menu +

Nachrichten


Slowjansk (Ukraine)/Berlin. Die seit vergangenem Freitag in der ostukrainischen Stadt Slowjansk gefangen gehaltenen OSZE-Militärbeobachter sind wieder frei und auf dem Weg nach Deutschland. Die Gruppe – vier Deutsche, ein Däne, ein Pole, ein Schwede, ein Tscheche und ukrainisches Begleitpersonal – war am 25. April von prorussischen Milizen unter Wjatscheslaw Ponomarjow bei einer Erkundungsfahrt entführt worden. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Außenminister Frank-Walter Steinmeier äußerten sich am heutigen Samstag (3. Mai) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Auswärtigen Amt sichtlich erleichtert über die Freilassung des Militärbeobachterteams der OSZE. Der Schwede war wegen seiner Erkrankung bereits am vergangenen Sonntagabend freigekommen.

Ponomarjow, selbsternannter Bürgermeister von Slowjansk, hatte seine Geiseln zunächst als „NATO-Spione“ und „Kriegsgefangene“ bezeichnet und sie für einen Austausch gegen inhaftierte Gesinnungsgenossen vorgesehen. Die am Freitag (2. Mai) um 4.30 Uhr gestartete Offensive der ukrainischen Regierungskräfte auf das von Separatisten kontrollierte Slowjansk gefährdete das Leben des OSZE-Teams zusätzlich (OSZE: Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa). Die Regierung in Kiew und prorussische Aktivisten liefern sich seit Wochen einen heftigen Machtkampf im Osten der Ukraine.

Harte diplomatische Arbeit vieler Beteiligten

Die Gruppe der Geiseln war in den frühen Morgenstunden in Slowjansk an Wladimir Lukin, Menschenrechtsbeauftragter des russischen Parlaments und Sondergesandter Russlands im

Ukrainekonflikt, übergeben worden. Dieser hatte die Männer dann hinter die Stadtgrenze zu Vertretern des Europarats, dabei Europarat-Generalsekretär Thorbjørn Jagland, gebracht.

Verteidigungsministerin von der Leyen und Außenminister Steinmeier bedankten sich in Berlin für die harte diplomatische Arbeit vieler Beteiligter in den vergangenen acht Tagen. Ihr besonderer Dank galt dem OSZE-Verhandlungsteam vor Ort, dem Krisenstab im Auswärtigen Amt und Russlands Sonderbeauftragtem Lukin. Von der Leyen kündigte an, dass man die OSZE-Militärbeobachter gemeinsam am Abend in Berlin erwarten werde.

Hinweis: Der folgende ARD-Videobeitrag befasst sich mit der Freilassung der OSZE-Militärbeobachter und ihrer ukrainischen Begleiter am 3. Mai 2014.




Die Twitter-Aufnahme von Bild-Chefreporter Paul Ronzheimer entstand am 3. Mai 2014 gegen Mittag kurz vor Abfahrt der Geisel-Gruppe aus Slowjansk. In der Bildmitte der deutsche Oberst Axel Schneider.
(Foto: Paul Ronzheimer/Bild-Zeitung)


Kommentieren

Bitte beantworten Sie die Frage. Dies ist ein Schutz der Seite vor ungewollten Spam-Beiträgen. Vielen Dank *

OBEN