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Mainz. Christian Matz, Redakteur der Allgemeinen Zeitung Mainz, befasste sich am 18. März in einem Kommentar mit dem momentanen Zustand der Bundeswehr. Das Marine-Segelschulschiff „Gorch Fock“ ist dabei für ihn der Inbegriff einer erschreckenden Gesamtentwicklung, die sich am besten mit dem Titel einer bekannten Fernsehshow umschreiben ließe – „Pleiten, Pech & Pannen“.


Christian Matz, Allgemeine Zeitung Mainz: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kann nichts für den baulichen Zustand eines mehr als 60 Jahre alten Segelschiffes. Aber sie ist die politisch Verantwortliche für den heutigen Zustand der Bundeswehr. Dieser ist in Bezug auf die Ausstattung erbärmlich, den Aufgaben der Truppe nicht angemessen und eine Zumutung für Soldaten und Bedienstete.

Fahrzeuge, die nicht fahren, Flugzeuge, die nicht fliegen, Schiffe, die nicht schwimmen – zu Lande, in der Luft und zu Wasser ist einiges marode, in der Ausrüstung und im System Bundeswehr.

Viele Altlasten hat von der Leyen von ihren Vorgängern geerbt – darunter die Umsetzung der Bundeswehrreform. Verbessert hat sich unter ihrer Führung wenig bis nichts. Die anhaltende Pannenserie ist peinlich in Inland und Ausland, die Affäre um explodierende Kosten für externe Berater extrem teuer. Und nun die „Gorch Fock“, die für die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr von geringer Bedeutung ist, die aber bestens als Symbol dafür dient, dass eine Ministerin ihren Laden nicht in den Griff bekommt.

Von zehn Millionen sind die angepeilten Sanierungskosten auf 135 Millionen Euro gestiegen – zu vermitteln ist das niemandem mehr. Und niemand weiß, ob es dabei am Ende bleibt. Die Misswirtschaft ist offensichtlich, der Vorwurf von Korruption und Untreue steht im Raum. Die „Gorch Fock“ hat zweifellos Bedeutung für die Traditionspflege und für Repräsentationszwecke; aber das rechtfertigt nicht, den bereits ausgegebenen zig Millionen Euro immer noch weitere Millionen hinterherzuwerfen.

Als Stolz der deutschen Marine hat das Schiff längst ausgedient. Das Segelschulschiff „Gorch Fock“ gehört abgewrackt.


Randnotiz                                  

Die Allgemeine Zeitung Mainz ist eine regionale Tageszeitung, die in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz und deren Umgebung erscheint. Sie wird herausgegeben vom regionalen Medienunternehmen VRM GmbH & Co. KG mit Sitz in Mainz. Die VRM erreicht mit ihren regionalen Tageszeitungen nach eigenen Angaben im westlichen und südlichen Rhein-Main-Gebiet rund eine Million Leser.
Christian Matz studierte Politikwissenschaft, Betriebswirtschaftslehre und Geschichte in Mainz. Parallel dazu arbeitete er als freier Mitarbeiter für die Allgemeine Zeitung Mainz und für das ZDF. Bei der BILD-Zeitung in Berlin und beim Fernsehsender n-tv (London) absolvierte er Praktika. Nach dem Studium absolvierte Matz bei der Allgemeinen Zeitung ein Volontariat und war danach zunächst Redakteur im Ressort „Blattmacher/Nachrichten“. Seit 2008 betreut der Journalist die Volontäre bei der Allgemeinen Zeitung und beim Wiesbadener Kurier. Christian Matz leitet seit 2015 als Mitglied der Chefredaktion den zentralen Newsdesk der VRM-Zeitungen.


Symbolbild „Presselandschaft“ aus dem Bildangebot von Pixabay.
(Foto: Michael Gaida/freie kommerzielle Nutzung, kein Bildnachweis erforderlich)

Kleines Beitragsbild: Symboldarstellung „Zeitungen“ aus dem Bildangebot von Pixabay.
(Foto: kalhh/freie kommerzielle Nutzung, kein Bildnachweis erforderlich; grafische Bearbeitung mediakompakt)

 


Kommentare

  1. Dr. - Ing. U. Hensgen | 29. März 2019 um 10:24

    „Als Stolz der deutschen Marine hat das Schiff längst ausgedient. Das Segelschulschiff ,Gorch Fock‘ gehört abgewrackt“ heißt es am Schluss dieses Artikels. Aber nicht nur das Schiff gehört „abgewrackt“. Was ist mit der politischen Führung? Es ist schon erstaunlich, wie wenig Schamgefühl, Verantwortungs- und Rechtsbewusstsein vorhanden sind. Oder ist unsere politische Kaste mittlerweile so weit abgehoben, dass sie in einer anderen Welt lebt?

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