Düsseldorf. Der Rüstungskonzern Rheinmetall beziehungsweise dessen Tochterunternehmen Rheinmetall Project Solutions GmbH wird weitere mobile Rettungsstationen an die Bundeswehr liefern. So soll die Truppe in Erweiterung einer früheren Bestellung zusätzlich 149 geschützte und ungeschützte Systeme im Wert von mehr als 500 Millionen Euro (brutto) erhalten. Dieser Abruf aus einem Ende 2024 erteilten Rahmenvertrag ist laut Rheinmetall „der bislang größte Auftrag, den die damit betraute Tochter jemals erhalten hat“. Die Produktion der Rettungsstationen soll im ersten Quartal 2027 starten.
Mit dem im Juli dieses Jahres gebuchten Auftrag erhöht sich die Stückzahl der Bundeswehr-Rettungsstationen auf insgesamt 165 Systeme (Gesamtwert rund 600 Millionen Euro brutto). Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr – kurz BAAINBw – hatte Rheinmetall im Dezember 2024 im Zuge eines Rahmenvertrags zunächst damit beauftragt, bis zu 137 Rettungsstationen zu liefern.
Zehn ballistisch geschützte und sechs ungeschützte Systeme waren damals zunächst fest beauftragt worden. Der Abruf weiterer geschützter und ungeschützter Systeme sind als Option zentraler Bestandteil des Vertrages. Hinzu kommt die Schulung des Personals für die sanitätsdienstliche Einrichtung.
Die Rettungsstationen sind Teil des Gesamtsystems „Modulare Sanitätseinrichtungen“ (MSE). Innerhalb des Sanitätsdienstes der Bundeswehr dienen die hochmobilen Rettungsstationen dazu, die erste notfallmedizinische Versorgung der Truppe sicherzustellen. Die Systeme lassen sich im Bedarfsfall innerhalb kürzester Zeit durch vier Soldaten auf- und abbauen. Damit berücksichtigt das System eine Erfahrung aus dem Ukrainekrieg, wonach auch bei der sanitätsdienstlichen Versorgung unbedingt hochbewegliche Systeme eingesetzt werden müssen.
Jede Rettungsstation besteht aus zwei Containern, die im Verbund oder einzeln betrieben werden können. Jeder Container ist mit Generator und Klimaanlage ausgestattet und lässt sich mehrere Tage autark einsetzen. Bei Ausfall eines Generators kann das Gesamtsystem über den Generator eines einzelnen Containers weiterbetrieben werden.
Das System bietet einen vollausgestatteten Notfallbehandlungsplatz sowie vier weitere Behandlungsplätze. Sämtliches medizinisches Gerät ist an Airliner-Schienen (Anm.: spezielles Befestigungssystem aus robustem Aluminium) angebracht und lässt sich individuell konfigurieren.
Die Rettungsstation kann mit den in der Bundeswehr genutzten Trägerfahrzeugen transportiert werden. Im Gelände kann das System danach (bei einer entsprechenden Längs- und Querneigung) sicher aufgestellt werden. Hierzu musste von Rheinmetall eine eigene Hebevorrichtung entwickelt werden, da kein marktverfügbares Produkt die gestellten Anforderungen erfüllen konnte.
Durch die Bundeswehr werden – wie eingangs bereits erwähnt – geschützte und ungeschützte Varianten beschafft. Dabei handelt es sich um die Regeneration eines bestehenden Systems. Die neue Rettungsstation ersetzt dabei jedoch einen aufwendigen Zeltanteil durch einen hochmodularen 3:1-Container der Rheinmetall Mobile Systeme GmbH. Dadurch kann das neue System besser in unwegsamem Gelände transportiert und aufgebaut werden.
Die in Düsseldorf ansässige Rheinmetall Project Solutions GmbH ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Rheinmetall-Konzerns. Sie ist auf Einsatzunterstützung, Feldlager-Infrastruktur, Munitions- und Kampfmittelbergung sowie mobile Sanitäts- und Rettungssysteme spezialisiert.
Das Unternehmen baut auf den langjährigen Erfahrungen des Konzerns in den Bereichen „Einsatzunterstützung“ und „Service Support“ auf. Das Dienstleistungsspektrum umfasst unter anderem Projektmanagement, Ingenieur-Design-Kompetenzen, integrierte Logistikdienstleistungen, Bereitstellung von Infrastruktur, Sensorik, Überwachungs- und Schutzsysteme und die Personalgestellung – auch in gefährlichen Einsatzgebieten.
Im Jahr 2021 hat Rheinmetall Project Solutions die Anteile an der Rheinmetall Mobile Systeme GmbH aus Meckenbeuren (Anm.: Bodenseekreis, Baden-Württemberg) übernommen. Die Übernahme folgte der strategischen Entscheidung, mit der Business Unit „International Projects and Services“ den Bereich der Dienstleistungen rund um die internationalen Einsatzverpflichtungen der Streitkräfte deutlich zu erweitern. Die Rheinmetall Mobile Systeme brachte langjähriges Know-how im Bereich der Medizintechnik und mobilen sanitätsdienstlichen Versorgung mit ein.
Zu unserem Bildmaterial:
1. Mobile Rettungsstation auf Bundeswehr-Trägerfahrzeug. Die Stationen sind Teil des Gesamtsystems „Modulare Sanitätseinrichtung“ kurz MSE.
(Foto: Rheinmetall AG)
2. Die Grafik zeigt das Dienstleistungsspektrum der Firma Rheinmetall Project Solutions am Beispiel des „German Armed Forces Contractor Augmentation Program“, G-CAP.
(Bild: Rheinmetall AG; grafische Bearbeitung: mediakompakt)
Anzeige
Weitere Informationen: https://www.thalesgroup.com/de/solutions-catalogue/defense/air/samp/t-ng-luftverteidigungssystem.
Besuchen Sie uns auf https://twitter.com/bw_journal