Koblenz/Taufkirchen. Das Koblenzer Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat den Sensorlösungsanbieter Hensoldt mit der Erhöhung der funktionalen Fähigkeiten von ASUL beauftragt. Hinter dem Kürzel „ASUL“ verbirgt sich die Bezeichnung „Abwehrsystem unbemannte Luftfahrzeuge“. Das System war von der Hensoldt-Tochter ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH entwickelt und 2022 an die Bundeswehr übergeben worden.
ASUL ist Teil einer ganzheitlich ausgerichteten Luftverteidigung: Mit dem modularen Drohnenabwehrsystem (Counter-Unmanned Aircraft System, C-UAS) mit seinem skalierbaren Sensor-Effektor-Mix aus komplementären aktiven und passiven Radarsystemen, elektrooptischen Sensoren und einem vielseitigen Spektrum an Gegenmaßnahmen können kleinere Drohnen – Small Unmanned Aircraft Systems (sUAS) – in Echtzeit detektiert, klassifiziert und identifiziert sowie schließlich erfolgreich bekämpft werden.
Das System hat sich seit seiner Übergabe an die Truppe in unterschiedlichen Szenarien bewährt. Dabei konnten wichtige Einsatzerfahrungen gewonnen werden. Aufbauend auf diesen Erfahrungen und aktuellen Technologie-Entwicklungen will Hensoldt sein Produkt „ASUL“ laut eigener Ankündigung jetzt „zielgerichtet erweitern, um die von den Soldaten benötigten Fähigkeitszuwächse zu realisieren“.
Daniela Hildenbrand, Leiterin des Bereichs „Counter-UAS Solutions“ bei Hensoldt, sagte anlässlich der Beauftragung durch das Beschaffungsamt: „Seit mittlerweile gut zehn Jahren entwickeln wir als Systemintegrator richtungsweisende C-UAS-Lösungen für unterschiedliche Einsatzszenarien im Bereich innere und äußere Sicherheit. Unsere skalierbaren Multi-Sensor-Multi-Effektor-Lösungen ermöglichen mittels unseres Elysion Mission Core [siehe dazu unseren Kompakt-Text] Informations-, Führungs- und Wirküberlegenheit für den Operateur.“
Der Elysion Mission Core fusioniert nach Hildenbrands Angaben mit leistungsfähiger, KI-gestützter Algorithmik alle verfügbaren Daten annähernd in Echtzeit. Dabei biete die Software „geeignete Handlungsoptionen als belastbare Entscheidungsunterstützung für die Einsatzkräfte“. Die Leiterin weiter: „Wir verstehen uns als Pionier im Bereich ,C-UAS‘. Wir tragen dabei mit innovativer Sensorik und unseren softwaregetriebenen Verbesserungen zum größtmöglichen Schutz vor Gefahren durch unkooperative Drohnen im Rahmen einer ganzheitlich ausgerichteten, hochgradig vernetzten Luftverteidigung bei.“
Die zunehmende Bedrohung durch kleine unbemannte Flugsysteme (sUAS) macht leistungsfähige Abwehrsysteme (C-UAS) mehr und mehr unverzichtbar. Die Gesamtleistung eines C-UAS-Systems hängt dabei maßgeblich von der verfügbaren C4I-Software ab. (Anm.: C4I ist ein militärisches Akronym für Command, Control, Communications, Computers, Intelligence/Führung, Steuerung, Kommunikation, Computersysteme und Aufklärung.)
Im Fall eines unautorisierten Drohnenfluges oder eines gezielten Drohnenangriffs müssen Bediener innerhalb weniger Sekunden Entscheidungen treffen – basierend auf verwertbaren Erkenntnissen aus einem intuitiven Lagebild.
Elysion C-UAS Mission Core stellt laut Anbieter Hensoldt eine C2-Software als zentrales Element eines C-UAS-Systems bereit. In einer Produktbeschreibung des Unternehmens heißt es: „Die hochspezialisierte Softwarelösung bietet eine leistungsstarke Sensordatenfusion sowie ein intuitives Lagebild mit integriertem Videofeed.“ Und weiter: „Hochentwickelte Algorithmen sorgen in der Kernintelligenz für einen hohen Automatisierungsgrad, während die einsatzerprobte Software und IT-Architektur die Interoperabilität mehrerer Systeme gewährleistet – sowohl für komplexe, großflächige Einsätze als auch zur Gewinnung einer zentralen Lageübersicht über weit verteilte Kräfte im Einsatzraum.“
Die Aufnahme zeigt das Abwehrsystem unbemannte Luftfahrzeuge, kurz ASUL. Es handelt sich hierbei um ein modulares C-UAS-System mit skalierbarem Sensor-Effektor-Mix.
(Foto: Patrik Bransmöller/Bundeswehr)
Kleines Beitragsbild: Das ASUL-Kamerasystem. Das allwetterfähige System kann über mehrere Kilometer weit scharfe Livebilder in den ASUL-Bedienstand zur Sichtidentifikation übertragen. Links befindet sich die Nachtsicht mit Wärmebild, rechts die HD-Kamera mit dem Laserentfernungsmesser.
(Foto: Maurice Heck/Bundeswehr)
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