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Haifa (Israel)/Ulm. Das Personal Network Radio 1000 (PNR 1000) aus der Produktfamilie „E-LynX“ von Elbit Systems Ltd. wurde jetzt als Funksystem für das deutsche Heer ausgewählt. Vorausgegangen waren intensive technische Erprobungen und Testreihen. Ausgeliefert werden die Systeme von der Telefunken Radio Communication Systems GmbH & Co. KG (Telefunken Racoms), dem deutschen Tochterunternehmen des israelischen Elbit-Konzerns. Das Heer wird die Funkgeräte E-LynX PNR 1000 in tragbarer Ausführung und in der Fahrzeug-Ausführung erhalten.

Personal Network Radios verbessern nach Darstellung von Elbit und Telefunken Racoms entscheidend die Kommunikation von abgesetzten Soldaten auf Trupp-, Gruppen-, Zug- und Kompanieebene. In der allgemeinen Produktbeschreibung des Anbieters lesen wir: „Eingesetzt von Infanterie, Spezialeinheiten, Fernspähern, Scharfschützen und Anti-Terror-Einheiten, bietet das PNR 1000 Sprach- und Datenkommunikation für eine Vielzahl von Einsatzszenarien und ist für unterschiedlichste Geländearten einschließlich einem urbanen Umfeld geeignet.“

Hervorstechende Eigenschaften der PNR-Geräte sind laut Elbit und deutscher Tochter „das geringe Gewicht, die große Reichweite und die umfassenden Funktionen“. Neben der Nutzung durch abgesetzte Kräfte erfolgt beim Heer auch der Einbau der Systeme in Kampffahrzeuge wie beispielsweise dem Schützenpanzer Puma.

Offene Architektur ermöglicht gemeinschaftliche Weiterentwicklung

Was die neuen Funkgeräte des Heeres im Detail leisten können sollen, beschreibt eine Passage in der Elbit-Pressemitteilung, die nach Unterzeichnung des Beschaffungsauftrags herausgegeben wurde. Es ist eine Textpassage, die sich in erster Linie an die Kenner der Materie – Stichwort „mobile militärische Kommunikationsnetze“ – wendet. Aber auch Laien werden erahnen können, dass das Produkt „E-LynX PNR 1000“ etwas ganz Besonderes ist.

In der Passage heißt es: „Die Funkgeräte E-LynX unterstützen die vernetzte Operationsführung im klassischen Szenario als auch in den aktuellen und zukünftigen Einsatzszenarien, sowie in der hybriden Einsatzlage. [Das System] befähigt den Nutzer, mehrere Sprachgruppen in einem einzigen Kanal sowie schnelle Datendienste nutzen zu können. Darüber hinaus ermöglicht das effektive MANET-Netzwerk das schnelle Schließen von ,Sensor-to-Shooter‘-Wirkungsketten und die echtzeitgenaue Positionsbestimmung der eigenen Kräfte auf Basis der integrierten Fähigkeit ,Blue Force Tracking‘. Die ausgelieferten Funkgeräte werden mit modernsten Wellenformen und einzigartiger Concurrent-Flooding-Technologie ausgestattet sein, die per MultiHop-Verfahren die Reichweite deutlich erhöhen sowie die Netzwerkagilität und -robustheit bei stark verringerter Latenz verbessern können.“

Haim Delmar, General Manager der Division „C4I & Cyber“ bei Elbit, sagte zur Beauftragung durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr: „Wir sind stolz darauf, dass wir ausgewählt wurden, die Soldaten der deutschen Streitkräfte mit dem Funkgerät E-LynX auszustatten. Ich bin überzeugt, dass die offene Architektur des Funksystems, das Ausmaß des erfolgten Technologietransfers und unsere ausgezeichneten Kapazitäten und Fähigkeiten in Deutschland zur termingerechten Auslieferung, zum effektiven Vor-Ort-Kundendienst und zur gemeinschaftlichen Weiterentwicklung im Hinblick auf zukünftige Dienste und Anwendungen beitragen werden.“


Randnotiz                           

MANET-Netzwerk > Ein drahtloses mobiles Ad-hoc-Netzwerk, das sich selbst konfiguriert. Die MANET-Endgeräte agieren unabhängig voneinander und können ihre Standorte ändern. Dies hat zur Folge hat, dass sich auch die Verbindungen zu anderen Geräten ständig ändern. Jedes Endgerät fungiert in diesem System als Router und leitet den Datenverkehr an das nächste Endgerät weiter.
„Blue Force Tracking“-Fähigkeit > Blue Force Tracking ist ein amerikanischer Militärbegriff für eine GPS-fähige Funktion, die Einsatzkräften und Führungspersonal Standortinformationen zu befreundeten Streitkräften liefert. In der militärischen Symbologie der NATO kennzeichnet Blau normalerweise die Partnerkräfte.
MultiHop-Verfahren > Eine grundlegende Herausforderung an die Entwicklung eines hochmobilen SDR-Netzwerkes (SDR = Software Defined Radio) ist der Verzicht auf Basisstationen und damit auf handelsübliche Lösungen für mobile Funknetze. Da der Ausfall einer Basisstation gleichzeitig zum Verlust des Netzzugangs von ungleich mehr Teilnehmern führt, bilden Basisstationen ein willkommenes Ziel für Angreifer. Im militärischen Bereich wird daher nach Lösungen gesucht, um Ausfallsicherheit zu erlangen. Ein Lösungsansatz bietet hier das MultiHop-Verfahren, bei dem Netzwerkteilnehmer als Basisstation für andere Netzwerkteilnehmer agieren und dadurch eine größtmögliche „Vermaschung“ zwischen den Nutzern ermöglichen. Sollte einer der Teilnehmer ausfallen, so kann ein anderer Teilnehmer dessen Funktion als Basisstation übernehmen.


Das Produktbild zeigt einen Soldaten mit dem Funkgerät E-LynX PNR 1000 von Elbit Systems.
(Foto: Asaf Haber/Elbit Systems Ltd.)


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