Berlin. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner 38. Sitzung am heutigen Mittwoch (20. Mai) neben panzerbrechender Munition im Kaliber 27mm und ungeschützten Transportfahrzeugen auch die Beschaffung von Geoinformationsdaten sowie weiterer Rüstsätze für Netzservicetrupps genehmigt. Die vier 25-Millionen-Euro-Vorlagen für den Ausschuss basieren auf dem Einzelplan 14 und – in zwei Fällen – auf dem Sondervermögen „Bundeswehr“.
Die Ausschussmitglieder gaben im Sitzungssaal 2.400 des Paul-Löbe-Hauses unter dem Tagesordnungspunkt 4 zunächst grünes Licht für die Beschaffung weiterer militärischer Transportfahrzeuge in den Zuladungsklassen 3,5 bis 15 Tonnen. Bei den Fahrzeugen handelt sich um ungeschützte, geländegängige, allradgetriebene, zwei-, drei- und vierachsige Lkw. Diese sollen die Truppe unterstützen, Versorgungsgüter aller Art liefern und Container und Wechselpritschen transportieren.
Die Fahrzeuge erfüllen die militärischen Anforderungen und sollen vollständig ins logistische System der Bundeswehr integriert werden.
Ebenfalls zugestimmt hat der Haushaltsausschuss einer Lieferung weiterer Rüstsätze für Netzservicetrupps auf Basis einer entsprechenden Rahmenvereinbarung. Unter Punkt 5 der Tagesordnung des Gremiums heißt es: „Zweiter Abruf aus einer bestehenden Rahmenvereinbarung über die Herstellung und Lieferung von Rüstsätzen des Netzservicetrupps/RS NServTrp.“
Die Rüstsätze dienen mobilen Trupps zur Installation, Wartung und Instandsetzung von technischem Gerät. Das sichert bei Einsätzen und Übungen die Vernetzung der mobilen Übertragungssysteme der Bundeswehr untereinander sowie den leitungsgebundenen Anschluss der Gefechtsstände.
Unter dem Tagesordnungspunkt 6 stimmten die Haushälter ab über eine Rahmenvereinbarung zur Prozessierung und Lieferung von Geoinformationen für die deutschen Streitkräfte. Bei diesen Informationen handelt es sich um digitale Höhen-, Fernerkundungs- und Referenzdaten – dies können etwa Satellitenbilder und Höhenmodelle der Erdoberfläche beziehungsweise des Geländes sein.
In der Bundeswehr besteht ein großer Bedarf an weltweiten Geoinformationen einschließlich kommerziell beschaffbarer Luft- und Satellitenbilddaten. Diese Informationen werden durch den Geoinformationsdienst der Bundeswehr weiterverarbeitet und dienen unter anderem als Grundlage für Kartenmaterial, für die Navigation von Waffensystemen sowie zur taktischen und operativen Planung.
Der Geoinformationsdienst berät die Bundeswehr auf allen Gebieten der geowissenschaftlichen Fachdisziplinen. Diese Beratung ist eine interdisziplinäre, wissenschaftliche Beratung hinsichtlich der Auswirkungen von Geofaktoren wie Geländerelief, Vegetation, Wetter, Klima auf die Auftragserfüllung der Truppe.
Kommen wir zum letzten Tagesordnungspunkt, zu „TOP 7“: Der Haushaltsausschuss billigte hier die Beschaffung zusätzlicher Patronen des Kalibers 27mm x 145. Die bewährte Munition wird bei den Kampfflugzeugen Tornado und Eurofighter der Deutschen Luftwaffe genutzt und kommt in Maschinenkanonen mit hoher Feuergeschwindigkeit zum Einsatz. Sie wird zudem im Marineleichtgeschütz 27 (MLG 27) verwendet.
Die im Tornado verwendete Bordkanone (BK) 27mm ist mit der im Eurofighter installierten BK nahezu identisch. Vorgenommene Anpassungen resultieren beispielsweise aus der Verwendung unterschiedlicher Munitionen (gegurteter beziehungsweise nicht gegurteter). Je nach Modell besteht die Wirkung im Ziel aus Splitter-, Brand-, Durchschlags-und/oder Gasschlagwirkung.
Unser Symbolbild zeigt eine Sitzung des Haushaltsausschusses am 18. Mai 2022 im Saal des Paul-Löbe-Hauses des Bundestages.
(Foto: Werner Schüring/Deutscher Bundestag)
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