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Berlin/Rostock. Die Deutsche Marine wird wohl in absehbarer Zukunft neben Wilhelmshaven einen zweiten Marinestützpunkt an der Nordsee erhalten. Entsprechende Planungen sollen übereinstimmenden Medienberichten zufolge bereits aufgenommen worden sein. So meldete der Norddeutsche Rundfunk (NDR) in seiner Sendung „Aktuell“ am 6. April, dass derzeit Bremerhaven und Emden als neuer Militärhafen favorisiert würden. Beide maritimen Standorte hätten bereits Erfahrung im Umschlag militärischer Güter, etwa bei Verlegeübungen und Truppentransporten. Der neue Stützpunkt soll laut NDR die logistischen Kapazitäten der Bundeswehr erweitern.

Bislang verfügt die Deutsche Marine mit ihrem Stützpunkt „Heppenser Groden“ in Wilhelmshaven nur über einen einzigen eigenen Hafen an der Nordseeküste. „Heppenser Groden“ ist der größte Marinestützpunkt der Bundeswehr und einer der größten Marinestützpunkte Westeuropas.

Wie das Verteidigungsministerium, so hat auch die Teilstreitkraft auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) die Standortsuche vor Kurzem bestätigt. Details zum Auswahlverfahren, den Kriterien und den möglichen Kandidaten wurden dabei nicht genannt. Die Niedersächsische Staatskanzlei und der Senat der Freien Hansestadt Bremen sollen sich laut NDR bereits für ihre jeweiligen Häfen – Emden beziehungsweise Bremerhaven – als neuen Stützpunkt ausgesprochen haben.

Mehrere mögliche Standorte für einen neuen Marinehafen besichtigt

Wie das Verteidigungsministerium jetzt zudem mitteilte, so sind die notwendigen Prüf- und Entscheidungsprozesse bislang noch nicht abgeschlossen. Der Geschäftsführer der Hafeninfrastrukturgesellschaft NiedersachsenPorts (NPorts), Holger Banik, hatte kürzlich in Wilhelmshaven berichtet, dass sich Vertreter des Bundes inzwischen mögliche Standorte angesehen hätten. Zu den Kandidaten soll Banik zufolge auch Cuxhaven zählen. „Es gibt noch mehrere im Rennen“, so der NPorts-Geschäftsführer, „darunter vor allem Emden und Bremerhaven.“


Kompakt                           

Mit der deutschen Wiederbewaffnung und dem Aufbau der westdeutschen Marine (Bundesmarine) wurde die Küstenstadt Wilhelmshaven im Jahr 1956 wieder Marinehafen. Dort traten am 2. Januar 1956 die ersten Freiwilligen der neuen Bundeswehr-Teilstreitkraft ihren Dienst an. Am 6. Juni 1956 liefen die ersten Schiffe ein – Minenräumboote der früheren Kriegsmarine, die nun von der U.S. Navy zurückgegeben wurden.

Das damalige Verteidigungskonzept sah auch die Errichtung eines Marinearsenals zur Instandhaltung der neuen Schiffseinheiten vor. 1957 wurde mit den Planungen auf dem Gelände der ehemaligen Werft der Kriegsmarine begonnen.

Innerhalb von 15 Jahren entstand auf dem Trümmergelände einer der größten Arbeitgeber Wilhelmshavens. Parallel zum Aufbau des Marinearsenals hatte man auch mit den Planungen zum Wiederaufbau der gesprengten „4. Einfahrt“ begonnen. In den Wiederaufbau wurde die Neuanlage eines von den Gezeiten unabhängigen Vorhafens einschließlich des Marinestützpunkts einbezogen. 1956 begannen die ersten Vorarbeiten.

Am 4. Oktober 1964 nahm die neue „4. Einfahrt“ ihren Betrieb auf. Der im Vorhafen errichtete Marinestützpunkt auf dem „Heppenser Groden“ in Wilhelmshaven wurde am 9. August 1968 eingeweiht.

Heute umfasst der maritime Stützpunkt etwa 292 Hektar, davon 96 Hektar Wasserfläche. Es gibt 38 schleusenunabhängige Liegeplätze. Seit 2013 findet ein Ausbau statt, um neue Gebäude (Dienstgebäude, Unterkünfte) für die Besatzungen der Fregattenklasse F125 zu schaffen.

Im Marinestützpunkt „Heppenser Groden“ sind die elf Fregatten der „Brandenburg“-, „Sachsen“- und „Baden-Württemberg“-Klasse, die drei Einsatzgruppenversorger der „Berlin“-Klasse, der Betriebsstofftransporter „Rhön“ sowie drei Schlepper der Klasse 725 beheimatet. Darüber hinaus sind Boote der Wasserschutzpolizei Niedersachsen und zivile Schlepper im Vorhafen stationiert.

Seit dem Jahreswechsel 2025/2026 werden im Marinestützpunkt „Heppenser Groden“ neue Rekruten in einer modernisierten Grundausbildung geschult.


Zu unserem Bildsequenz:
1. Heute verfügt die Deutsche Marine über insgesamt vier Häfen im Bereich der 1585 Kilometer langen Nord- und Ostseeküste (621 Kilometer Nordseeküste, 964 Kilometer Ostseeküste). In früheren Zeiten gab es in diesen Bereichen weit mehr Militärhäfen, wie unsere Übersicht zeigt.
(Hintergrundfoto: Symbolbild „Abenddämmerung an der Ostsee“ aus dem Bildangebot von Pixabay, Fotograf Thomas/Sinousxl; Textquelle: Wikipedia; gesamte Infografik © Christian Dewitz/mediakompakt 04.26)

2. „Heppenser Groden“ in Wilhelmshaven mit Seeschleuse. Das Luftbild entstand im Mai 2012 bei einem Fotoflug vom Flugplatz Nordholz-Spieka über Cuxhaven nach Wilhelmshaven.
(Foto: Martina Nolte/Wikipedia/Wikimedia Commons/unter Lizenz CC BY-SA 3.0 de –
vollständiger Lizenztext: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)

3. Derzeit nutzt unsere Marine folgende vier Militärhäfen: Wilhelmshaven („Heppenser Groden“) im Bereich der Nordsee, dazu Eckernförde (Kranzfelder Hafen), Kiel (Kiel-Wik) und Rostock (Warnemünde) an der Ostsee. Unsere Grafik zeigt diese Stützpunkte sowie die möglichen Kandidaten für einen zweiteren Nordsee-Marinehafen.
(Bild: Infografik © Christian Dewitz/mediakompakt 04.26)

4. Marinestützpunkt „Heppenser Groden“, Wilhelmshaven – die Ostmole der „4. Einfahrt“.
(Foto: Ein Dahmer/Wikipedia/Wikimedia Commons/unter Lizenz CC BY-SA 3.0 –
vollständiger Lizenztext: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Kleines Beitragsbild: Wilhelmshaven ist Deutschlands größter Marinestützpunkt. Die schwimmenden Einheiten sind im neuen Vorhafen („4. Einfahrt“) stationiert. Im Bild die Fregatte „Sachsen-Anhalt“ im Juli 2022.
(Foto: Ein Dahmer/Wikipedia/Wikimedia Commons/unter Lizenz CC BY-SA 3.0 –
vollständiger Lizenztext: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)


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