München/Rostock-Laage. Die Lufthansa Aviation Training GmbH (LAT) bildet ab dem 1. Februar 2027 angehende Jetpiloten der Deutschen Luftwaffe aus. Eine entsprechende Vereinbarung für die fliegerische Erstausbildung durch LAT wurde vor Kurzem unterzeichnet. An dem Programm „Initial Flight Training“ – kurz IFT – werden rund 50 männliche und weibliche Nachwuchspiloten teilnehmen. Im Rahmen des IFT erwerben die Teilnehmer die grundlegenden Fertigkeiten des praktischen Fliegens.
Die Ausbildung von LAT umfasst theoretische Grundlagen wie zum Beispiel Mission Planning, Meteorologie und Luftrecht. Elementarer Teil der praktischen Schulung sind das Fliegen nach Sichtflugregeln inklusive einer Einweisung in das sogenannte „Upset Prevention and Recovery“-Training.
Bei UPR handelt es sich um ein spezielles Training, das seit Ende 2019 praktisch für alle Berufspiloten-Ausbildungsgänge vorgeschrieben ist. Hintergrund ist die Häufung von Vorfällen und Unfällen in der gewerblichen Luftfahrt, bei denen Defizite der Piloten im grundlegenden Fliegen auftraten. Oft handelte es sich bei dem Ereignis um ein gefährliches Überziehen des Flugzeugs oder einen anderen folgenschweren Kontrollverlust, an dessen Ende der verantwortliche Pilot nicht selten den Kampf gegen die komplexen Systeme eines modernen Verkehrsflugzeuges verlor. Wesentliche UPR-Manöver sind:
– Überziehen/Stall (in diversen Fluglagen);
– Beschleunigtes Überziehen/Accelerated Stall;
– Ungewöhnliche Flugzustände/Unusual Attitudes;
– Trudeln/Spin;
– Spiralsturz/Spiral Dive.
Ein besonderer Ausbildungshöhepunkt ist der erste Alleinflug, bei dem die angehenden Pilotinnen und Piloten das Erlernte erstmals selbstständig in die Praxis umsetzen sollen.
Die Ausbildung erfolgt am LAT-Standort Rostock-Laage, der Heimat des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“. Zum Einsatz kommen hier einmotorige Schulungsflugzeuge des Typs Diamond DA40 NG.
Die Ausbildung wird von erfahrenen Fluglehrern geleitet, von denen ein Großteil zuvor als Jetpilot bei der Deutschen Luftwaffe tätig war. Die unmittelbare räumliche Nähe zum Geschwader „Steinhoff“ ermöglicht von Beginn an einen engen Austausch mit dem Eurofighter-Ausbildungsverband.
Rostock-Laage ist bereits seit vielen Jahren Ausbildungsort der Flugschule der Lufthansa Group. Hier absolviert die junge Piloten-Generation die sogenannte „IFR-Phase“ ihrer Ausbildung (IFR = Instrument Flight Rules) und schließt diese mit der praktischen Prüfung zur CPL-Lizenz ab (CPL = Commercial Pilot Licence; diese berechtigt – im Unterschied zur Privatpilotenlizenz PPL – zur gewerblichen Tätigkeit als Flugzeugführer).
Lufthansa Aviation Training qualifiziert unter anderem Drohnenpiloten der Luftwaffe am Standort Rostock, Besatzungen der P-8A Poseidon der Deutschen Marine am Simulatorstandort Berlin sowie Hubschrauberbesatzungen der Bundeswehr. Mit dem Auftrag der fliegerischen Grundausbildung junger Luftwaffenpiloten für das Jahr 2027 erweitert die Gesellschaft erneut ihr militärisches Trainingsportfolio.
Zum Schluss einige prominente Stimmen. So erklärte Matthias Spohr, CEO Lufthansa Aviation Training: „Wir freuen uns über das Vertrauen der Deutschen Luftwaffe in unsere Schulungskompetenz. Die fliegerische Grundausbildung ist ein wichtiger Beitrag zur Einsatzbereitschaft der Bundeswehr – gerade vor dem Hintergrund der sicherheitspolitischen Zeitenwende. Wir freuen uns, damit die Teilstreitkraft zu unterstützen und unsere bewährte Partnerschaft weiter auszubauen.“
Brigadegeneral Henrik Scholz, Abteilungsleiter „Weiterentwicklung“ im Kommando Luftwaffe, sagte: „Die Deutsche Luftwaffe und Lufthansa verbindet eine mehr als 60-jährige Partnerschaft im Bereich der Schulung und Ausbildung unserer Piloten. Wir freuen uns, dass wir diese professionelle Zusammenarbeit jetzt am Standort Rostock-Laage für das Jahr 2027 fortsetzen werden.“
Leitender Regierungsdirektor Frank Ringhof, Chef des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Berlin, äußerte sich zum Vertragsschluss wie folgt: „Mit dieser neuen Vereinbarung konnten und können wir – das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Berlin als Team hinter der Truppe – unseren Beitrag dazu leisten, dass die Ausbildung der zukünftigen männlichen und weiblichen Luftwaffenpiloten sichergestellt ist und dieses Personal später einmal seinen Auftrag der Landes- und Bündnisverteidigung erfüllen kann.“
Die Lufthansa Aviation Training GmbH/LAT gehört mit ihrer Kompetenz in der Aus- und Weiterbildung von Cockpit- und Kabinenpersonal an zehn Ausbildungs- und Trainingsstandorten weltweit zu den führenden Unternehmen im Bereich „Flight Training“. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz am Flughafen München und beschäftigt an allen Trainingsstandorten insgesamt rund 800 Mitarbeiter.
Zum Kundenportfolio gehören mehr als 250 national und international renommierte Airlines, darunter auch die Lufthansa Konzernfluggesellschaften. LAT verfügt über fast 200 Trainingsgeräte. Dazu gehören Schulungsflugzeuge für die Pilotenausbildung, Flugsimulatoren aller gängigen Flugzeugmuster für das Pilotentraining sowie Emergency- und Service Mock-ups für die Aus- und Weiterbildung von Kabinencrews.
Unter der Marke „European Flight Academy“ (EFA) bündelt Lufthansa Aviation Training die Flugschulen der Lufthansa Group.
Die Aufnahme zeigt einen Nachwuchspiloten der Deutschen Luftwaffe mit seinem Ausbilder auf dem Weg zum Schulungsflugzeug Diamond DA40 NG.
(Foto: LAT)
Kleines Beitragsbild: Die Lufthansa Aviation Training GmbH mit Hauptsitz am Flughafen München ist ein einhundertprozentiges Tochterunternehmen der Deutschen Lufthansa AG.
(Foto: LAT)
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Weitere Informationen: https://www.thalesgroup.com/de/solutions-catalogue/defense/air/samp/t-ng-luftverteidigungssystem.
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