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Berlin/Osnabrück. Die Bundeswehr sollte wieder mehr Reparaturen selbst durchführen, dies könnte sich positiv auf ihre Einsatzbereitschaft auswirken. Diesen Standpunkt vertritt der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hans-Peter Bartels. In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung, erschienen in der gestrigen Ausgabe (20. März) des Blattes, forderte der SPD-Politiker: „Ich bin dafür, dass mehr Instandsetzungsfähigkeiten wieder näher zur Truppe kommen.“ Die Soldaten seien in der Lage, viele Aufgaben selbst zu erledigen und verfügten außerdem über die nötigen Techniker.

Bartels sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung weiter: „Ein bisschen weniger Outsourcing, mehr selbst in die Hand nehmen dürfen – das wäre in manchen Fällen die richtige Lösung.“ Bislang seien viele Panzer, Schiffe und Flugzeuge nicht einsatzfähig, weil die Reparaturen bei der Industrie nicht nur Monate, sondern mitunter sogar Jahre dauerten.

Reparaturen durch die Truppe hätten doppelte Vorteile, erklärte der Wehrbeauftragte: „Das kann Zeit und Geld sparen.“ Natürlich brauche man auch entsprechende Wartungsverträge mit der Industrie, weil sowieso immer nachgerüstet werden müsse, wenn neue Technik verfügbar sei. Es komme stets „auf die richtige Balance an“, meinte Bartels.

Auch die Bundeswehr sollte Spezialisten auf Lebenszeit an sich binden können

Gefragt, ob denn die Bundeswehr überhaupt genug Techniker habe, die diese Arbeiten ausführen könnten, sagte Bartels: „Natürlich, die Truppe kann jeden Beruf ausbilden. Wenn ein Zeitsoldat für 16 Jahre einen Job im technischen Bereich macht, ein Waffensystem betreut, dann sollte es die Möglichkeit geben, dass er danach mit der gleichen Tätigkeit als Zivilbeschäftigter in der Bundeswehr weitermachen kann, etwa in der Technischen Gruppe eines Luftwaffengeschwaders.“

Die Bundeswehr müsse von vornherein solche Spezialisten auf Lebenszeit einstellen können – so wie beispielsweise große deutsche Rüstungsunternehmen, empfahl der Wehrbeauftragte auch mit Blick auf die Attraktivität der Streitkräfte.


Die Aufnahme, entstanden am 26. September 2011 bei der damaligen Informations- und Lehrübung des deutschen Heeres in Munster, zeigt Spezialisten bei Reparaturarbeiten an einem Schützenpanzer Marder 1A3. Die Soldaten der Instandsetzungskompanie des Logistikbataillons 131 (heute Versorgungsbataillon 131 der Panzergrenadierbrigade 37) waren bei dieser Übung im sogenannten „Brigade-Instandsetzungspunkt“ eingesetzt.
(Foto: Katrin Selsemeier/Bundeswehr)


Kommentare

  1. Dr.-Ing. U. Hensgen | 22. März 2018 um 10:04

    Da kann man nur zustimmen!

  2. Tom | 20. August 2018 um 06:31

    Auf Dauer gesehen kann man dadurch sicherlich einiges an Geld einsparen. Warum also nicht auch von Anfang an darin investieren?

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