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Stuttgart/Berlin. Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Auch in diesem Jahr soll in der Ukraine wieder die multinationale Übung „Rapid Trident“ stattfinden, aufgrund der Sicherheitslage jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt. Dies teilte jetzt ein Sprecher des Europäischen Oberkommandos der Vereinigten Staaten (United States European Command, USEUCOM) in Stuttgart mit. Ursprünglich war „Rapid Trident 2014“ für Juli geplant. Wann die Übung genau abgehalten wird und welche Nationen dann daran teilnehmen werden, muss nun abgewartet werden. Die Planungen gingen weiter, erklärte ein USEUCOM-Sprecher.

Die Übung sollte in diesem Jahr ursprünglich in der Nähe der westukrainischen Stadt Lviv (Lemberg) stattfinden. Beteiligen sollten sich Kräfte aus Armenien, Aserbaidschan, Bulgarien, Deutschland, Georgien, Großbritannien, Kanada, Moldawien, Polen, Rumänien, der Ukraine und aus den Vereinigten Staaten. Die Bundeswehr hatte bereits 2010 und 2013 Personal in die Ukraine zu „Rapid Trident“ entsandt. Darüber informierte am 24. April dieses Jahres die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Anfrage der Linken. „Die Teilnahme erfolgte jeweils größtenteils mit Einzelpersonal aus den Bereichen Streitkräftebasis und Heer“, so die Regierung.

Vorbereitung auf Friedensmissionen im multinationalen Verbund

USEUCOM-Sprecher David Westover, Oberstleutnant der U.S. Air Force, zum Charakter der Übungsserie: „Rapid Trident findet alljährlich statt und will die Interoperabilität zwischen den Streitkräften der Ukraine, der USA und Nationen des NATO-Programms ,Partnership for Peace‘ (,Partnerschaft für den Frieden‘) stärken. Die Übung bereitet die Teilnehmer darauf vor, einmal in einem streitkräftegemeinsamen, multinationalen Umfeld zu agieren und dabei auch Host-Nation-Unterstützung staatlicher und nichtstaatlicher Behörden und Einrichtungen zu nutzen.“

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 28. März berichtete, war als ein weiterer Schwerpunkt der „Rapid Trident 2014“ die Schulung ukrainischer Einheiten für Sicherungseinsätze im Ausland – wie etwa in Afghanistan – geplant. Dabei sollten unter anderem Patrouillenfahrten und der Umgang mit Sprengfallen trainiert werden. In einer früheren Pressemitteilung hatte USEUCOM angekündigt, dass beim diesjährigen gemeinsamen Manöver ein amerikanisch-ukrainisches Bataillonshauptquartier den Einsatz im Rahmen einer Friedensmission üben solle.
Die „Rapid Trident“-Serie ist Teil von USEUCOMs speziellem Trainings- und Übungsprogramm, dass das Zusammenwirken der unterschiedlichen Kräfte der einzelnen Verbündeten und Partnernationen verbessern soll. Im vergangenen Jahr beteiligten sich an „Rapid Trident“ rund 1300 Soldaten, etwa 700 davon waren ukrainische Militärangehörige. Der Schwerpunkt lag dabei auf Luftlandeoperationen und luftgestützten Infanterieeinsätzen.

Regierungsentscheidung „im Lichte der weiteren Entwicklung“

U.S. Navy Captain Greg Hicks, ein weiterer Sprecher aus dem USEUCOM-Hauptquartier in den Patch Barracks Stuttgart-Vaihingen, äußerte sich abschließend zu den Gründen für die Verschiebung der Übung: „Der Juli-Termin für ,Rapid Trident 2014‘ wurde bereits vor längerer Zeit während unserer ersten Planungsphase abgesagt, als sich abzeichnete, dass die neue ukrainische Regierung wegen der Auseinandersetzung mit den prorussischen Separatisten und im Bemühen, das Land zusammenzuhalten, ihre Streitkräfte an anderer Stelle benötigen würde.“

Auch die Bundesregierung hatte frühzeitig auf die Ereignisse in der Ukraine reagiert. In ihrer Antwort vom 24. April zu „Rapid Trident 2014“ heißt es: „Die Entscheidung über die Durchführung der Übung liegt im ukrainischen beziehungsweise US-Ermessen. Über die Beteiligung der Bundeswehr in diesem Jahr wird im Lichte der weiteren Entwicklungen entschieden.“



Die Aufnahme aus dem Archiv des US-Heereskommandos U.S. Army Europe zeigt Teilnehmer der Übung „Rapid Trident 2013“ in der Nähe der westukrainischen Ortschaft Yavoriv. Hier befindet sich das größte militärische Trainingsgelände Europas.
(Foto: Daniel Cole/U.S. Army)


Kommentare

  1. Poseidon | 1. August 2014 um 22:05

    Gibt es denn schon einen neuen offiziellen Termin für „Rapid Trident 14“ ? Danke!

    • Redaktion | 2. August 2014 um 23:42

      Lieber Leser,

      wie die Berliner Tageszeitung Neues Deutschland in ihrer am 30. Juli (Mittwoch) erschienenen Ausgabe berichtete, wird die NATO „ungeachtet der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ostukraine“ die Übung „Rapid Trident 14“ vom 11. bis zum 28. September im Westteil des Landes durchführen. Beteiligen sollen sich daran 1300 Soldaten aus 14 Ländern. Dies habe das Bundesministerium der Verteidigung gegenüber der Zeitung bestätigt.

      In einer Vorabpressemeldung zitiert Neues Deutschland zudem einen Ministeriumssprecher: „Die Bundeswehr prüft eine Teilnahme mit Einzelpersonal in den Übungsstäben. Eine darüber hinaus gehende Beteiligung ist derzeit nicht vorgesehen.“ Eine konkrete Entscheidung soll, so die Zeitung, nach Abschluss der finalen Planungskonferenz getroffen werden. Die Konferenz endete am 1. August (Freitag).

      Ihre Redaktion bundeswehr-journal

  2. Charles Hahn | 15. August 2014 um 01:21

    Ich finde, das wäre eine ungeheure Provokation Russlands

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