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Wilhelmshaven. Am kommenden Donnerstag (16. Juni) wird die Fregatte „Lübeck“ um 10 Uhr von ihrem letzten Auslandseinsatz im Heimatstützpunkt Wilhelmshaven zurückerwartet. Schiff und Besatzung waren in der Ägäis Teil des ständigen maritimen NATO-Einsatzverbandes 2 (Standing NATO Maritime Group 2, SNMG 2). Mit dem letzten Einlaufen in Wilhelmshaven endet zugleich das Kapitel der Fregatten der „Bremen“-Klasse F122 im Einsatz. Zum Jahresende soll die „Lübeck“ außer Dienst gestellt werden.

Der Kommandant der „Lübeck“, Fregattenkapitän Kai Röckel, äußerte sich nach Beendigung der Mission in der Ägäis auf dem Rückweg in die Heimat. Er sagte: „Dieser Einsatz war […] für die Besatzung eine besondere Herausforderung. Die durch den Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar massiv veränderte Lage in der Welt hatte ihren Einfluss auf das gesamte Schiff, aber letztendlich nicht auf den Auftrag.“ In einer zugespitzten Sicherheitslage gleichzeitig die Außerdienststellung der „Lübeck“ vorzubereiten, habe durchaus zu gemischten Gefühlen geführt, so Röckel weiter. Die Besatzung habe alles getan, um jederzeit bereit zu sein, auf Unvorhergesehenes zu reagieren.

Im Ägäis-Einsatz zählten der Lagebildaufbau und die Kooperation mit den Partnern in der türkisch-griechischen Grenzregion zu den Hauptaufgaben. Dabei diente die „Lübeck“ als Flaggschiff des multinationalen Verbandes und hatte den Commander Task Unit mit seinem Stab an Bord. Der Stab bestand unter anderem aus Verbindungsoffizieren der Anrainerstaaten sowie zeitweise auch aus Vertretern der europäischen Grenzschutzorganisation FRONTEX (wir berichteten bereits früher über Missionen der „Lübeck“ in der Ägäis – siehe dazu hier).

In 32 Einsatzjahren etwa 40 Mal die Welt umrundet

Die Rückkehr des Schiffes nach Wilhelmshaven ist dieses Mal etwas Besonderes. Die Besatzung freut sich zwar auf zu Hause, weiß aber zugleich, dass es mit der „alten Lady“ das letzte Mal sein wird.

Ein Besatzungsmitglied – Dienstgrad „Obermaat“ – schildert seine Gefühle: „Für mich neigt sich ein längeres Kapitel meines Lebens dem Ende zu. Dabei habe ich ein lachendes und weinendes Auge. Auf der einen Seite habe ich vier Jahre meines Lebens an Bord dieser Fregatte verbracht, mich hier sehr wohl gefühlt, viele neue Kameraden und auch Freunde gefunden und mich sehr gut eingelebt. Auf der anderen Seite freue ich mich auf neue Erfahrungen, auf einer neuen Einheit, da ich bis jetzt nur die 122er-Klasse kenne.“

Die „Lucky Lübeck“ hat während ihrer 32-jährigen Fahrenszeit 863.449 nautische Meilen zurückgelegt und somit etwa 40 Mal die Welt umrundet.


Die Archivaufnahme zeigt die Fregatte „Lübeck“ bei einem früheren Einsatz.
(Foto: Presse- und Informationszentrum Marine)


Kommentare

  1. Claus Prehn | 15. Juni 2022 um 23:56

    Vorschlag: Die Fregatte „Lübeck“ als Museumsschiff erhalten!

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