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Stuttgart/Lviv (Ukraine)/Stavanger (Norwegen)/Neapel (Italien). In zahlreichen Bundeswehrstandorten laufen derzeit die Vorbereitungen für die Teilnahme an einem der größten NATO-Manöver seit dem Jahr 2002. Rund 9000 Soldaten der Bundeswehr werden an der Großübung „Trident Juncture 18“, die im Kernzeitraum 25. Oktober bis 7. November in Norwegen und in der Ostsee stattfindet, teilnehmen. Insgesamt erwartet die NATO zu „Trident Juncture“ mehr als 40.000 Soldaten aus 30 Partnerstaaten, etwa 130 Flugzeuge, 70 Schiffe sowie rund 10.000 Fahrzeuge. Wesentlich bescheidener geht es bei der multinationalen Übung „Rapid Trident 18“ zu, die momentan in der Ukraine läuft. An dem US-geführten Manöver nehmen insgesamt 14 Nationen mit rund 2300 Soldaten teil. Auch die Bundeswehr stellt Personal, allerdings nur eine Handvoll Experten für die Leitung und Auswertung von „Rapid Trident“.

Bei „Rapid Trident“ – zu Deutsch „Schneller Dreizack“ – handelt es sich um eine Übungsserie im Geiste der NATO-Initiative „Partnerschaft für den Frieden“ (Partnership for Peace, PfP), die die Ukraine alljährlich in enger Kooperation mit den USA und unter Einbindung weiterer Länder durchführt.

Initiator der Serie und mitverantwortlich für deren Durchführung ist das US-Oberkommando in Europa (United States European Command, USEUCOM), das seinen Sitz in den „Patch Barracks“ in Stuttgart-Vaihingen hat. „Rapid Trident“ dient der Interoperabilität der ukrainischen Streitkräfte für den Fall, dass diese an internationalen Missionen wie etwa in Afghanistan teilnehmen.

Soldaten aus 14 Nationen bei der feierlichen Eröffnung in Yavoriv

Am diesjährigen Manöver „Rapid Trident“, das im Zeitraum 3. bis 15. September im Westen der Ukraine nahe Lviv (früher Lemberg), abgehalten wird, beteiligen sich Kräfte aus folgenden Ländern: Aserbaidschan, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Georgien, Großbritannien, Kanada, Litauen, Moldawien, Polen, Rumänien, Türkei und USA. Hinzu kommt der Gastgeber Ukraine.

Die feierliche Eröffnung der Übung fand am Montag dieser Woche in der Heeresakademie „Hetman Petro Sahajdatschny“ in Yavoriv bei Lviv statt. „Rapid Trident“ nutzt in großen Teilen den rund 390 Quadratkilometer umfassenden Truppenübungsplatz Yavoriv. Das Militärareal liegt knapp 60 Kilometer nordöstlich von Lviv, die polnische Grenze ist gut 15 Kilometer entfernt.

Die US-Botschafterin in der Ukraine, Marie Louise Yovanovitch, bezeichnete das Manöver der 14 Nationen vor dem Hintergrund der anhaltenden ukrainisch-russischen Spannungen als „ein Zeichen der Solidarität der Teilnehmerstaaten mit der Ukraine, ihrer Souveränität, ihrer Sicherheit und ihrer territorialer Integrität“.

Großübung der NATO in Norwegen und in der Ostsee rückt näher

Kurz noch einmal zurück zur NATO-Übung „Trident Juncture“ – übersetzt „Dreizack-Verbindung“ – in Norwegen und in Teilen der Ostsee. Sie bietet der Bundeswehr im Kernübungszeitraum 25. Oktober bis 7. November im Vorgriff auf die Übernahme der Schnellen Eingreiftruppe durch Deutschland ab 2019 jetzt noch einmal ausgezeichnete Trainingsmöglichkeiten.

Die „High Visibility Exercise“ in Norwegen besteht aus einer Volltruppenübung (LIVEX) mit assignierten Kräften für die als „NATO-Speerspitze“ bezeichneten Kräfte der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF), einem Teil der NATO Response Force (NRF). Hinzu kommt eine computergestützte Gefechtsstandübung (CAX/CPX) im Joint Warfare Centre Stavanger sowie das Marinemanöver „Northern Coasts“ unter deutscher Führung in der Ostsee.

„Trident Juncture 18“ unter Führung des Joint Force Command (JFC) in Neapel soll beweisen, dass die NATO-Streitkräfte in der Lage sind, im multinationalen Verbund zu agieren und auf Bedrohungen aus jeder Richtung zu reagieren.


Zu unseren Aufnahmen:
1. Eine ukrainische Militärkapelle spielte in Yavoriv zur feierlichen Eröffnung der multinationalen Übung „Rapid Trident 18“.
(Foto: Timothy Massey/278th Armored Cavalry Regiment/U.S. Tennessee National Guard)

2. Ukrainischer Soldat am ersten Übungstag von „Rapid Trident 18“ im Gelände des Truppenareals von Yavoriv.
(Foto: Timothy Massey/278th Armored Cavalry Regiment/U.S. Tennessee National Guard)

Kleines Beitragsbild: Feierliche Eröffnung von „Rapid Trident“ am 3. September 2018 auf dem Gelände der Heeresakademie „Hetman Petro Sahajdatschny“ in Yavoriv.
(Foto: Timothy Massey/278th Armored Cavalry Regiment/U.S. Tennessee National Guard)


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