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Überlingen/Ulm. Anfang September konnten Diehl Defence und Elbit Systems Deutschland bei einer Live-Demonstration erfolgreich die operative Leistungsfähigkeit der Loitering-Munition „SkyStriker“, bekannt auch als Kamikaze- oder Wirk-Drohne, vorstellen. Mit der Erprobung wurde somit im Rahmen der strategischen Partnerschaft der beiden Unternehmen ein erstes wichtiges Etappenziel erreicht. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung hatten Diehl und Elbit im Juni dieses Jahres auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA Berlin geschlossen.

Im Zentrum der Demonstration stand die Reichweite des Systems „SkyStriker“ sowie die „Hand-Over“-Funktion, die bei einer Entfernung von 80 Kilometer zum Ziel durchgeführt wurde (Anm.: Unter der „Hand-Over“-Funktion versteht man die fliegende Übergabe der Systemkontrolle während einer laufenden Mission; dabei wird die Steuerung des unbemannten Flugkörpers von einer Kontrollstation oder einem Bediener nahtlos an eine andere Einheit übergeben).

Während der Erprobung bewies das System seine Fähigkeit, Ziele autonom zu erkennen, zu verfolgen und mit höchster Präzision zu bekämpfen. „SkyStriker“ war dabei aus einem Kanister gestartet worden und klärte unmittelbar danach das Ziel auf, verfolgte es und traf es zum Schluss erfolgreich.

Perfekte Zusammenarbeit mit der Elbit-Militärdrohne „Skylark 1-eVTOL“

Auch das Zusammenwirken mit der „Skylark 1-eVTOL“-Aufklärungsdrohne von Elbit Systems verlief reibungslos. In einer Pressemitteilung von Diehl Defence heißt es dazu: „Dies verdeutlicht die nahtlose Integration in komplexe Intelligence, Surveillance and Reconnaissance (ISR)-Unmanned Aerial Vehicle (UAV)-Netzwerke und die damit verbundenen Möglichkeiten für hochspezialisierte ,Seek & Strike‘-Missionen.“

Die „Skylark 1-eVTOL“ ist eine kleine, elektrisch angetriebene Militärdrohne für die Aufklärung, die senkrecht starten und landen kann (VTOL = vertical takeoff and landing).

Munition entwickelt für taktische Präzisionswirkungen über große Distanzen

Das „SkyStriker“-System ist eine elektrisch betriebene Loitering-Munition der neuesten Generation, die speziell für taktische Präzisionswirkungen über große Distanzen entwickelt worden ist. Mit einer Reichweite von mehr als 200 Kilometern und einer Verweildauer im Zielgebiet von gut zwei Stunden deckt das System ein breites Spektrum von Missionsanforderungen ab. Dank des Elektroantriebs zeichnet sich die Munition zudem durch eine extrem niedrige akustische und thermische Signatur aus, was ihre Detektion erschwert.

Die Loitering-Munition „SkyStriker“ ist in verschiedenen Ländern bereits ein einsatzerprobtes, zuverlässiges System. Dazu der Diehl-Pressetext: „Durch die hochauflösende Videoaufklärung sowie die Fähigkeit zur autonomen Verfolgung und dadurch präzisen, effektiven Bekämpfung lassen sich Kollateralschäden minimieren.“

Durch die hohe operative Flexibilität könne „SkyStriker“ von einer Vielzahl von Plattformen aus gestartet werden – darunter bodengebundene Fahrzeuge, Container, Luftfahrzeuge sowie das für die Bundeswehr und andere europäische Nationen relevante Raketenartilleriesystem EuroPULS, so Diehl weiter. Dies ermögliche es den Streitkräften, die ISR- und Strike-Fähigkeiten zu nutzen (Anm.: ISR = Intelligence, Surveillance and Reconnaissance; ISR- und Strike-Fähigkeiten beschreiben die nahtlose Verknüpfung von Aufklärung, Überwachung und zielgerichteter Waffenwirkung).

Abschuss der Loitering-Munition „SkyStriker“ aus dem EuroPULS-Startbehältern

Das Raketenartilleriesystem EuroPULS basiert auf dem israelischen PULS (Precise and Universal Launching System) von Elbit Systems. In der Bundeswehr wird die europäische Variante unter der Bezeichnung MARS 3 geführt. Deutschland sieht das System als Nachfolger von MARS 2 und als Grundlage für die zukünftige Fähigkeit der Truppe zu präzisem Langstreckenfeuer.

Das EuroPULS-System ist eine modular aufgebaute Raketenartillerie und kann verschiedene Raketentypen einsetzen, von Kurzstreckenraketen bis zu präzisionsgelenkten Raketen. Je nach Munition sind Reichweiten von bis zu 300 Kilometern möglich. Ein Werfer kann zwei Raketenmodule aufnehmen und mehrere Ziele innerhalb kürzester Zeit bekämpfen. EuroPULS kann die autonome „SkyStriker“-Loitering-Munition direkt aus seinen modularen Startbehältern verschießen.

Zur Vermarktung der EuroPULS-Raketensysteme arbeiten Elbit und KNDS, der deutsch-französische Zusammenschluss der Landsystem-Häuser Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Nexter, eng zusammen. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung wurde bereits am 14. September 2023 auf der Messe DSEI in London unterzeichnet. Am 26. März 2026 gründeten KNDS und Elbit schließlich ein Joint Venture mit dem Namen EuroPULS GmbH als 50:50-Partnerschaft der beiden Unternehmen. Der Hauptsitz ist in Kassel.

Die wichtigsten Faktoren für das europäische Waffensystem werden das modulare Feuerleitsystem von KNDS und die modulare Architektur der Elbit-Werfer sein. Für die erste Anfangsbefähigung wurden Medienberichten zufolge bereits fünf EuroPULS-Startgeräte bestellt, die Qualifizierung und Auslieferung soll 2027 erfolgen.

Die Weichen für eine hochmoderne, lokale Produktion in Deutschland stellen

Gunnar Pappert, Leiter des Produktbereichs „Heeressysteme“ bei Diehl Defence, äußerte sich nach dem erfolgreichen Test wie folgt: „Die Demonstration bestätigt die technologische Reife und die enorme Vielseitigkeit des ,SkyStriker‘-Systems. Für Diehl ist es ein entscheidender Schritt, die Synergien zwischen unseren Systemen und den Anforderungen moderner Streitkräfte direkt vor Ort zu demonstrieren. Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit Elbit Systems die Weichen für eine hochmoderne, lokale Produktion in Deutschland zu stellen, um die europäische Verteidigungsfähigkeit nachhaltig zu stärken.“

Marian Rachow, CEO von Elbit Systems Deutschland, ergänzte: „Unser System setzt schon heute die Maßstäbe zukünftiger Loitering-Munition für große Reichweiten. Diese Demonstration war und ist ein weiterer Meilenstein des ,SkyStriker‘ in Europa und auf dem Weg zu einer deutschen Produktion.“

Die Kooperation zwischen Diehl Defence und Elbit Systems zielt darauf ab, den wachsenden Bedarf an hochmodernen, autonomen Systemen in Deutschland zu decken und gegebenenfalls auch deutsche Produktionskapazitäten aufzubauen. Während Elbit die strategische Markterschließung vorantreiben soll, will Diehl die Fertigung, Montage sowie die Integration und Qualifizierung direkt in Deutschland übernehmen.


Zu unserem Bildmaterial:
1. bis 4. Aufnahmen von der Live-Demonstration der Unternehmen Diehl/Elbit mit der Loitering-Munition „SkyStriker“. Die Bilder zeigen den Start des Systems aus einem Kanister, die Anflugphase zum Ziel und schließlich den präzisen Treffer.
(Fotos: Diehl Defence)

5. Eingebunden in die Erprobung war die Elbit-Aufklärungsdrohne „Skylark 1-eVTOL“; sie kann senkrecht starten und landen.
(Foto: Elbit Systems)

6. Das Raketenartilleriesystem MARS 3, auch bezeichnet als deutsches EuroPULS-System, im März 2026 bei einem Live-Firing auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow. Verschossen wurde hier eine 122-mm-Trainingsrakete, Trägerfahrzeug war ein Iveco Trakker der Bundeswehr.
(Foto: Diehl Defence)

Kleines Beitragsbild: Die Loitering-Munition „SkyStriker“ von Elbit Systems.
(Grafik: Elbit Systems)


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