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Flensburg. Am kommenden Freitag (10. Juli) erhält die Deutsche Marine fünf neue Dienstsegelboote für die Segelausbildung der Offiziersanwärter. Übergeben werden die fünf Segelyachten vom Typ „Sunbeam 36.2“ vom Kappelner Unternehmen Mittelmann GmbH über das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) an die Marineschule Mürwik in Flensburg.

Benannt werden die fünf neuen Yachten nach Sternenbildern, einem Stern und einem Planeten. Die Namen: „Perseus“, „Pegasus“, „Phönix“, „Pollux“ und „Pluto“. Eingesetzt werden sollen die neuen Boote auch bei Ausbildungsfahrten über das eigentliche Seegebiet Flensburger Förde hinaus. Geplant sind längere Ausbildungsfahrten in der Nord- und Ostsee.

Die bisherigen Ausbildungsyachten vom Typ „Hanseat 70B“ und „Nadine 24“ bleiben weiterhin im Einsatz. Die Zahl der Kojenplätze wächst mit den fünf „Sunbeam 36.2“ somit um rund 25. Wir hatten über die Ergänzungsbeschaffung der Marine bereits kurz im Januar dieses Jahres berichtet (siehe hier).

Förderung nautisch-seemännischer Kompetenzen und der Führungseigenschaften

Flottillenadmiral Wilhelm Tobias Abry, Kommandeur der Marineschule Mürwik, sagte im Vorfeld der Bootsübergabe: „Wir freuen uns über den großen Zuwachs an Dienstsegelbooten. Die militärische Segelausbildung ist ein zentraler und wesentlicher Bestandteil der Ausbildung zum Marineoffizier. Der Bedarf der Segelausbildung ist aufgrund steigender Zahlen von Offiziersanwärter in den letzten Jahren erheblich gewachsen. Mit den neuen Dienstsegelbooten können wir diesen zusätzlichen Ausbildungsbedarf sicherstellen und sind damit zukunftsfähig.“

Die Boote seien fest integriert in die praktische Bordausbildung der Marine, so Abry weiter. Der Ausbildungszyklus beginne mit der Segelausbildung an der Marineschule Mürwik, werde dann mit der Ausbildung auf einem Segelschulschiff fortgesetzt und schließlich durch Praktika auf Einheiten der Flotte komplettiert.

Für den Kommandeur der Marineschule sind die neuen Boote ein „zentrales Ausbildungsmittel, um gleich zu Beginn der Ausbildung die jungen Offiziersanwärter durch die See zu prägen und militärische Standards zu setzen, die im weiteren Werdegang zum Offizier an Bord der Schiffe und Boote der Marine unverzichtbar sind“. Abry erläuterte dies: „Die nautisch-seemännischen Kompetenzen sowie insbesondere die Führungskompetenz des Offiziersnachwuchses sollen auf den Ausbildungsfahrten aufgebaut und weiterentwickelt werden. Kompetenzen, die für den späteren Einsatz in der Flotte von elementarer Bedeutung sind.“

Vorgänger-Boot holte sich 2008 den Titel „Europas Yacht des Jahres“

Einige interessante Details über die fünf neuen Ausbildungsyachten unserer Marine erfahren wir von Fridtjof Gunkel und Lasse Johannsen. Die beiden Journalisten und Segelexperten hatten sich bereits Anfang des Jahres in einem gemeinsamen Beitrag für YACHT online näher mit der Ergänzungsbeschaffung der Teilstreitkraft befasst.

Über die elf Meter lange „Sunbeam 36.2“ schrieb das Autorenduo: „Die ,Sunbeam 36.2‘ ist eine Georg-Nissen-Konstruktion aus dem Jahr 2010, die auf die ,Sunbeam 34‘ von 2007 zurückgeht. Die ,Sunbeam 34‘ konnte 2008 den Titel ,Europas Yacht des Jahres‘ einfahren. Das gemäßigt breite Boot ist mit einem einzelnen Rad ausgestattet, hat Chines und fährt ein konventionelles Rigg mit kurz überlappender Genua. Für die Marine werden einige Modifikationen durchgeführt. So wird das Boot keine Rollreffgenua, sondern einzelne Vorsegel erhalten, ein Teakdeck gibt es nicht, ebenso keine Ankerwinsch, Cockpittisch oder einen Lazy-Bag. Der Auftrag beinhaltet neben kompletter Ausstattung nach den Vorgaben der See-Berufsgenossenschaft auch die Hafentrailer.“


Die Aufnahme zeigt eines der fünf neuen Dienstsegelboote der Deutschen Marine bei der Erprobung.
(Foto: Presse- und Informationszentrum Marine)

Kleines Beitragsbild: Decksansicht einer „Sunbeam“-Yacht vom Typ 36.1.
(Foto: Schöchl-Werft – Sunbeam Yachts OG)


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