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Seedorf. Es gibt eine „Trendwende Material“ – auch beim Fallschirmjägerregiment 31 im niedersächsischen Seedorf. Hier übergab am 12. Juni Vizeadmiral Carsten Stawitzki, Abteilungsleiter „Ausrüstung“ im Bundesministerium der Verteidigung, 46 Volkswagen T6 Widder an die Truppe. Beim T6 Widder der Bundeswehr handelt es sich um ein marktübliches Fahrzeug in Flecktarnung mit militärischer Sonderausstattung, ausgerüstet mit dem Führungs- und Informationssystem Heer.

Die neuen Widder-Transporter werden bereits seit Ende April in Seedorf nach und nach in Dienst gestellt. Ersetzt wird so ein Großteil der mittlerweile in die Jahre gekommenen und wartungsintensiven Geländewagen vom Typ Mercedes-Benz 250 GD, genannt Wolf. Insgesamt erhält das deutsche Heer 385 Widder. Sie werden nach Angaben der Teilstreitkraft „je nach Priorisierung in der Truppe verteilt“ werden.

Ausgestattet mit Allradantrieb und Automatikgetriebe sind die Vorteile der neuen Beschaffung gegenüber dem Vorgängerfahrzeug Wolf offensichtlich. Zusätzlich bietet der VW T6 Widder mehr Platz für den Soldaten und seine Ausrüstung. Das Heer weist darauf hin, dass dies die „Mobilität des Verbandes vor allem im Übungs- und Grundbetrieb signifikant“ steigere. Dazu Oberst Thomas Geßner, Kommandeur des Fallschirmjägerregiments 31, bei der Übergabezeremonie: „Mobilität hat eine hohe Bedeutung für das Militär. Mobilität ist immer gleich Schutz. Wer sich bewegt und dabei noch funken und fahren, planen und führen kann, der hat eine Chance, zu gewinnen.“

Herzstück ist das Führungs- und Informationssystem Heer

Der VW T6 Widder erfülle „alle Anforderungen für die moderne Kriegsführung“, so die Teilstreitkraft. Durch das Führungs- und Informationssystem Heer (FüInfoSys H) sei die vierköpfige Fahrzeugbesatzung in der Lage, im Einsatzraum den eigenen Standort in Echtzeit zu teilen, zu navigieren und Aufklärungsergebnisse zu melden. Vizeadmiral Stawitzki sagte in Seedorf: „Wir alle wissen, wie wichtig im digitalen Zeitalter der Austausch von Informationen ist, um operativ auf dem Gefechtsfeld überlegen zu sein und Kampfkraft zur Wirkung zu bringen.“

Wissen muss man allerdings, dass die jeweiligen Fahrzeug-Rüstsätze FüInfoSys H aus den zur Ausmusterung anstehenden Wölfen übernommen werden. Die Komponenten werden ausgebaut, entsprechend bearbeitet und am Schluss in die Widder eingebaut. Die Systemantenne des Wolf wird ebenfalls im Nachfolger weiterverwendet.

In einem Beitrag für die Fachzeitschrift Europäische Sicherheit & Technik macht Autor André Forkert auch auf folgenden Umstand aufmerksam: der neue VW T6 Widder ist nicht luftverlastbar und luftverladbar – unter anderem, weil keine Ankerpunkte vorhanden sind. Forkert schreibt: „Auch eine Vergurtung über das Dach kann nicht erfolgen. Damit sind die neuen Fahrzeuge zwar für den Friedens- und Übungsbetrieb gut geeignet, aber eben nicht für den Einsatz der Fallschirmjäger.“


Kompakt                                  

Das zur Luftlandebrigade 1 gehörende Fallschirmjägerregiment 31 ist in Seedorf mit elf Kompanien stationiert. Der Verband stellt Kräfte und Mittel zur Führung und Versorgung (einschließlich der truppensanitätsdienstlichen Versorgung) bereit.
Zum Aufgabenspektrum des Regiments gehören unter anderem die direkte taktische Unterstützung von Operationen der Spezialkräfte sowie militärische Evakuierungsoperationen und/oder Operationen zur Rückführung. Das Fallschirmjägerregiment 31 wird auf Befehl im Wechsel mit dem Fallschirmjägerregiment 26 (Standorte Zweibrücken und Merzig) im gesamten Aufgabenspektrum von Landoperationen eingesetzt.
Nach Auftragswechsel unterstützt der Seedorfer Verband auch Stabilisierungsoperationen durch Abstellung eines luftbeweglichen QRF-Zuges (Teil eines schnellen Eingreifverbandes, Quick Reaction Force) und luftgestützte Operationen als Teil einer deutsch-niederländischen Task Force mit bis zu zwei Kompanien.


Zu unserem Bildmaterial:
1. Während der Übergabezeremonie an das Fallschirmjägerregiment 31 in Seedorf bildeten die 46 neuen Widder-Fahrzeuge die Form eines stilisierten Fallschirms.
(Foto: Markus Mader/Bundeswehr)

2. Vizeadmiral Carsten Stawitzki im Gespräch mit Soldaten des Fallschirmjägerregiments 31. Links im Bild einer der beiden Arbeitsplätze für das Führungs- und Informationssystem Heer.
(Foto: Markus Mader/Bundeswehr)

Kleines Beitragsbild: Vizeadmiral Stawitzki übergibt symbolisch den Schlüssel für die 46 Volkswagen T6 Widder an Oberst Thomas Geßner (links), den Kommandeur des Fallschirmjägerregiments 31.
(Foto: Markus Mader/Bundeswehr)


Kommentare

  1. Dr.-Ing. U. Hensgen | 4. Juli 2019 um 10:05

    So sieht also die Trendwende „Material“ aus. Besonders für den Übungs- und Grundbetrieb geeignet! Ist die Wagenfarbe auch so blau wie bei den Übungshandwaffen?

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