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Hammelburg. Bilanz und Prognose – dieses beiden Perspektiven standen im Mittelpunkt einer Arbeitstagung „Reservisten“, die das deutsche Heer im Zeitraum 8. bis 10. November durchführte. An der Informationsveranstaltung am Ausbildungszentrum Infanterie in Hammelburg nahmen rund 200 Uniformträger teil. Dazu gehörte das Führungspersonal aller aktiven Heeresverbände der Bataillons- und Regimentsebene, darunter die jeweiligen Verbandsbeauftragten für Reservistenangelegenheiten. Hinzu kamen Reservisten, die auf Spitzendienstposten des Heeres eingesetzt werden.

Die Tagung wurde geleitet von Generalleutnant Johann Langenegger. Er zeichnet als Kommandeur „Einsatz“ im Kommando Heer und Stellvertreter des Inspekteurs des Heeres für Reservistenangelegenheiten in der größten Teilstreitkraft der Bundeswehr verantwortlich. Eine Vortragsreihe zur aktuellen Entwicklung der Reserve eröffnete die Tagung.

Der Inspizient für Reservistenangelegenheiten im Heer, Oberst Bernd Holthusen, berichtete von seinen Beobachtungen. Die Reserve sei insgesamt professioneller geworden, sagte Holthusen zusammenfassend. Teilweise sei kaum noch ein Unterschied zwischen Reserve und Aktiven auszumachen.

Steht das Freiwilligkeitsprinzip demnächst zur Disposition?

Ein positives Fazit zog in Hammelburg auch Vizeadmiral Joachim Rühle, als Stellvertreter des Generalinspekteurs oberster Beauftragter für Reservistenangelegenheiten der Bundeswehr. Rühle sprach von einer Aufbruchstimmung, die die gesamte Truppe erfasst habe: „Die Bundeswehr befindet sich im Aufbruch, die Trendwende ,Personal‘ läuft gut. Zurzeit verzeichnen wir ein Wachstum von rund 2000 Soldaten pro Jahr.“

Um die Stellenbesetzung der Reservedienstposten auf ein ähnlich hohes Niveau zu bringen, müsse die Beorderung ehemaliger Soldaten verbindlich sein. „Dies kann zum Wegfall des Freiwilligkeitsprinzips führen“, so Rühle über die Folgen einer solchen Grundsatzentscheidung. Darüber hinaus müssten Ergänzungstruppenteile künftig auch mit Material, Ausrüstung und Unterkunftskapazität ausgestattet werden.

Mittler zwischen Bundeswehr und Öffentlichkeit

Peter Tauber, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung, äußerte sich in Hammelburg zur Bedeutung von Reservisten bei der Auftragserfüllung der aktiven Truppe – besonders während der Auslandsmissionen. „Mit 228 Soldaten stellt die Reserve momentan rund sieben Prozent der im Auslandseinsatz befindlichen Bundeswehrsoldaten und entlastet somit die Aktiven.“ Zudem hätten Reservisten als Mittler zwischen Bundeswehr und Öffentlichkeit eine wichtige Scharnierfunktion für die Wahrnehmung der Streitkräfte in der Gesellschaft.

Künftig wird der Termin für die Arbeitstagung der Reserve des Heeres in das erste Quartal eines Jahres verlegt. Die nächste Veranstaltung findet voraussichtlich im Februar 2020 statt, dabei wieder am Ausbildungszentrum Infanterie in Hammelburg.


Unser Bild zeigt einen Teilnehmer der Arbeitstagung „Reserve des deutschen Heeres“ während einer Diskussionsrunde am Hammelburger Ausbildungszentrum.
(Foto: Jennifer Quehl/Deutsches Heer)

 


Kommentare

  1. AusbKp StDSt/MKF 2/8 | 20. November 2018 um 17:28

    Ich als alter Heeressoldat in einer damaligen Ausbildungskompanie finde es mehr als schade, dass ich nicht mehr Mob-beordert bin. Ich wurde als Beamter einige Male als Reservist zur Wehrübung eingezogen.
    Heute existieren, obwohl ich noch im Dienst bin, über meine Mob- beziehungsweise Reservistenaktivierung, der ich immer zugestimmt habe, keinerlei Unterlagen mehr. Traurig, dass so etwas heute möglich ist und von der Führung geduldet wird.

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