Taufkirchen/Venlo (Niederlande). Das deutsche Unternehmen Hensoldt hat jetzt die Übernahme des niederländischen Optronik-Spezialisten Nedinsco abgeschlossen. Voraussetzung für den Deal waren die erforderlichen behördlichen Genehmigungen, die nun alle vorliegen. Auch der Betriebsrat von Nedinsco erteilte seine Zustimmung. Die 1921 gegründete Firma hat Standorte in Venlo (Hauptsitz) und Eindhoven und beschäftigt rund 140 Mitarbeiter.
Nedinsco ist nach eigener Darstellung „ein führender europäischer Spezialist“ für opto-mechatronische Subsysteme für gepanzerte Fahrzeuge und entwickelt und fertigt Periskope, Fahrer-Sichtsysteme und Sensoreinheiten für einige der wichtigsten militärischen Landplattformen, die europaweit im Einsatz sind.
Die Übernahme soll die Hensoldt-Division „Optronics“ stärken und so die Kompetenzen des börsennotierten Rüstungskonzerns in den Bereichen „Fahrzeugoptronik“, „Situationserkennung“ und „Rapid Prototyping“ (Anm.: Druck funktionaler elektronischer Strukturen direkt in 3D) für Verteidigungsanwendungen erweitern.
Oliver Dörre, CEO von Hensoldt, erklärte die Transaktion: „Nedinsco ist ein Unternehmen mit einer starken Erfolgsbilanz, einem hochqualifizierten Team und einem Produktportfolio, das unser eigenes in jeder Hinsicht ergänzt. Mit dieser Übernahme sichern wir uns eine entscheidende Kompetenz, vertiefen unsere Präsenz im Bereich der Optronik für europäische Landplattformen und heißen rund 140 hochmotivierte Kollegen in der Hensoldt-Gruppe willkommen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und die Chancen, die diese Übernahme mit sich bringen wird.“
Nedinsco-Chef Arno Bouwmeester äußerte sich ebenfalls zu dem Zusammenschluss. Er sagte: „Diese Transaktion sichert unser weiteres Wachstum und ist ein wichtiger Schritt nach vorne für unser Firma und unsere Kunden. Durch den Zusammenschluss gewinnt Nedinsco an Größe, Stabilität, verbesserter Unterstützung und globaler Reichweite, was notwendig ist, um Innovationen zu beschleunigen und gleichzeitig die Präzision, Zuverlässigkeit und engen Partnerschaften zu bieten, die unsere Kunden schätzen.“
Laut aktueller Hensoldt-Pressemitteilung werden finanziellen Auswirkungen der Nedinsco-Akquisition auf die Nettoverschuldung des Konzerns „voraussichtlich durch eine höhere Cash-Conversion und günstigere Leasing-Verbindlichkeiten wieder ausgeglichen“.
Nedinsco soll weiterhin von seinem Hauptstandort Venlo aus operieren und dazu – wie zu Beginn bereits thematisiert – in den Geschäftsbereich „Optronics“ von Hensoldt integriert werden. Die schlanke Struktur und die lokale Identität von Nedinsco sollen erhalten bleiben. Die Marke „Nedinsco“ wird künftig den Zusatz „a Hensoldt Company“ tragen.
Unsere Bildmontage zeigt den Hauptstandort von Nedinsco in Venlo, dazu eine Hensoldt-Grafik zum Zusammenschluss mit den Niederländern.
(Foto: Nedinsco; Grafik: Hensoldt; Bildgestaltung und -montage: mediakompakt)
Kleines Beitragsbild: Symboldarstellung „Elektromagnetisches Spektrum“. Nedinsco arbeitet mit verschiedenen Bereichen dieses Spektrums: Sichtbares Licht (für Kameras und Sensoren zur präzisen Tagüberwachung und Zielerfassung), Nahes Infrarot (klare Bilder bei Dämmerung und schlechten Lichtverhältnissen), Kurzwelleninfrarot (diese Technologie ermöglicht Durchsicht bei Nebel, Staub oder Rauch, indem sie Wellenlängen jenseits des sichtbaren Lichts nutzt) sowie Langwelleninfrarot (Kameras in diesem Spektrum erfassen thermische Strahlung, was die 24-Stunden-Beobachtung und Zielverfolgung unabhängig von Umgebungslicht ermöglicht).
(Bild: nr)
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