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Berlin. Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) will nach der Sommerpause des Bundestages knapp einhundert neue Rüstungsprojekte auf den Weg bringen. Das berichteten am heutigen Sonntag (16. August) verschiedene Onlinemedien unter Berufung auf die Zeitung WELT AM SONNTAG (WamS). Die WamS bezieht sich in ihren Beitrag über die neue milliardenschwere Einkaufsliste des BMVg auf ein internes Planungspapier des Ministeriums. Die Projekte sollen bis Jahresende durch das Parlament beziehungsweise die zuständigen Ausschüsse gebracht werden.

Laut WamS-Quelle soll es im gesamten Jahr 2025 etwa einhundert Beschaffungsvorhaben für die Bundeswehr oberhalb der 25-Millionen-Euro-Grenze gegeben haben. Für 2026 gehen die eingangs erwähnten internen Unterlagen von knapp 150 Vorhaben aus, für 2027 von bis zu 170.

Zur Erinnerung: Jedes größere Rüstungs- und Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr unterliegt dem ausdrücklichen Zustimmungsvorbehalt des Parlaments. Ohne etwa die formelle Billigung durch den Haushaltsausschuss kann das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) den Auftrag nicht an die Industrie vergeben. Eine 25-Millionen-Euro-Vorlage ist demnach eine befugte, verbindliche Befassung des Haushaltsausschusses des Bundestages. Alle Vorlagen werden letztendlich aus dem regulären Verteidigungshaushalt (Einzelplan 14) oder aus dem Sondervermögen „Bundeswehr“ finanziert.

Nach Angaben der WELT AM SONNTAG sollen bis zur aktuellen parlamentarischen Sommerpause in diesem Jahr bereits alles in allem 44 Großprojekte mit einem Gesamtvolumen von knapp 19 Milliarden Euro umgesetzt worden sein. Bis Anfang August habe das BMVg außerdem schon rund 6400 Aufträge – kleinere Vorhaben hier eingerechnet – erteilt.

Massive Aufstockung der Munitionsvorräte für die Truppe

Die Einkaufslist soll – so zitierte es die WamS aus den Papieren des Wehrressorts – Positionen für alle Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche der deutschen Streitkräfte enthalten. Ein besonderer Schwerpunkt soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 auf der Munitionsbeschaffung liegen. Bereits in der Vergangenheit war immer wieder davor gewarnt worden, dass die Munitionsvorräte der Bundeswehr unzureichend seien.

So hieß es beispielsweise im November 2025 auf der Website defence-network.com des CPM-Verlages: „Die Munitionsvorräte der Bundeswehr gelten seit Jahren als gravierender Engpass und reichen laut internen Einschätzungen bei einem intensiven Konflikt oft nicht für die von der NATO geforderten 30 Tage aus.“

Vorgesehen sind auch weitere Rüstungsgeschäfte mit US-Firmen

Geplant sind nach WamS-Informationen zudem Auftragsvergaben unter anderem für die Waffensysteme Eurofighter, F-35, Patriot, Iris-T, den Schützenpanzer Boxer oder für die Bewaffnung der Drohne Heron TP. Investiert werden soll ferner in Fahrzeuge, Marine-Ausrüstung, Weltraumaufklärung und nicht zuletzt militärische Infrastruktur.

Auch neue Geschäfte mit US-Unternehmen sind geplant. Hier bleibt die WamS mit ihrer Quelle vage. Das Verteidigungsministerium äußert sich vor der parlamentarischen Befassung nicht zu geplanten Beschaffungsvorhaben – wir werden berichten, wenn die Projekte den Bundestag passiert haben.


Das Bildmaterial zur Illustrierung unseres Beitrags entstand am 23. April 2025 in Litauen auf einem Übungsplatz nahe Klaipėda. Hier trainierten Bundeswehrsoldaten der multinationalen Battlegroup Lithuania das Schießen auf Maximaldistanz mit der Panzerhaubitze 2000. In der Vergangenheit ist die Beschaffung von 155-mm-Artilleriemunition für die Panzerhaubitze 2000 stark hochgefahren worden. So wurden etwa im Juli 2024 im Rahmen von Großaufträgen und Rahmenverträgen Hunderttausende Geschosse, Treibladungen und Zünder geordert, um den Eigenbedarf zu decken und Bestände nach Abgaben an die Ukraine zu ersetzen. Das Bild zeigt Soldaten, die bei der Übung Treibladungen für das Waffensystem heranschaffen.
(Foto: Christoph Kassette/Bundeswehr)

Kleines Beitragsbild: Die Panzerhaubitze 2000 gilt momentan als modernste Haubitze weltweit. Das Beladen läuft nahezu vollautomatisch. Zur Besatzung der Haubitze gehören ein Fahrer, zwei Munitionskanoniere, ein Richtkanonier sowie ein Geschützführer. Für das Abfeuern der Munition wird eine Treibladung benötigt, diese setzt der zweite Kanonier an. Die Stärke der Treibladung variiert je nach Geschoss, Ziel und Entfernung.
(Foto: Christoph Kassette/Bundeswehr)


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