Rostock. Am heutigen Dienstag (30. September) endete die diesjährige Übungsserie „Quadriga“, die unter der Führung der Deutschen Marine stand. In den vergangenen zwei Monaten August und September hatte die Bundeswehr gemeinsam mit Kräften aus 13 Nationen in verschiedenen Teilübungen eindrucksvoll gezeigt, dass der gesamte Ostseeraum im Falle einer Krise und bei kriegerischen Auseinandersetzungen in allen Dimensionen entschlossen geschützt und verteidigt und somit der NATO-Auftrag vollumfänglich erfüllt werden kann. An „Quadriga 2025“ beteiligen sich seitens der Bundeswehr etwa 8000 Angehörige der Marine, des Heeres, der Luftwaffe, des Cyber- und Informationsraums sowie des Unterstützungsbereichs. Schauplätze der verschiedenen Teilübungen waren unter anderem Deutschland, Finnland, Litauen sowie weite Bereiche der Ostsee.
Nachdem in den vergangenen Jahren bei „Quadriga“ die Fähigkeiten der Bundeswehr und die Interoperabilität mit Partner-Streitkräften vor allem in der Luft (2023) und zu Land (2024) trainiert worden waren, stand diesmal die Dimension „See“ im Mittelpunkt. Aus diesem Grund war auch unsere Marine federführend bei der Übungsorganisation. Ein besonderer Blick richtete die Teilstreitkraft dabei auf die maritimen Übungsteile „Northern Coasts“ und „Role2Sea“.
Die Gesamtverantwortung für „Quadriga 2025“ hatte das Marinekommando in Rostock. Auf operativer Ebene wurde die Übungsserie durch das am 1. April dieses Jahres neu aufgestellte Operative Führungskommando der Bundeswehr geführt.
Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, zog am Ende der Großübung eine erfreuliche Bilanz. Er sagte: „,Quadriga 25‘ hat das gesamte Spektrum abgebildet – von der Alarmierung in den Heimatstandorten bis zur Verlegung über Land, See und Luft für Volltruppenübungen an der NATO-Ostflanke. Mit Übungen wie ,Quadriga‘ erhöhen wir die militärische Einsatzbereitschaft der Bundeswehr und stärken die gesamtstaatliche Verteidigung und Resilienz. Das ist wahre Abschreckung.“
Dass der Transport von Personal und Material durch Deutschland „nur gesamtstaatlich und gesamtgesellschaftlich“ gelingen kann, wurde übrigens bei „Quadriga 2025“ beispielhaft bei der Abfertigung von Transportschiffen deutlich: Bereits vor dem Auslaufen waren hier Vertreter ziviler Behörden sowie Polizeikräfte unterstützend im Einsatz.
Integraler Bestandteil der Übungsserie war die logistische Unterstützung der Heereskräfte. Dafür wurde bei „Quadriga 2025“ die Verlegung von Truppen und Gerät auf den verschiedenen Wegen nach Litauen geübt, um dort die NATO-Partner im multinationalen Rahmen beim Schutz der Ostflanke unmittelbar zu unterstützen (Teilübung „Grand Eagle“).
Neben dem Transport von Personal und Material ging es hier zudem um die zügige Herstellung der Einsatzbereitschaft am Zielort sowie die logistische Durchhaltefähigkeit einer militärischen Operation insgesamt. Gefordert war bei diesem Teil von „Quadriga 2025“ vor allem die Panzergrenadierbrigade 37 in enger Zusammenarbeit mit dem Unterstützungsbereich.
Im Fokus der an der Litauen-Verlegung beteiligten Kräfte stand dabei das Transportwesen unter Nutzung verschiedener Verkehrsträger wie Straße, Schiene und Seewege (Teilübung „Brave Blue“).
Dabei wurden auch zentrale Prozesse für den Nachschub erprobt und weiterentwickelt (Teilübung „Safety Fuel“). Konkret ging es dabei um die Einrichtung eines durchgängigen logistischen Netzes in Litauen zur Versorgung mit Munition, Ersatzteilen und Betriebsstoffen bis hin zum Betrieb eines modularen Feldtanklagers und der Wasseraufbereitung. Maßgeblich beteiligt waren auch hier „die zentralen Möglichmacher der Bundeswehr“, die Unterstützer.
Die taktische Planung und Durchführung maritimer Operationen im küstennahen Raum stand schließlich Ende August bei der Teilübung „Northern Coasts“ in der Ostsee auf dem Programm. Daran nahmen rund 2700 Soldaten aus 14 NATO-Nationen teil, dazu 40 Schiffe sowie zahlreiche Flugzeuge und Hubschrauber. Das Spektrum der Übungsvorhaben umfasste schwerpunktmäßig den Schutz vor multidimensionaler gegnerischer Bedrohung (Über- und Unterwasser und aus der Luft) sowie die Räumung von Seeminen.
Die Deutsche Marine konnte bei „Quadriga 2025“ – so ein erstes Fazit – im Zusammenwirken mit ihren Alliierten erfolgreich entscheidende Transportwege auf der Ostsee schützen. Daraus kann geschlossen werden, dass auch im Spannungs- und Verteidigungsfall die Ostsee-Verbindungen vor potenzielle Aggressoren im Bündnis entschlossen verteidigt werden können. Die Deutsche Luftwaffe unterstützte die Seestreitkräfte bei „Quadriga“ mit fliegenden Waffensystemen (Übungsanteil „Air Mag Day“).
Ein weiterer Fokus von „Quadriga 2025“ lag auf der sanitätsdienstlichen Versorgung auf See, einschließlich des Verwundetentransports und der Zusammenarbeit mit zivilen Akteuren des Gesundheitswesens an Land (Teilübung „Role2Sea“).
Das Übungsszenario ging dabei von einem „Minentreffer mit Massenanfall an Verletzten mitten auf dem Meer“ aus. Personal von Marine, Sanitätsdienst und zivilen Krankenhäuser übte in diesem vorgegebenen Rahmen gemeinsam die medizinische Versorgung auf der Ostsee und an Land. Ziel dieser zivil-militärischen Zusammenarbeit war es, eine bruchfreie Rettungskette unter herausfordernden Bedingungen – von See bis an Land – sicherzustellen.
In allen Phasen der Übungsserie war auch die Abwehr von Drohnen und der Einsatz hierzu neu beschaffter Ausrüstung ein fester Bestandteil. In einer Pressemitteilung des Presse- und Informationszentrums Marine heißt es dazu: „Die Integration der Drohnenabwehr in sämtliche Teilübungen erhöhte die individuelle Sicherheit der Soldaten. Damit demonstrierten die Bundeswehr bei ,Quadriga‘ ihre technologische Initiative und Zukunftsfähigkeit.“
Vom 25. August bis zum 12. September übten in Finnland Spezialkräfte aus neun NATO-Nationen bei „Southern Griffin“ Spezialoperationen in einem Szenario der Landes- und Bündnisverteidigung. Die rund 1600 Teilnehmer trainierten dabei zu Land, in der Luft und auf dem Wasser. „Southern Griffin“ wurde national organisiert und geführt von den Spezialkräften der Armee Finnlands. Folgende NATO-Länder beteiligten sich: Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Norwegen, Schweden und die USA.
Die Bundeswehr war vertreten mit Angehörigen des Kommandos Spezialkräfte, des Hubschraubergeschwaders 64 und des Operativen Führungskommandos. Der deutsche Beitrag zu „Southern Griffin“ war zugleich (als Teilübung „Silver Dagger“) Bestandteil der Großübung „Quadriga 25“.
„National Guardian“ ist als deutschlandweite Übung regelmäßiger Bestandteil der Serie „Quadriga“. Diesmal fand sie vom 29. August bis zum 12. September statt. Kern dieses Übungssegments ist immer der reibungslose Betrieb der „Drehscheibe Deutschland“, denn im Bündnisfall zählt es zu den wesentlichen deutschen NATO-Verpflichtungen, multinationale Verstärkungskräfte bei ihrem Aufenthalt in und Transit durch das Bundesgebiet zu unterstützen. Das kann im Ernstfall bedeuten, dass innerhalb von sechs Monaten bis zu 800.000 Soldaten sowie bis zu 200.000 Fahrzeuge in Deutschland untergebracht, versorgt und weiterverlegt werden müssen; parallel dazu findet auch noch der Aufmarsch der deutschen Einsatzkräfte statt.
Die Heimatschutzkräfte der Bundeswehr sind dabei ein zentraler Bestandteil der Teilübung „National Guardian“. Sie sichern verteidigungswichtige Infrastruktur wie Munitions- und Materiallager, Seehäfen, Verladebahnhöfe oder Convoy Support Center (Anm.: temporärer militärischer Rastplatz, der Konvois mit Kraftstoff, Verpflegung, Unterkunft, technischer Hilfe und medizinischer Versorgung versorgt). An der diesjährigen Übungsserie „Quadriga“ nahmen auch Reserveeinsatzkräfte der Marine teil.
Zu unserer Bildfolge:
1. Mit der Übungsserie „Quadriga 2025“ übte die Bundeswehr in den Monaten August und September gemeinsam mit Streitkräften aus 13 weiteren Nationen den Schutz des Ostseeraums unter den Bedingungen „Krise“ und „Krieg“. Dazu fanden in Deutschland, Finnland, Litauen und auf der Ostsee mehrere große Teilübungen statt. So beinhaltete beispielsweise die Teilübung „Grand Eagle“ die Verlegung von Material und Personal von Teilen der Panzergrenadierbrigade 37. Bei „National Guardian“ ging es um die Sicherung kritischer Infrastruktur durch Heimatschutzkräfte der Bundeswehr im Zuge dieser Verlegungen durch Deutschland. Der Schutz des Transports von Kräften über See wurde bei „Northern Coasts“ geübt. Die Teilübungen „Brave Blue“ und „Safety Fuel“ befassten sich mit logistischen Prozessen bei NATO-Partnern in Litauen.
(Bildelemente: Bundeswehr)
2. Wenn NATO-Partner im Ostseeraum Unterstützung benötigen, müssen Verstärkungskräfte schnell verlegt werden können – auf Straße, Schiene und dem Seeweg.
(Foto: Anne Weinrich/Bundeswehr)
3. Die Übungsserie „Quadriga 2025“ ist beendet. Ein Schwerpunkt war die Verlegung an die NATO-Ostflanke. Die Aufnahme entstand am 2. September 2025 bei Beelitz und zeigt Militärfahrzeuge im Rahmen von „Quadriga“ auf einem militärischen Rastplatz (Convoy Support Center, CSC).
(Foto: Marc Tessensohn/Bundeswehr)
4. Szenario „Minentreffer mit Massenanfall an Verletzten mitten auf dem Meer“: Bei „Role2Sea“ übten Marine, Sanitätsdienst und zivile Krankenhäuser gemeinsam die medizinische Versorgung auf der Ostsee und an Land. Eine funktionierende Rettungskette und die zivil-militärische Zusammenarbeit standen bei dieser „Quadriga“-Teilübung im Mittelpunkt. Das Bild zeigt das Hohlstablenkboot „Pegnitz“, von wo aus Sanitätskräfte der Bundespolizei per Seilwinde einen der „Verwundeten“ übernehmen und anschließend auf den Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ zur Behandlung ins integrierte Marine-Einsatz-Rettungszentrum (iMERZ) transportieren.
(Foto: Julia Kelm/Bundeswehr)
5. Medizinisches Personal an Bord des Einsatzgruppenversorgers „Frankfurt am Main“ versorget bei „Quadriga 2025“ beziehungsweise „Role2Sea“ im iMERZ die ankommenden „Minenopfer“. Auch Operationen können hier durchgeführt werden. Beim Weitertransport der „Verwundeten“ an Land auch in zivile Kliniken unterstützte ebenfalls die Search-and-Rescue-Leitstelle im niedersächsischen Nordholz.
(Foto: Oliver Stamm/Bundeswehr)
Kleines Beitragsbild: Die Korvette F260 Braunschweig verlässt während der Teilübung „Northern Coasts“ (im Rahmen von „Quadriga 2025“) den Hafen von Rostock-Warnemünde. Das Bild entstand am 4. September; einmontiert ist das Emblem der diesjährigen Übungsserie.
(Foto: Tanja Wendt/Bundeswehr; Emblem: Deutsche Marine; Bildmontage: mediakompakt)
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Weitere Informationen: https://www.mcd-elektronik.de/fileadmin/assets/downloads/pdf/application-notes/2025_applicationnote-signalanalysis-smart-cables-en_mcd.pdf
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