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Wilhelmshaven. Nach gut einem halben Jahr Abwesenheit von der Heimat kehrte nun am 28. Juni die Fregatte „Hamburg“ wieder nach Wilhelmshaven zurück. Dort war sie am 3. Januar mit Kurs auf die US-amerikanische Ostküste ausgelaufen. Nach einem gemeinsamen Manöver mit der U.S. Navy vor der Küste Floridas hatte die „Hamburg“ als fester Bestandteil einer Flugzeugträgergruppe um die „USS Dwight D. Eisenhower“ Mitte Februar zunächst ins Mittelmeer und anschließend ins Arabische Meer verlegt. Bei gemeinsamen Übungen in diesem Seegebiet hatte die deutsche Fregatte die Koordination und Überwachung sämtlicher Flugbewegungen im Umkreis von etwa 180 Kilometern um die Trägergruppe übernommen.

Bei ihrer Ankunft am Freitag in der 4. Einfahrt im Marinestützpunkt Wilhelmshaven wurden Schiff und Besatzung unter dem Kommando von Fregattenkapitän Ralf Kuchler von zahlreichen Familienangehörigen und Freunden begrüßt. Insgesamt hat die „Hamburg“ in den 176 Tagen ihrer Dienstreise rund 40.000 Seemeilen zurückgelegt; dies entspricht fast zwei Erdumrundungen. Kommandant Kuchler zog im Heimathafen ein erfreuliches Fazit der langen Mission: „Diese Besatzung hat in den vergangenen Monaten Unglaubliches geleistet – für sich, für die deutsche Marine und für unser Land. Ich bin verdammt stolz auf sie.“

Zweiter Einsatz in einer US-Trägerkampfgruppe

Die U.S. Navy integriert regelmäßig Schiffe von NATO-Partnern in einen ihrer Flugzeugträgerverbände (Carrier Strike Group). Für unsere Marine war die Beteiligung der Fregatte „Hamburg“ an der Carrier Strike Group „Dwight D. Eisenhower“ bereits der zweite Einsatz dieser Art: 2010 war das Schwesterschiff der „Hamburg“, die „Hessen“, Bestandteil der „Harry S. Truman“-Gruppe gewesen.

Eine US-Flugzeugträgergruppe ist ein multifunktionell einsetzbarer Flottenverband, der sich aus einem Flugzeugträger und bis zu zehn weiteren Marineschiffen zusammensetzt. Der Träger ist die Plattform und zugleich logistische Basis eines gemischten Kampfgeschwaders (Carrier Air Wing), das aus sieben Staffeln des U.S. Navy oder des U.S. Marine Corps besteht. Durchschnittlich 70 Flugzeuge und Hubschrauber befinden sich an Bord, die maximale Aufnahmekapazität beträgt 110 Luftfahrzeuge. Der Flugzeugträger wird von verschiedenen Marineschiffen begleitet, die für dessen Schutz und Unterstützung zuständig sind. Neben einem Versorgungsschiff zählen dazu vor allem Kreuzer, Zerstörer oder Fregatten sowie Uboote.

Passage durch den Suezkanal

Zu Beginn ihrer Reise hatte die „Hamburg“ zunächst am 13. Januar den Marinestützpunkt Norfolk an der US-Ostküste erreicht. Dort war man später dann gemeinsam mit dem Flugzeugträgerverband um die „USS Harry S. Truman“ zu einer dreiwöchigen Einsatzvorbereitung vor der Küste Floridas ausgelaufen. Am 21. Februar hatte die deutsche Fregatte schließlich den Hafen von Norfolk verlassen und war fester Bestandteil der Carrier Strike Group VIII um den Flugzeugträger „USS Dwight D. Eisenhower“ geworden. Nach den ersten gemeinsamen Übungen im Mittelmeer hatte der Verband dann in das Seegebiet im nördlichen Arabischen Meer und Persischen Golf verlegt.

An Bord auch Personal der deutschen Luftwaffe

Die „Hamburg“ hatte während dieser Reise neben ihrer rund 200 Mann starken Stammbesatzung auch zusätzliches Fliegerleitpersonal aus der Einsatzflottille 2 (Wilhelmshaven) und aus dem Einsatzführungsbereich 2 der deutschen Luftwaffe (Erndtebrück) an Bord. US-Admiral Michael R. Manazir, Kommandeur der Carrier Strike Group VIII, äußerte sich im Mai in einem Interview für das Onlineportal der Marine (www.marine.de) über die Aufgaben des deutschen Bündnispartners: „Der Auftrag, den ich Kommandant Kuchler und der ,Hamburg‘ übertragen habe, besteht darin, den Luftraum um den Träger – ,Redcrown‘ genannt – zu kontrollieren sowie in weiteren speziellen Aufgaben der Luftverteidigung. Wenn ich bisher mit befreundeten Marinen zusammengearbeitet habe, ging es darum, gemeinsam zur See zu fahren, weniger darum, sie richtig zu integrieren. Der ,Hamburg‘ haben wir tatsächlich einige unserer Aufgaben übertragen und wir verlassen uns auf sie. Auch wenn die ,Ike‘-Kampfgruppe in der Vergangenheit gemeinsame Einsätze mit verschiedenen Nationen durchgeführt hat, gab es bisher noch nie eine so tief greifende Zusammenarbeit, wie jetzt mit der ,Hamburg‘. Damit setzt die ,Hamburg‘ den Standard für alle künftigen ausländischen Schiffe, die mit einer US-Trägerkampfgruppe entsandt werden.“

Seine Bewertung der deutschen Leistungen innerhalb des Flugzeugträgerverbandes teilte Manazir auch noch einmal der Besatzung der „Hamburg“ persönlich mit. Bei der offiziellen Verabschiedung der Fregatte aus der Carrier Strike Group VIII am 13. Juni hatte sich der Kommandeur mit einem Helikopter auf die „Hamburg“ bringen lassen. Über die Lautsprecheranlage des Schiffes erklärte Manazir in englischer Sprache: „Ich konnte mich in jeder Situation, ähnlich wie bei einem Kreuzer der U.S. Navy, auf die ,Hamburg‘ verlassen. Durch Ihre Leistung und Ihren unermüdlichen Einsatz haben Sie einen hohen Maßstab für künftige Schiffe in amerikanischen Flugzeugträgergruppen gesetzt.“


Die beiden Aufnahmen zeigen:
1. die Fregatte „Hamburg“ neben dem Flugzeugträger „USS Dwight D. Eisenhower“ im Mittelmeer …
(Foto: Andrew Schneider/U.S. Navy)

2. …und eine Dreierformation im Arabischen Meer mit der „Hamburg“, dem Versorger „USNS Bridge“ und der „USS Dwight D. Eisenhower“.
(Foto: Ryan D. McLearnon/U.S. Navy)


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