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Berlin. Die Bundeswehr plant die Anschaffung von mindestens drei ICE-Zügen, die einmal als „mobile Lazarette“ eingesetzt werden können. Die Züge vom Typ „ICE 3neo“ sollen den Streitkräften zu diesem Zweck ab 2025 zur Verfügung stehen. Das berichtete am Wochenende die BILD am SONNTAG. Große Agenturen wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) oder Agence France-Presse (AFP) griffen das Thema auf. BILD berief sich in dem Beitrag auf das Bundesministerium der Verteidigung.

Die Deutsche Bahn und das Unternehmen Siemens Mobility haben den neuen ICE 3neo am 1. Februar 2022 offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. Die ersten Züge sollen noch in diesem Jahr zum Einsatz kommen. Das Modell kann eine Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h erreichen, dies ist jedoch wegen des stellenweise sanierungsbedürftigen Schienennetzes in Deutschland nicht überall möglich.

Die Spezial-Züge sollen ab 2025 zur Verfügung stehen

Die Züge für die Bundeswehr sollen dem Beitrag der BILD am SONNTAG zufolge zur Versorgung und zum Transport Verwundeter genutzt werden. Auch sollen damit zivile Intensivpatienten in andere Kliniken verlegt werden können. Während der Coronavirus-Pandemie hat die Bundeswehr dafür Flugzeuge eingesetzt.

Wie die Boulevardzeitung weiter schreibt, soll in den künftigen mobilen Krankenstationen (etliche Medien nutzen bereits wieder den Begriff „Lazarettzug“) die komplette Bestuhlung bei Bedarf gegen 30 Intensivbetten ausgetauscht werden können. Ein ICE 3neo kostet nach Angaben der BILD „zwischen 25 und 30 Millionen Euro“. Die Kosten sollen durch das Sondervermögen „Bundeswehr“ getragen werden. Die (mindestens) drei Züge für die Truppe sollen „ab 2025“ zur Verfügung stehen.

Auch „etwas für die Schiene entwickeln“ für eine Verlegung quer durch Europa

Die Idee von einem modernen Lazarettzug ist so neu nicht. Bereits während der EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands im Jahr 2020 (1. Juli bis 31. Dezember) schlug die damalige Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in einer Videokonferenz mit ihren Amtskollegen vor, innerhalb der Europäischen Union mit einem Lazarettzug besser auf Epidemien und eine große Anzahl Schwerverletzter vorbereitet zu sein.

Mit Frankreich werde bereits diskutiert – so berichtete beispielsweise dpa von der Videoschalte – ob nach dem Vorbild von Flugzeugen zur medizinischen Evakuierung auch etwas für die Schiene entwickelt werden könne. „Für die Verlegung quer durch Europa“, so die CDU-Politikerin.

Die Presseagentur zitierte damals Kramp-Karrenbauer: „Was wir uns vorstellen, das sind, wenn Sie so wollen, wirklich rollende Intensiveinheiten, also Eisenbahnwaggons, die speziell dafür auch umgerüstet werden können, die man an jede Lok anhängen kann.“ Es gebe zwei Grundideen erläuterte die Ministerin weiter: So habe es in der Zeit des Kalten Krieges bereits das Konzept der Sanitätszüge gegeben. „Die, die damals bei der Bundeswehr aktiv waren, kennen das noch“, sagte Kramp-Karrenbauer. Frankreich habe in der Corona-Krise Intensivpatienten mit dem Schnellzug TGV zu freien Behandlungskapazitäten gebracht. Ein mobiles Konzept könne möglicherweise auch dort helfen, „wo wir gemeinsam im Einsatz sind“.

Das Projekt „Lazarettzug für die Streitkräfte“ erlebt offensichtlich eine Wiederbelebung, das Sondervermögen „Bundeswehr“ macht es möglich …


Unser Symbolfoto „ICE-Verkehr“ zeigt eine Seitenansicht eines ICE 3 der Baureihe 407. Diese Baureihe ist Teil der Hochgeschwindigkeitsflotte der Deutschen Bahn für den Einsatz im Personenfernverkehr.
(Foto: Volker Emersleben/Deutsche Bahn AG)

Kleines Beitragsbild: Die Symbolaufnahme „Schienenverkehr“ entstand an der Schnellfahrstrecke Köln Richtung Rhein/Main der Deutschen Bahn.
(Foto: Volker Emersleben/Deutsche Bahn AG)

 


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