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Nachrichten



Berlin. Die Bundeswehr ist seit Auftreten des Coronavirus SARS-CoV-2 in der chinesischen Millionenstadt Wuhan bereits jetzt schon in verschiedene Maßnahmen der Bundesregierung eingebunden. Die bisherige Unterstützung begann mit der Evakuierung von 115 Menschen aus Wuhan – mehrheitlich deutsche Staatsbürger – durch die Deutsche Luftwaffe am 31. Januar. Bereits seit dem 23. Januar 2020 hatte das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr den Coronavirus-Nachweis als diagnostische Leistung für die Truppe und zur Unterstützung ziviler Gesundheitseinrichtungen im Großraum München angeboten. Am 27. Januar gegen 15:30 Uhr meldete das Institut schließlich den ersten Coronavirus-Fall in Deutschland. Mittlerweile leistet die Bundeswehr nicht nur Amtshilfe, sondern ist selber von Krankheitsfällen in den eigenen Reihen betroffen. Die weltweite Ausbreitung der Atemwegserkrankung COVID-19 ist am 11. März 2020 von der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) zu einer Pandemie erklärt worden. Wir werden von jetzt an unter der Rubrik „Coronakrise“ fallweise über das aktuelle Geschehen berichten …

Die Evakuierung aus Wuhan durch unsere Luftwaffe (siehe auch hier) hatte am 31. Januar um 11:55 Uhr begonnen. Zu diesem Zeitpunkt startete vom militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn aus der Airbus A310 „Kurt Schumacher“ zum Langstreckenflug nach China. In der Nacht zum 1. Februar landete die Maschine wieder in Deutschland in Frankfurt am Main.

Die aus der bereits unter Quarantäne stehenden Metropole Wuhan Evakuierten wurden direkt nach der Landung und ersten Untersuchung in die Südpfalz-Kaserne nach Germersheim gebracht. Dort wurden die Männer, Frauen und Kinder vom Luftwaffenausbildungsbataillon ärztlich betreut. Zwei deutsche Passagiere waren bereits positiv auf das Coronavirus getestet und daraufhin in die Uniklinik Frankfurt verlegt worden. Am 16. Februar konnten alle anderen Wuhan-Rückkehrer nach ihrer zweiwöchigen Quarantäne die Kaserne in Germersheim wieder verlassen. Alle medizinischen Tests auf das Coronavirus waren negativ ausgefallen. Das war vor einem Monat …


Bundeswehr hilft Kreisen und Kommunen

14. März 2020 – Düsseldorf. „Die Bundeswehr unterstützt aktuell die zivilen Gesundheitsbehörden im Kampf gegen das Coronavirus im Rahmen von Amtshilfe“, sagte ein Sprecher der Bundeswehr der Düsseldorfer Tageszeitung Rheinischen Post.

In der am heutigen Samstag (14. März) erscheinenden Ausgabe erklärte der Vertreter der Bundeswehr: „Im Wesentlichen geht es zur Zeit um Bereitstellung von Laborkapazitäten, medizinischer Schutzausrüstung wie Masken und Kittel sowie Unterstützung mit medizinischem Fachpersonal.“ Jedes Amtshilfeersuchen an die Bundeswehr wird von den zuständigen zivilen Behörden über die jeweiligen Landeskommandos an das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin weitergeleitet. „Hier erfolgt eine rechtliche Prüfung und Bewertung. Über jeden Amtshilfeantrag wird im Einzelfall beraten und entschieden“, so der Sprecher.


Streitkräfte mit ihren Kapazitäten stärker einbinden

14. März 2020 – München. Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder kann sich eine stärkere Beteiligung der Bundeswehr im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie vorstellen. Dazu machte der CSU-Chef auch konkrete Vorschläge.

Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben) sagte Söder: „Wir sollten überlegen, die Bundeswehr stärker einzubinden.“ Die Bundeswehr solle „mit Pflegepersonal, Ärzten, Laboreinrichtungen und Kapazitäten in ihren Krankenhäusern“ mithelfen. Dies sei „angesichts dieser Krise unabdingbar“.


Reservisten für den Sanitätsdienst dringend gesucht

14. März 2020 – Hannover/Berlin. Die Bundeswehr sucht Reservisten aus dem Bereich des Sanitätsdienstes. Das berichtete am heutigen Samstag (14. März) der Sender NDR 1 unter Berufung auf das Magazin Die Reserve des Reservistenverbandes.

Die Reservisten sollen demzufolge das Personal in den bundesweit fünf Bundeswehrkrankenhäusern verstärken. Bereits am gestrigen Freitag (13. März) hatte der Sanitätsdienst der Bundeswehr in seinem Onlineauftritt darauf hingewiesen: „Das Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr sucht ab sofort Reservistinnen und Reservisten aus dem Sanitätsdienst für die personelle Verstärkung von stationären Gesundheitseinrichtungen.“ Weiter heißt es in dem Aufruf: „Sie sind Reservistin oder Reservist des Sanitätsdienstes, sind kurzfristig verfügbar und haben eine Ausbildung in folgenden Bereichen: Pflegefachkraft Intensivpflege, Krankenpflege, Notfallsanitäter/Notfallsanitäterin, Medizinisch-technische/r Laboratoriumsassistent/in, Pharmazeutisch-technische Assistent und Assistentin? Dann wenden Sie sich bitte, unter Angabe Ihres gewünschten Einsatzortes und des möglichen Zeitraumes an den Fachbereich IX.4 Reservistenangelegenheiten unter folgender E-Mail-Adresse: kdosandstbwreserve@bundeswehr.org.“

Zur Kontaktaufnahme werden außerdem folgende Telefonnummern im Sanitätskommando angegeben: (0261) 896-32444, (0261) 896-32446 und (0261) 896-32447.


Alle kritischen Bereiche sicher abdecken

14. März 2020 – Berlin. Die Bundeswehr wird bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie helfen. Dies versprach auch Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Die CDU-Politikerin äußerte sich gegenüber der WELT AM SONNTAG.

Sie sagte, es werde so geplant, dass alle kritischen Bereiche sicher abgedeckt werden könnten. Dies beinhalte auch das, was an Amtshilfe auf die Bundeswehr zukomme. Reservisten seien aufgerufen, sich zu melden, so die Ministerin.

Die Zahl der registrierten Corona-Infizierten in Deutschland ist inzwischen weiter gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI), die selbstständige deutsche Bundesoberbehörde unter anderem für Infektionskrankheiten, meldete am 14. März (20 Uhr) „in Deutschland 3795 laborbestätigte COVID-19-Fälle, 733 Fälle mehr als am Vortag.“


Zu unserem Foto- und Bildmaterial:
1. Modell des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in 3D. Die Virusoberfläche ist in blauer Farbe dargestellt. Rot sind bei dieser Nachbildung die Spike-Glycoproteine.
Ein Forscherteam der University of Texas in Austin hat mittlerweile die Struktur dieses Spike-Proteins entschlüsselt, mit dem das Virus an menschliche Zellen andockt. Ein virales Spike-Protein ist wie ein Schlüssel, der „die Tür öffnet“, um Zugang zu den Zellen des Wirts (in diesem Fall des Menschen) zu erhalten. Für die Entwicklung eines Impfstoffes muss zunächst verstanden werden, wie dieser Schlüssel aussieht und auf welches „Schlüsselloch“ er in menschlichen Zellen abzielt. Dazu Doktorand Daniel Wrapp: „Das Spike-Glycoprotein der Coronaviren ist ein Schlüsselziel für die dringend benötigten Impfstoffe, die therapeutischen Antikörper und Diagnostika.“
Zur Namensgebung „SARS-CoV-2“:
– SARS = Severe Acute Respiratory Syndrome/Schweres akutes Atemwegssyndrom;
– CoV-2 = Coronavirus 2 (vormals 2019-nCoV).
(Bild: National Institutes of Health/U.S. Department of Health and Human Services)

2. Evakuierung aus Wuhan: der Airbus A310 „Kurt Schumacher“ – Kennung 10+23 – am 31. Januar 2020 auf dem Flughafen Köln/Bonn kurz vor dem Start nach China.
(Foto: Günter Straub/Bundeswehr)

3. Elektronenmikroskopische Aufnahme des Erregers SARS-CoV-2 (gelb). Der Virus konnte von einem Patienten in den USA isoliert werden. Die blau-violetten Elemente zeigen Zellbereiche, aus denen das neuartige Coronavirus ausgetreten ist. Das Bild entstand in den Rocky Mountain Laboratories (RML), einer Abteilung des amerikanischen Forschungszentrums NIAID (National Institute of Allergy and Infectious Diseases).
(Bild: NIAD RML)

Das kleine Beitragsbild zeigt den Erreger SARS-CoV-2, der in den USA von einem Patienten isoliert werden konnte. Die Aufnahme konnte in einer speziellen Einrichtung von NIAID gewonnen werden. Sie wurde am 10. März in Fort Detrick in Maryland von der dort ansässigen Einrichtung NIAD IRF (IRF = Integrated Research Facility) erstmals veröffentlicht.
Übrigens: Von 1943 bis 1969 wurde Fort Detrick für die Entwicklung und Tests mit biologischen Waffen genutzt. Später beschäftigte man sich dort nach offiziellen Angaben mit Erforschung gefährlicher Erreger zu Verteidigungszwecken.
(Bild: NIAD IRF)


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