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Marignane (Frankreich)/Bonn. Der Kampfhubschrauber Tiger soll fit gemacht werden für die kommenden Jahrzehnte. Deshalb wurde das Unternehmen Airbus Helicopters jetzt damit beauftragt, entsprechende Risikominimierungsstudien durchzuführen. Diese Grundlagenstudien sollen dabei helfen, den Tiger einmal gezielt mit neuen Fähigkeiten für das Gefechtsfeld der Zukunft auszustatten.

Auftraggeber dieser De-Risking-Studien ist OCCAR (Organisation Conjointe de Coopération en matière d’Armement/Organisation for Joint Armament Cooperation). Die Gemeinsame Organisation für Rüstungskooperation, die ihren Hauptsitz in Bonn hat, hat Airbus Helicopters im Namen von drei nationalen Beschaffungsbehörden mit der Durchführung des Projekts beauftragt. Die Behörden sind das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in Koblenz (BAAINBw), das französische Pendant Direction générale de l’armement (DGA) in Paris sowie die spanische Dirección General de Armamento y Material (DGAM) in Madrid.

Der Schwerpunkt der anstehenden Arbeiten liegt auf der Vorbereitung der Entwicklungs- und Nachrüstungsphasen für neue Avionik-, Einsatz-, und Waffensysteme des Tigers. Neben Airbus Helicopters nehmen auch Thales und MBDA an den De-Risking-Studien, die dem sogenannten „Mid-Life Upgrade“ (MkIII) des Kampfhubschraubers Tiger vorausgehen, teil. Aufgerüstete Tiger MkIII könnten ab Mitte der 2020er-Jahre im Einsatz sein.

Wichtiges Programm für die Zusammenarbeit der Europäer bei der Verteidigung

Die entsprechenden Verträge zwischen dem Konsortium Airbus, Thales und MBDA auf der einen und OCCAR auf der anderen Seite wurden am Mittwoch dieser Woche (26. September) in Bonn unterzeichnet. Die Phase zur Erstellung der Risikominimierungsstudien soll insgesamt drei Jahre betragen. Danach wollen die Tiger-Nationen Deutschland, Frankreich und Spanien gemeinsam mit der OCCAR und dem Hersteller Airbus Helicopters nach dann verfügbaren wehrtechnischen Lösungen suchen, um den Kampfhubschrauber entsprechend den in der Studienphase definierten Anforderungen nach- und aufzurüsten.

Die bisher von Airbus nach Deutschland, Frankreich, Spanien und Australien gelieferten 178 Tiger-Maschinen haben zusammen mehr als 110.000 Flugstunden absolviert.

Bruno Even, seit dem 1. April 2018 Chef der Airbus-Hubschraubersparte, sagte zu dem Vorhaben: „Wir sind stolz darauf, die Zukunft des Tigers vorzubereiten, da er ein wichtiges Programm für die europäische Initiative für Verteidigungszusammenarbeit darstellt. Die Risikominimierungsstudien sollen sicherstellen, dass Deutschland, Frankreich und Spanien Hubschrauber mit den zusätzlichen Einsatzfähigkeiten in ihre Tiger-Flotte zulaufen lassen.“


Zu unserem Bildmaterial:
1. Deutscher Kampfhubschrauber Tiger in der ASGARD-Version (ASGARD: Afghanistan Stabilization German Army Rapid Deployment); die Aufnahme stammt vom 22. August 2013.
(Foto: Airbus Helicopters)

2. Nach der Vertragsunterzeichnung am 26. September 2018 in der OCCAR-Zentrale in Bonn. Sitzend (von links): Ariel Valensi (bei MBDA unter anderem verantwortlich für die französischen Geschäftsprojekte des Unternehmens, die Geschäftsentwicklung allgemein sowie das Vertragswesen), Andreas Goern (Geschäftsführer der Airbus Helicopters Tiger GmbH), Arturo Alfonso Meiriño (Direktor der OCCAR) und Fabienne Fossey (Kaufmännische Leiterin bei Thales Avionics S.A.). Stehend dahinter: Mitglieder des OCCAR-Teams für die Tiger-Entwicklung.
(Foto: OCCAR)

Kleines Beitragsbild: Kampfhubschrauber Tiger des deutschen Heeres.
(Foto: Airbus Helicopters)


Kommentare

  1. Dr.-Ing. U. Hensgen | 30. September 2018 um 11:11

    Es irritiert mich schon etwas, dass in dem OCCAR-Team keine Person eine Uniform trägt. Wie viel Flugerfahrung ist in diesem Team gebündelt? Oder braucht man keine?

    • Hank | 6. Oktober 2018 um 21:15

      Ich kenne nicht viele Personen auf dem Bild. Aber einige sind entweder freigestellt oder ehemalige Soldaten.

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