum 17. März 1991 – der Einsatz des Flugabwehrraketengeschwaders 2 im türkischen Diyarbakir zur Unterstützung der Operation „Desert Storm“. Einsätze in der Adria (Operation „Sharp Guard“ 1992 bis 1996) und auf dem Balkan im Rahmen von IFOR und SFOR schlossen sich an. Von Oktober 1991 bis November 1993 nahm die Bundeswehr auch im kambodschanischen Phnom Penh an zwei Missionen der Vereinten Nationen – UNAMIC und UNTAC – teil. Mittlerweile sind viele Tausende deutsche Soldaten zu Bundeswehreinsätzen im Ausland abkommandiert worden. Eine genaue Zahl gab jetzt die Bundesregierung bekannt …

Es war die Bundestagsfraktion der AfD, die in einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung in Erfahrung bringen wollte, wie hoch die Zahl der an Auslandseinsätzen beteiligten deutschen Soldaten mittlerweile tatsächlich ist. Den offiziellen Angaben zufolge wurden seit 1992 bis jetzt (Stand 4. April 2018) 417.511 Mal Bundeswehrangehörige – bei Berücksichtigung von mehrfachen Teilnahmen – zu Auslandsmissionen abkommandiert. Darunter waren mindestens 18.073 weibliche Soldaten.

Aufgelistet hat das Verteidigungsministerium, das die Antwort an die AfD namens der Bundesregierung am 12. April übermittelt hat, insgesamt 54 Bundeswehr-Auslandseinsätze.

Historische Daten ab dem Jahr 1992 bis heute

Zur Ermittlung der Gesamtzahl der bisher in Auslandsmissionen der Bundeswehr eingesetzten Frauen und Männer heißt es in der Vorbemerkung der Bundesregierung: „Die Notwendigkeit zur Erhebung der Zahl an Auslandseinsätzen beteiligter deutscher Soldatinnen und Soldaten (Stärke der deutschen Einsatzkontingente) ergibt sich für die Bundesregierung im Rahmen der Prozesse zur Planung und Steuerung der laufenden Einsatzkontingente. Hierzu zählt insbesondere auch die Überwachung der Mandatsobergrenzen. Die aktuelle Stärke der deutschen Einsatzkontingente wird regelmäßig in den Einsatzländern erhoben. Sie fließt unter anderem in die wöchentliche Unterrichtung des Parlaments über die Auslandseinsätze der Bundeswehr ein.“

Die ermittelte Gesamtzahl 417.511 beziehe sich auf die Aggregation von Einsatzteilnahmen aus historischen Daten ab dem Jahr 1992 bis heute, so die Bundesregierung weiter. Die erfragten Zahlen hätten unter Zuhilfenahme des seit 2013 genutzten Personalwirtschaftssystems der Bundeswehr nur mit Einschränkungen ermittelt werden können. Eine Auswertung ohne Berücksichtigung von mehrfachen Einsatzteilnahmen der gleichen Person werde durch das Personalwirtschaftssystem dabei technisch nicht unterstützt.

Eine weitere Einschränkung bei älteren, vor der Einführung des derzeit genutzten Personalwirtschaftssystems erhobenen Daten ergebe sich daraus, dass diese aus Datenschutzgründen nur in anonymisierten Listen (und damit auch geschlechtsunspezifisch) nachgehalten werden.


Unser Symbolbild zum Thema „Auslandseinsatz“ zeigt Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“ am 10. Dezember 2015 auf ihrem Flug in einem Airbus A400M von Jagel zur Inçirlik Air Base, Türkei.
(Foto: Andrea Bienert/Bundeswehr)

Kleines Beitragsbild: Die „Immelmänner“ am 10. Dezember 2015 auf dem Weg nach Inçirlik.
(Foto: Andrea Bienert/Bundeswehr)


Kommentare

  1. Dr.-Ing. U. Hensgen | 27. April 2018 um 08:50

    Es haben sich also 417.511 mal Soldatinnen und Soldaten bereit erklärt, ihre Leben und ihre Unversehrtheit auch zu unserem Wohl einzusetzen. Vielen Dank dafür!

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