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Unterschleißheim/Ulm. Die deutsche Luftwaffe erhält computerbasierte Missionsplanungssysteme für ihre Eurofighter-Kampfflugzeuge. Den Auftrag in Höhe von rund 15 Millionen Euro vergab das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) an Cassidian, eine Division des EADS-Konzerns. Mit den Missionsplanungssystemen werden die Eurofighter-Standorte Laage, Nörvenich, Wittmund und Neuburg ausgestattet.

Das neue System unterstützt die Luftwaffe vor allem bei der Planung sicherer Flugwege und Einsätze, bei der Darstellung der Wege und Missionen auf digitalen Karten sowie bei der Aufrechterhaltung der Echtzeitverbindung mit der militärischen Führung. Dabei werden zivile Luftbewegungen, Wetterdaten oder eventuelle Bedrohungen im Flugweg einkalkuliert. Ereignisse während des Einsatzes werden aufgezeichnet und danach ausgewertet.

„Das Missionsplanungssystem garantiert den echtzeitnahen und sicheren Abgleich von allen missionsrelevanten Daten vor und nach einem Einsatz“, erklärte Dr. Rolf Wirtz, Leiter des Cassidian-Bereichs „Mission Avionics“. „Damit wird die Sicherheit der Piloten und die Effizienz des Einsatzbetriebes deutlich erhöht. Die nationale Beauftragung gibt der deutschen Luftwaffe zudem die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse in enger Kooperation mit unserem Unternehmen in die Entwicklung einzubringen.“

Mit neuer Software Betriebskosten sparen

Bereits im September lieferte Cassidian acht computergestützte mobile Missionsplanungssysteme an die deutschen Heeresflieger im Afghanistaneinsatz. Das BAAINBw – damals noch Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) – hatte diesen Auftrag Ende 2011 vergeben.

Die verlegbare Version der computerbasierten Einsatzunterstützungsanlage (EUA) von Cassidian wird ebenfalls für die Flugweg- und Einsatzplanung, die digitale Darstellung sowie für die Sicherung der Führungsverbindung benötigt. Gleichzeitig wird mit dem System die Wartung und Versorgung der Hubschrauber sichergestellt.

Die EUA war bislang in getrennten Konfigurationen für die einzelnen Hubschraubertypen der Heeresflieger und der Luftwaffe im Einsatz. Mit der jetzt ausgelieferten Softwareversion können künftig querschnittlich alle Maschinen – der Unterstützungshubschrauber (UH) Tiger, der Taktische Transporthubschrauber (TTH) und der Leichte Transporthubschrauber (LTH) NH90 sowie der Transporthubschrauber CH-53GA – gleichermaßen unterstützt werden. Außerdem soll die EUA auch zur Unterstützung der spanischen Tiger-Kampfhubschrauber eingesetzt werden.

Bereichsleiter Wirtz äußerte sich auch zu diesem Projekt: „Die EUA ermöglicht die Missionsunterstützung aller Hubschraubertypen mit einem einheitlichen System. Dadurch werden die Betriebskosten gesenkt und der Prozess der Luftfahrzeugunterstützung sowohl in der fliegerischen als auch in der technischen Abteilung in einem integrierten Prozess umgesetzt.“

Tiger und NH90 im Afghanistaneinsatz

Ab Anfang 2013 übernehmen unsere Heeresflieger mit dem UH Tiger ASGARD den Schutz deutscher Soldaten aus der Luft in Afghanistan. Mitte 2013 folgt der NH90 für die medizinische Evakuierung aus der Luft (Forward Air MedEvac). Durch diese Hubschrauber wird die medizinische Notfallversorgung von Bundeswehrsoldaten in Krisengebieten sichergestellt.

Zu den Aufgaben der Einsatzunterstützung zählt die Flugplanerstellung mit der Kombination von zivilen und militärischen Flugphasen unter Berücksichtigung von aktuellen Wetterdaten oder wechselnder Bedrohungen. Die Verarbeitung von Daten des elektronischen Selbstschutzsystems stellt sicher, dass der Pilot rasch auf Angriffe reagieren kann. Das EUA-System gewährleistet daneben die Anbindung an das logistische System der Bundeswehr (LogInfoSys Bw SASPF) sowie an die Führungssysteme und Fachinformationssysteme der Bundeswehr.

Mit der Beschaffung der computerbasierten Missionsplanungssysteme für Eurofighter-Maschinen und für die Hubschrauber ist die Bundeswehr nun dem Ziel nähergekommen, all ihre fliegenden Plattformen mit dem prinzipiell gleichen Planungssystem auszustatten.

Text: dew üpm


Zu unserer Bildfolge:
1. Mit dem Eurofighter-Missionsplanungssystem können Daten vor und nach einem Einsatz echtzeitnah abgeglichen werden.
(Collage: Cassidian)

2. Die Einsatzunterstützungsanlage für Bundeswehr-Hubschrauber, die in einem Container installiert ist, kann bei Auslandseinsätzen verlegt werden.
(Foto: Cassidian)

3. Am 13. Dezember 2012 trafen die ersten beiden deutschen UH Tiger in Afghanistan ein, die Aufnahme zeigt den Premiereflug.
(Foto: RC North PAO)


Kommentare

  1. Primelfink | 10. Januar 2013 um 23:10

    Tiger und NH90 im Afghanistaneinsatz:

    Nun ja, was soll man dazu sagen? Jetzt wo alle Kampftruppen aus dem Einsatz abrücken und der Rest nicht mehr weit aus den Lagern rauskommt ist der Einsatz der Tiger UHT sehr fraglich. Hier handelt es ausschließlich um eine große Testkampagne unter Einsatzbedingungen. Unseren Kampftruppen muss dies wie ein Peitschenschlag ins Gesicht vorkommen. 10 Jahre erhält man keine eigene Kampfunterstützung und jetzt wo der Tiger verfügbar ist, wird er der ANA zur Erprobung und CAS-Missionen überlassen und für diese fliegen. Hier muss man sich ernsthaft auch über den Missionsansatz gedanken machen. Die USA haben in Nordafghanistan 18 AH 64 für Unterstützungezwecke Stationiert und 4 Tiger UHT ASGARD-F (1x Rotte und 2x technische Reserve) sollen die gleiche Einsatzbereitschaft zeigen wie 18 AH 64 Apache? Ein Witz ist dies und hier wird einzig der eigentliche Grund für diesen Einsatz klar. Wenn der Tiger jetzt nicht ins Einsatzland geflogen worden wäre, hätte man den Tiger in Gänze gestrichen. Es hätte keine Legitimation mehr für die Nutzung eines so sündhaft teuren Kriegsgerätes gegeben. Dadurch das er jetzt in Afg ist gibt es jetzt wieder für die BW und Industrie Geld um noch mehr Geld in dieses Sinnlos Projekt fließen zu lassen. Bleibt nur zu hoffen das wenn mehr Geld in diesen Subventionshaufen fleißt auch sinnvolle upgrades beschafft werden wie lafetierte BK im Turm, APKWS, äußere Waffenhalterungen können mehr als nur Stringer tragen und sind vertikal richtbar……usw.
    Für unsere Soldaten die in der Vergangenheit in den wirklich heißen Phasen diesen Krieges unter Druck geraten sind und keine Luftnahunterstützung hatten tut es mit leid. Ein Rocketpod mit 19x70mm rockets und ein 12,7mm Gunpod sind der Witz für einen Hubschrauber in solch einer Preisklasse (1x Tiger UHT ASGARD-F ca. 55 Mio. €).

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