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Leck/Stadum. Der Fliegerhorst Leck, nordwestlich der Gemeinde Leck zwischen Flensburg und der Nordseeküste gegenüber der Insel Sylt gelegen, hat eine lange Geschichte. Während des Zweiten Weltkriegs als Stützpunkt der Reichsluftwaffe genutzt, fand hier nach Gründung der Bundeswehr die neue Luftwaffe mit unterschiedlichen Verbänden – vom Jagd- bis zum Aufklärungsgeschwader – ihre Heimat. Die Ära der „Flieger“ ging dann in Leck mit Auflösung des Aufklärungsgeschwaders 52 im Jahr 1993 zu Ende. Erhalten geblieben ist der Standort Stadum: Nutzer ist hier das Bataillon Elektronische Kampfführung 911. Wie nun steht es um Leck?

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Damerow wollte vor Kurzem von der Bundesregierung in Erfahrung bringen, bis wann genau eine Standortnutzung auf dem ehemaligen NATO-Fliegerhorst in Leck vorgesehen ist. Die Abgeordnete (Wahlkreis Nordfriesland – Dithmarschen Nord in Schleswig-Holstein) fragte zudem, bis wann konkret die Bundeswehr das Gelände vollständig räumen und zur Nachnutzung übergeben wird.

Baumaßnahmen in Stadum beeinflussen die weitere Entscheidung

Siemtje Möller, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Verteidigung, antwortete der Unionspolitikerin am 29. September. Möller schrieb: „Gemäß der veröffentlichten Liste der Schließungszeitpunkte von Liegenschaften der Bundeswehr ist eine Schließung der Liegenschaft in Leck derzeit noch für 2025 vorgesehen. Die Dauer der Nutzung dieser Liegenschaft hängt im Wesentlichen davon ab, wann die Infrastrukturmaßnahmen in Stadum abgeschlossen sein werden.“

Die Fertigstellung in Stadum sei Voraussetzung dafür, dass die aktuell in Leck untergebrachte Ausbildungswerkstatt dorthin verlegen könne, so die Staatssekretärin weiter. Da die Baumaßnahmen in Stadum aufgrund eingeschränkter Personalkapazitäten der Bauverwaltung in Schleswig-Holstein „absehbar nicht zeitgerecht“ fertiggestellt werden könnten, werde die Liegenschaft in Leck voraussichtlich über 2025 hinaus benötigt. „Ein konkretes Rückgabedatum zur Übergabe der Bundeswehrliegenschaft in Leck kann daher derzeit nicht genannt werden“, musste Möller einräumen.


Kompakt                           

In den Jahren des Ost-West-Konflikts zwischen NATO und Warschauer Pakt wurde der alte Fliegerhorst Leck durch die neu aufgestellte Bundesluftwaffe reaktiviert. Erster hier stationierter Verband war das „alte“, auch „norddeutsche“ genannte Jagdgeschwader 72. Der Verband war hier von 1959 bis zu seiner Verlegung im September 1964 auf den Fliegerhorst Oldenburg beheimatet.

Wie in dieser Zeit üblich, existierte neben dem eigentlichen Flugplatz aus Sicherheitsgründen in einigen Kilometern Entfernung ein weiterer Geschwaderstandort, im Falle Lecks war dies Stadum.

Nach dem Abzug des Jagdgeschwaders 72 verlegte das zuvor im nahen Eggebek stationierte Aufklärungsgeschwader 52 mit seinen Republic RF-84F Thunderflash nach Leck. Die Modernisierungsarbeiten der Basis für den Betrieb der neuen RF-104G Starfighter hatten bereits einige Monate vor dem Eintreffen der ersten „104“ (am 5. November 1964) begonnen. Der letzte offizielle Flug mit der Thunderflash fand am 31. August 1966 statt.

Anfang der 1970er-Jahre löste die RF-4E Phantom II in Leck den Starfighter ab und wurde über zwei Jahrzehnte bis zur Auflösung des Aufklärungsgeschwaders im Jahr 1993 geflogen.

Nach Einstellung des militärischen Flugbetriebes wurden die Standorte Leck/Stadum im Jahr 1994 Heimat von Flugabwehrraketenverbänden, zunächst die Flugabwehrraketengruppe 39 (System Hawk). Zehn Jahre später fusionierte die inzwischen mit Patriot ausgerüstete Gruppe mit der Flugabwehrraketengruppe 41 (Roland) zunächst zur Flugabwehrraketengruppe 11, an dessen Stelle im Jahr 2005 die Flugabwehrraketengruppe 25 trat. Diese gehörte zum Flugabwehrraketengeschwader 1 „Schleswig-Holstein“, dessen Stab in Husum lag. Gemäß dem im Oktober 2011 vorgelegten Stationierungskonzept wurde die Flugabwehrraketengruppe 25 Ende 2012 aufgelöst.

Der Standort Stadum ist erhalten geblieben. Hier ist das Bataillon Elektronische Kampfführung 911 (Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum) zuhause.


Zu unserem Bildmaterial: Luftbild vom alten Flugplatz Leck im Kreis Nordfriesland, aufgenommen am 26. Mai 2023.
(Foto: Carsten Steger/Wikipedia/Wikimedia Commons/unter Lizenz CC BY-SA 4.0 –
vollständiger Lizenztext: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)

Kleines Beitragsbild: Der ehemalige NATO-Flugplatz Leck am 29. September 2013.
(Foto: Walter Rademacher/Wikipedia/Wikimedia Commons/unter Lizenz CC BY-SA 3.0 –
vollständiger Lizenztext: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)


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