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Berlin/Kiel. Über die Minenjagdboote der „Frankenthal“-Klasse (MJ332) erkundigte sich vor etlichen Wochen der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand. Der Parlamentarier, dessen politische Heimatbasis der Wahlkreis Fulda ist, interessierte sich dabei besonders für den Planungsstand um das Boot mit der Kennung „M1058“, die am 5. Juni 1998 in Dienst gestellte „Fulda“.

Brand wollte von der Bundesregierung wissen, wann eine Verlängerung der Nutzungsdauer des Minenjagdbootes „Fulda“ erfolgt. Der Bundestagsabgeordnete bezog sich dabei unter anderem auf einen Beitrag des bundeswehr-journal vom 14. Juli 2021 (siehe hier), in dem wir die Modernisierung der Boote der „Frankenthal“-Klasse zum Thema machten. Der CDU-Politiker fragte: „Welche weiteren Modernisierungen sind aktuell und perspektivisch – beispielsweise im Hinblick auf eine Nachfolgeplanung – vorgesehen?“

Ihm antwortete der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung Thomas Hitschler. Hitschler führte aus: „Im Rahmen der Nutzungsdauerverlängerung der Minenjagdboote der Klasse 332 werden die zehn Minenjagdeinheiten nacheinander für den Betrieb von weiteren zehn Jahren modernisiert. Die Modernisierung soll in den Jahren 2026 bis 2031 erfolgen.“

Modernisierung soll sicheren Betrieb für die nächsten zehn Jahre gewährleisten

Nach Auskunft des Staatssekretärs sollen die Einheiten dann in den Jahren 2037 bis 2040 aus der Fahrbereitschaft genommen und durch noch auszuplanende Neubauten ersetzt werden. Eine genaue Planung der Reihenfolge der zehn Einheiten sei noch nicht vorhanden und derzeit auch nicht erforderlich, so Hitschler weiter. Daher könnten auch für das Minenjagdboot „Fulda“ momentan noch keine genaueren Daten angegeben werden.

Der Staatssekretär äußerte sich abschließend zu den vorgesehenen Modernisierungsmaßnahmen. Er erläuterte: „Die Modernisierungen betreffen die Sensoren und Effektoren zur Minenjagd und zur Selbstverteidigung sowie die Möglichkeit zur Mitnahme neuer unbemannter Systeme zur Minenabwehr. Des Weiteren sollen Modernisierungen im Bereich der Antriebs- und Schiffsbetriebsanlagen durchgeführt werden, um den gesicherten Betrieb für weitere zehn Jahre zu gewährleisten.“

Unterwasserobjekte orten und zerstören und eigene Seeminen legen

Die Minenjagdboote der Klasse MJ332 suchen mit Sonaranlagen unter Wasser nach Objekten und können diese mit ferngelenkten Drohnen identifizieren und zerstören. Wo die Technik an ihre Grenzen stößt, setzen die Minenjäger auch Taucher ein – beispielsweise in flachem Wasser, in Häfen, oder dort, wo Seeminen in der Nähe von Pipelines oder Unterwasserkabeln liegen.

Zum Schutz vor dem Ansprechverhalten von Minen sind die Boote aus amagnetischem Stahl gefertigt und unterdrücken aktiv die Magnetfelder, die die eigenen elektronischen Anlagen erzeugen. Außerdem können die Boote extrem leise in Seeminenfeldern operieren. Die MJ332-Einheiten können selbst Seeminen legen, um Wasserstraßen zu sperren, eigene Gewässer zu schützen oder einem Gegner die Nutzung von Seegebieten zu verwehren.


Die Aufnahme zeigt das Minenjagdboot „Fulda“ – Kennung „M1058“ – im Juni 2020 beim Einlaufen in den Heimathafen Kiel.
(Foto: Marcel Kröncke/Bundeswehr)

Kleines Beitragsbild: Die „Fulda“ im November 2008 während einer Übung in der Ostsee.
(Foto: Björn Wilke/Presse- und Informationszentrum Marine)


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