Berlin. Mit dem Thema „Schießsportgruppen auf Bundeswehr-Gelände“ befasste sich vor Kurzem der AfD-Bundestagsabgeordnete Dirk Brandes. Der Parlamentarier (Wahlkreis Hannover-Land II, Niedersachsen) wandte sich dazu mit einer Schriftlichen Frage an die Bundesregierung. Am 14. Mai antwortete ihm der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung Sebastian Hartmann. Die Antwort dürfte vielen Schießsportgruppen in Deutschland nicht gefallen …
Brandes wollte wissen, welche Rolle – aus Sicht der Bundesregierung – Schießsportgruppen als Mitbenutzer von Liegenschaften der Bundeswehr für die Vernetzung der Bundeswehr mit der Zivilgesellschaft spielen. Der Politiker fragte zudem: „Hält die Bundesregierung den Betrieb solcher Schießsportgruppen für unterstützenswert?“
Die Antwort von Staatssekretär Hartmann lautete: „Schießsportgruppen als zivile Vereine spielen keine förderungsfähige Rolle für die Vernetzung der Bundeswehr mit der Zivilgesellschaft. Die Nutzung von Liegenschaften der Bundeswehr durch zivile Schießsportvereinigungen erfolgt unter strengen Auflagen und ausschließlich im Rahmen freier Kapazitäten.“
In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Schießsportgruppen und -vereinen, die im Deutschen Schützenbund (DSB) oder anderen Verbänden organisiert sind. Der DSB ist mit mehr als 1,3 Millionen Mitgliedern der größte Schützenverband in Deutschland.
Daneben gibt es weitere größere Verbände wie den Bund Deutscher Sportschützen (BDS) oder den Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften; dieser konzentriert sich auf traditionelle Schützenfeste und das damit verbundene Brauchtum. Daneben gibt noch kleinere Verbände wie den Bund der Militär- und Polizeischützen oder den Verband der Reservisten der Bundeswehr.
Innerhalb der Schützenverbände haben sich zahlreiche Schießsportgruppen auf verschiedene Disziplinen spezialisiert.
Ein besonderes Kapitel waren in den 1970er- und 1980er-Jahren die ausdrücklich vom Verteidigungsministerium unterstützten, ja geförderten Schießsportgruppen der Bundeswehr. Die wohl älteste Vereinigung dabei ist die Schießsportgruppe Bundeswehr Holzminden, 1972 von Soldaten des damaligen Pionierbataillons 1 (heute das zur Panzerbrigade 21 gehörende Panzerpionierbataillon 1) gegründet und später umgewandelt in einen eingetragenen Verein.
Die Vereinsgründung erfolgte, weil das Ministerium nach einigen Jahren das Interesse an den mittlerweile rund 70 Schießsportgruppen der Bundeswehr verloren hatte und seine Förderung komplett einstellte. Die allermeisten dieser Gruppierungen wurden denn auch in den 1980er-Jahren aufgelöst.
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Die Symbolbilder zeigen Mitglieder der Kreisgruppe Celle im Verband der Reservisten der Bundeswehr beim traditionellen Gästeschießen im Jahr 2022 auf der Standortschießanlage Celle-Scheuen.
(Fotos: David Guttmann/Reservistenverband, Kreisgruppe Celle)