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Wunstorf. Deutschland bringt als erste Nutzernation des Transportflugzeugs A400M eine Maschine dieses Typs als Tanker in den Einsatz. Oberst Ludger Bette, Kommodore des Lufttransportgeschwaders 62, verabschiedete dazu am heutigen Freitag (5. Juli) im niedersächsischen Wunstorf das erste Einsatzkontingent eines Airbus A400M in der Betankungsversion AAR (Air-to-Air-Refueling) nach Jordanien.

21 Soldaten des Lufttransportgeschwaders 62 (LTG 62) werden im Rahmen des Bundeswehr-Beitrags für den Kampf gegen die Terrorbewegung „Islamischer Staat“ (IS), die „Operation Counter Daesh“, nun den Auftrag der Luftbetankung übernehmen. Seit Beginn von „Counter Daesh“ sind mit dem Airbus 310-304 MRT/T (Multi-Role-Transport/Tanker) unserer Luftwaffe bis jetzt mehr als 5500 Betankungen deutscher und alliierter Jets durchgeführt worden.

Der neue Transporter A400M konnte bislang im Personen- und Materialtransport sowie im Patientenlufttransport (MedEvac: Medical Evacuation, medizinische Evakuierung) überzeugen. Der A400M kann mit seinem ballistischen Schutz auch direkt gefährliche Einsatzgebiete wie Afghanistan oder Mali anfliegen.

Airbus-Flotte in Wunstorf mittlerweile zu 75 Prozent komplett

Am 27. Juni war in Wunstorf mit der Kennung „54+30“ der 30. A400M vom Auslieferungswerk im spanischen Sevilla kommend gelandet. Damit ist die Flotte beim LTG 62 zu 75 Prozent komplett. Die „54+30“ ist die fünfte neue Transportmaschine, die in diesem Jahr nach Wunstorf überführt worden ist.

Als Tankflugzeug kann der Airbus A400M gleichzeitig zwei Flugzeuge bedienen. Insgesamt können rund 40 Tonnen Kerosin abgegeben und bis zu zehn Flugzeuge in einer Stunde betankt werden. Die Besatzungen aus Wunstorf verfügen nach Auskunft der Luftwaffe „mittlerweile bei diesem herausforderndem Verfahren über die notwendige Routine, um die Betankung unter Einsatzbedingungen“ durchführen zu können.

Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, sagte zu der Verlegung der Maschine in den Nahen Osten: „Heute machen wir einen Riesenschritt. Wir sind die erste Nutzernation, die dieses Flugzeug in den Einsatz bringt. Zunächst als Testbetrieb für die nächsten Wochen, werden wir mit dem A400M im Rahmen der Operation ,Counter Daesh‘ wertvolle Erfahrungen sammeln.“

Maschinen fliegen weltweit in alle Einsatzgebiete der Bundeswehr

Beim Verabschiedungsappell im Fliegerhorst erinnerte Oberst Bette kurz noch einmal an die erfolgreiche Einführung und Nutzung des neuen Transportflugzeugs im Geschwader. Der Kommodore: „Wir haben seit August vergangenen Jahres den A400M in der MedEvac-Konfiguration und fliegen weltweit in alle Einsatzgebiete der Bundeswehr, um so auch eine sichere Rettungskette für unsere Soldaten zur Verfügung zu stellen.“

Der Crew, die am heutigen Freitag mit dem A400M AAR zur Auslandsmission startete, gab Bette mit auf den Weg: „Das Kontingent besteht aus Luftfahrzeugführern, Ladungsmeistern, Technikern und Unterstützungspersonal. Alle sind in Wunstorf gut vorbereitet worden für diese Mission und gehen mit dem uns eigenen Spirit an diese Aufgabe heran. Ich wünsche dem Team alles Gute – kommen Sie alle gesund wieder zurück nach Hause.“


Zu unserem Bildmaterial:
1. Oberst Ludger Bette, der das Lufttransportgeschwader 62 seit dem 24. November 2014 befehligt, bei der Verabschiedung der Geschwaderangehörigen in den Einsatz nach Jordanien.
(Foto: Christian Vierfuß/Bundeswehr)

2. Der A400M kann in der Tanker-Konfiguration zwei Flugzeuge gleichzeitig betanken.
(Foto: Christian Vierfuß/Bundeswehr)

Kleines Beitragsbild: Oberst Bette am 5. Juli 2019 kurz vor dem Abflug des A400M in den „Counter Daesh“-Einsatz.
(Foto: Christian Vierfuß/Bundeswehr)


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