Wilhelmshaven. Am heutigen Dienstag (6. Januar) um 14 Uhr verließ die Fregatte „Sachsen“ unter Kommandant Wolfgang Eckmüller ihren Heimatstützpunkt Wilhelmshaven. Sie wird Teil des ständigen maritimen NATO-Einsatzverband SNMG 1 (Standing NATO Maritime Group 1). Am 19. Dezember war das Schwesternschiff der „Sachsen“, die Fregatte „Hamburg“, aus dem Einsatz in der SNMG 1 nach Wilhelmshaven zurückgekehrt.
Nach den Ausbildungsfahrten im vergangenen Jahr geht es für die Besatzung der „Sachsen“ nun in die Nordsee, Ostsee und anschließend in den Nordatlantik zur Mission im Rahmen des multinationalen Einsatzverbandes SNMG 1. Fregattenkapitän Eckmüller erklärte vor dem Auslaufen vor Pressevertretern: „Ich bin stolz, Kommandant der ,Sachsen‘ zu sein und den Namen des Patenlandes in die Welt hinauszutragen zu dürfen.“
Der Kernauftrag des deutschen Kampfschiffes und seiner Besatzung in der SNMG 1 ist die Kontrolle und der Schutz strategischer Seewege sowie der Schutz kritischer Infrastruktur in den jeweiligen maritimen Regionen. Die „Sachsen“ wird im NATO-Verband verschiedene Aufgaben übernehmen. Die „Hamburg“ hatte in den vergangenen Monaten unter dem Kommando von Fregattenkapitän Alexander Timpf bewiesen, wie wichtig die Bundeswehr-Schiffe der Klasse „F124“ für das Bündnis sind.
Die Fregatte „Hamburg“ hatte während ihrer NATO-Mission mehrfach den Polarkreis überquert und damit ihre hohe Seetüchtigkeit sowie Einsatzfähigkeit in den nördlichen Gewässern und unter rauen meteorologischen Bedingungen zu jeder Jahreszeit demonstriert.
Das Schiff hatte auch am Manöver „Neptune Strike“ in der Ostsee teilgenommen und Anfang Oktober auf Bitten Dänemarks maßgeblich bei der Luftraumüberwachung und der Absicherung des EU-Gipfels in Kopenhagen geholfen. Ein besonderer Höhepunkt war die enge Zusammenarbeit im Verband mit dem Flugzeugträger USS „Gerald R. Ford“ gewesen.
Die Fregatte „Sachsen“ wird, wie zuvor die „Hamburg“, im NATO-Verband verschiedene Aufgaben übernehmen. Neben der Stammbesatzung werden unter anderem Soldaten des Marinefliegergeschwaders 5 aus Nordholz sowie der Zahnarztgruppe an Bord sein. Schiff und Crew werden Mitte Juli 2026 wieder im Heimathafen zurückerwartet.
Die Standing NATO Maritime Group 1 besteht aus mehreren Zerstörern und Fregatten verschiedener Bündnisstaaten; hinzu kommt ein Versorgungsschiff. Die SNMG 1 gibt es in dieser Form (neben weiteren ständigen Einsatzsatzverbänden der Allianz) seit dem Jahr 1967. Bevor die SNMG1 im Jahr 2005 ihren heutigen Namen erhielt, trug sie die Bezeichnung „Standing Naval Force Atlantic“.
Die Deutsche Marine besitzt insgesamt drei Fregatten der Klasse F124. Dies sind die „Sachsen“ (Indienststellung 4. November 2004), die „Hamburg“ (Indienststellung 13. Dezember 2004) und die „Hessen“ (Indienststellung 21. April 2006).
Die drei deutschen Fregatten sind als Mehrzweckschiffe für Geleitschutz und Seeraumkontrolle konzipiert. Ihr Schwerpunkt ist die Luftverteidigung. Mit ihrem Radar SMART-L (Signal Multibeam Acquisition Radar for Tracking, L band) kann eine einzige Einheit der „Sachsen“-Klasse beispielsweise den Luftraum über der gesamten Nordsee überwachen. Das Radar ist dabei in der Lage, mehr als 1000 Ziele gleichzeitig zu erfassen.
Die Flugabwehrraketen vom Typ SM2 aus dem Senkrecht-Startsystem Mk41 VLS (Vertical Launching System) reichen mehr als 160 Kilometer weit. Alle Sensoren und Waffen an Bord sind für die Hauptaufgabe der Verbandsflugabwehr optimiert.
Die Aufnahme zeigt die Fregatte „Sachsen“ im Lysefjord, einem etwa 40 Kilometer langer Meeresarm in Südwestnorwegen. Unsere Marine nutzt den Lysefjord unter anderem für Ausbildungs- und Navigationsfahrten.
(Foto: Bundeswehr)
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