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St. Augustin/Berlin. Die GSG 9 will bis Ende 2020 eine Einheit in Berlin aufbauen beziehungsweise stationieren. „Ich gehe davon aus, dass wir Ende nächsten Jahres Kräfte fest in der Hauptstadt haben, die dann permanent hier sind“, erklärt Kommandeur Jerome Fuchs in der rbb-Dokumentation „GSG 9 – Terror im Visier“. Diese Produktion der beiden Filmautoren Patricia Corniciuc und Michael Götschenberg ist am heutigen Montag (2. Dezember) um 23 Uhr im Ersten zu sehen. Seit dem Sommer hat die GSG 9 einen provisorischen Standort in Berlin. Dabei werden die Kräfte wochenweise vom Hauptquartier in St. Augustin an die Spree entsandt.

Die für Berlin vorgesehene vierte Einheit der GSG 9 soll im Schwerpunkt für Einsätze mit nuklearen, biologischen und chemischen Kampfstoffen trainieren. Die Eliteeinheit der Bundespolizei wird dafür um ein Drittel aufgestockt.

Zur GSG 9 gehören aktuell rund 400 Männer. Ein Kamerateam des rbb hat die GSG 9 vor einigen Monaten begleitet und mit der Spezialeinheit in St. Augustin, Berlin und Israel gedreht.

Exklusive Einblicke in das Innenleben einer ganz besonderen Truppe

Die Männer der GSG 9 gelten als Deutschlands beste Spezialtruppe. Ihr Job ist gefährlich: Sie werden gerufen, um Terroristen oder schwerbewaffnete Kriminelle unschädlich zu machen. Im Einsatz verbergen sie ihre Gesichter hinter Masken. Niemand soll wissen, wer sie sind. Was sie tun, ist meist geheim. Patricia Corniciuc und Michael Götschenberg haben die Männer hinter den Masken kennengelernt. Sie haben erlebt, was es bedeutet, bei der GSG 9 zu sein. Wie es zugeht in dieser Männerbastion, die geprägt ist von hoher Professionalität und tiefer Kameradschaft.

Entstanden ist ein Dokumentarfilm, der exklusive Einblicke in das Innenleben der Spezialeinheit bietet, wie es sie bislang noch nicht gegeben hat. Im Fokus steht dabei nicht die Historie, die geprägt ist durch die legendäre Befreiung der Geiseln in der Lufthansamaschine „Landshut“ auf dem Flughafen der somalischen Hauptstadt Mogadischu, sondern die GSG 9 von heute. Was sie macht und wofür sie gebraucht wird, wie es sich anfühlt, diesen Job auszuführen.

Zwischen 30 und 50 Mal pro Jahr ist die Einheit im Einsatz, in den meisten Fällen erfährt die Öffentlichkeit nichts davon. Permanent wird trainiert, denn im Ernstfall müssen sich die Männer blind vertrauen können. Als einzige Spezialeinheit der Polizei darf die GSG 9 auch im Ausland eingesetzt werden.

Islamistischer Terrorismus, gewaltbereite Rechtsextremisten, kriminelle Clans

In den vergangenen Jahren ist die Sicherheitslage in Deutschland immer komplexer geworden. Vor allem der islamistische Terrorismus, gewaltbereite Rechtsextremisten, aber auch kriminelle Clans und Banden bedrohen unsere offene Gesellschaft. Nachdem zunächst vor allem die Gefahr islamistisch motivierter Anschläge im Vordergrund stand, ist seit der Ermordung des früheren Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke die Bedrohung durch Rechtsterroristen zunehmend in den Fokus gerückt.

In ihrem Film stellen Corniciuc und Götschenberg auch die Frage, in welchem Umfang Bundeswehr, Polizei und Spezialkräfte selbst ein Problem mit Rechtsextremisten in den eigenen Reihen haben.

Die Spezialeinheit steht aufgrund der zunehmend komplexen Sicherheitslage vor großen Veränderungen. Neben ihrem Hauptsitz im beschaulichen St. Augustin bei Bonn hat sie inzwischen auch einen weiteren Standort in Berlin. Seit dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz und anderen islamistischen Anschlägen in Europa gilt die Hauptstadt als besonders gefährdet. Mit dem zusätzlichen Standort soll die GSG 9 auch deutlich aufgestockt werden. Die Einheit in Berlin soll sich dabei vor allem auf Anschläge mit ABC-Waffen spezialisieren. Experten halten derartige Anschlagsszenarien für eine durchaus reale Bedrohung.

Der Beitrag des rbb gestattet mehr als einen seltenen Zugang zu der sonst verschlossenen Welt der GSG 9: Er stellt vor allem die Fragen, wie bedroht unsere Sicherheit tatsächlich ist und ob wir mit dieser Gefahr richtig umgehen.


Randnotiz                                  

„GSG 9 – Terror im Visier“, Dokumentarfilm von Patricia Corniciuc und Michael Götschenberg. Sendetermin: Montag, 2. Dezember 2019, ab 23 Uhr im Ersten (Dauer 43:34 Minuten).
Alle Angaben ohne Gewähr.


Unser Foto zeigt einen Angehörigen der Spezialeinheit GSG 9 während einer Übung.
(Bild: Bundespolizei)


Kommentare

  1. Dr.-Ing. U. Hensgen | 3. Dezember 2019 um 10:18

    Das ist eine Reportage, die anzuschauen es sich lohnt!

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