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Donauwörth. Der neue leichte militärische Mehrzweckhubschrauber EC645 T2 von Airbus Helicopters (vormals Eurocopter) absolvierte am 27. November erfolgreich seinen offiziellen Erstflug über dem Firmengelände in Donauwörth. Bis Mitte 2017 soll die Bundeswehr 15 Exemplare erhalten; der Wert dieses Rüstungsauftrags beträgt 194 Millionen Euro. Der Erstflug in Bayern sei ein wichtiger Meilenstein für das Programm „EC645 T2“, erklärte in Donauwörth Ralf Barnscheidt. Der Leiter des „Military Support Center“ des Unternehmens zeigt sich optimistisch: „Im Hinblick auf die Auslieferung der ersten Helikopter EC645 T2 an die Truppe liegen wir hervorragend im Zeitplan. Dies verdanken wir auch der guten Zusammenarbeit der Projektteams von Airbus und Bundeswehr.“

Der Mehrzweckhubschrauber EC645 T2 ist die militärische Variante des zivilen EC145 T2, der im Frühjahr dieses Jahres die Zulassung der europäischen Luftfahrtbehörde EASA (European Aviation Safety Agency) erhalten hat und im Sommer dann in Dienst gestellt wurde.

Mit einem maximalen Startgewicht von 3,7 Tonnen eignet sich die Militärmaschine hervorragend für eine ganze Reihe von Aufgaben – Transporteinsätze, Aufklärungsmissionen, zur Feuerunterstützung oder für den Bereich „Suchen und Retten“.

Maßgeschneidert für die Einsätze des Kommandos Spezialkräfte

Die Bundeswehr hat 15 Exemplare EC645 T2 bestellt, die unter der Verantwortung der Luftwaffe betrieben werden sollen. Die Maschine stellt einen deutlichen Fähigkeitsgewinn für die Teilstreitkraft dar. Aufgrund ihrer zahlreichen speziellen Eigenschaften erscheint sie natürlich auch wie „maßgeschneidert“ für künftige Einsätze des Kommandos Spezialkräfte (KSK).

Brigadegeneral Dag Baehr, Kommandeur der in Calw stationierten KSK-Kräfte, schwärmte förmlich beim EC645 T2-Erstflug in Donauwörth. Dieser Hubschrauber bedeute eine neue Dimension zur Unterstützung seiner Kommandosoldaten, mit ihm werde zugleich eine Fähigkeitslücke geschlossen – vielleicht werde der EC645 T2 einmal im Rahmen des permanenten Einsatzauftrags „Krisen- und Risikovorsorge“ Bürgern, die im Ausland in Not geraten seien, auf besondere Weise helfen können.

Der Vertrag mit einem Gesamtvolumen von 194 Millionen Euro umfasst denn auch neben der Lieferung der 15 leichten Mehrzweckhubschrauber zusätzlich die entsprechenden Ausrüstungspakete für die Durchführung von KSK-Missionen. Die Dokumente des gesamten Rüstungsdeals hatten am 11. Juli 2013 im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) Thomas Wardecki, Vizepräsident des Amtes, sowie die Mitglieder der Geschäftsführung von Eurocopter/Airbus Helicopters Wolfgang Schoder und Ralf Barnscheidt unterzeichnet (siehe auch hier).

Nachtsichttauglich, bewaffnet, besonders geschützt und extrem leise

Die neuen EC645 T2 verfügen über ein digitales Cockpit mit Nachtsichttauglichkeit und 4-Achsen-Autopilot. Die Kommunikationsausstattung mit taktischen Radios befähigt zur Interoperabilität unter NATO-Streitkräften. Ein schnelles Auf- und Absitzen der Spezialkräfte wird durch eine geräumige Kabine in Kombination mit zwei großen seitlichen Schiebetüren und doppelten Hecktüren ermöglicht. Der ummantelte Fenestron-Heckrotor sorgt für zusätzliche Sicherheit der Truppe insbesondere bei Flugoperationen in engen Landestellen und bei laufendem Rotor am Boden.

Darüber hinaus gehören zum Missionsausrüstungspaket unter anderem Abseilvorrichtungen, Außenlasthaken und Seilwinden. Die weitere Ausrüstung umfasst Bordbewaffnung und ein elektro-optisches System zur Aufklärung. Ein Selbstschutzsystem sowie Panzerungen sichern die Besatzung zusätzlich.

Der leichte Mehrzweckhubschrauber ist mit zwei Turbomeca-Triebwerken Arriel 2E und vollautonomer digitaler Zweikanal-Triebwerkssteuerung (FADEC) ausgestattet. Der deutlich unter den international gültigen Grenzwerten liegende Geräuschpegel macht diese Maschine zum leisesten Helikopter seiner Klasse.


Video-Hinweis: Das Video des YouTube-Kanals von Airbus Helicopters zeigt den Erstflug des militärischen Mehrzweckhubschraubers EC645 T2 am 27. November in Donauwörth. Die Bundeswehr soll bis zum Jahr 2017 insgesamt 15 Maschinen erhalten.
(Video: Airbus Helicopters)
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Zu unserem Bildangebot:
1. Brigadegeneral Rudolf Maus, Stellvertretender Kommandeur Unterstützungsverbände Luftwaffe und Kommandeur Logistikverbände, am 27. November 2014 bei Airbus Helicopters in Donauwörth.

2. Blick ins Cockpit des Mehrzweckhubschraubers EC645 T2.

3. und 4. Erstflug am 27. November 2017 über dem Firmengelände von Airbus Helicopters.

5. Zur Erinnerung an den Erstflug des neuen Militärhubschraubers EC645 T2 in Donauwörth.
(Fotos: Charles Abarr/Airbus Helicopters)


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